Von der Küche in den Keller: Überflüssige Haushaltsgeräte
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Viele Haushaltsgeräte beginnen ihre Karriere dort, wo man sie nicht vermutet: Nicht im Küchenfachgeschäft und auch nicht im Elektromarkt, sondern in der Drogerie oder beim Discounter.Bild 1 von 42 Nur durch diese Überrumpelungstaktik erklärt es sich, dass völlig überflüssige Gegenstände den Weg in unser Bewusstsein und von dort in den Einkaufswagen finden.Bild 2 von 42 Auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn folgt der Aufenthalt in der Küche. Nach der anfänglichen Euphorie sinkt die Nutzungsfrequenz allerdings schnell. Irgendwann werden die sperrigen Staubfänger dann verbannt.Bild 3 von 42 Und so fristen zahlreiche Brotbackautomaten, Eierkocher und Crepe-Platten den Rest ihrer Tage im Keller oder auf dem Dachboden, wo sie sehnsuchtsvoll ihrer Reaktivierung harren.Bild 4 von 42 Für noch mehr Platznot im Kellerregal könnten bald Kaffeeautomaten und Entsafter sorgen. Die sind derzeit besonders angesagt, hat der Bundesverband für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur (ja, den gibt es wirklich) festgestellt.Bild 5 von 42 Während Kaffeemaschinen noch eine gute Überlebenschance haben, dürfte den meisten Entsaftern die Verbannung aus der Küche sicher sein. Gekauft werden sie meist aus einem kurzlebigen Impuls heraus: Man will sich gesünder ernähren.Bild 6 von 42 "Unser Ernährungsverhalten bestimmt in einem gewissen Maße die Nachfrage nach bestimmten technischen Produkten", sagt die Designberaterin Eva Barth-Gillhaus. Spätestens wenn Obst und Gemüse teurer würden, sei die Presserei schnell wieder vorbei.Bild 7 von 42 Vielen vergeht die Lust aber schon vorher. Wer hinterher mühevoll die Obstreste aus dem Entsafter kratzen muss, greift bald doch lieber zum Tütensaft.Bild 8 von 42 Auch bei Brotbackautomaten wird die eigene Faulheit oft unterschätzt. Nachdem die hoffnungsvollen Bäcker anfangs noch mit eigenen Rezepten herumexperimentieren, greifen viele bald nur noch zur Fertigbackmischung.Bild 9 von 42 Und deren Ergebnis kann auf die Dauer ziemlich fad schmecken. "Häufig haben die Brote keine richtige Kruste, und viele haben ein Loch, das stört", weiß Silvia Frank vom Hausfrauenbund.Bild 10 von 42 Was sich in der Praxis nicht bewährt, wird früher oder später aussortiert. Doch manche Elektrogeräte werden ja ohnehin weniger wegen ihre praktischen Nutzens als wegen ihrer Optik gekauft.Bild 11 von 42 Nostalgische Teigrührmaschinen zum Beispiel. Sie sind zwar dekorativ, aber auch sperrig.Bild 12 von 42 Und letztlich gelingt der Teig wohl auch nicht besser als mit einem profanen Handmixer.Bild 13 von 42 Doch offenbar folgen wir in der Küche gern dem Grundsatz "Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?"Bild 14 von 42 Warum also einen Kochtopf verwenden, wenn das Frühstücksei auch im Eierkocher den gewünschten Härtegrad bekommt?Bild 15 von 42 Auch zur Zubereitung von Reis erscheint ein simpler Topf nicht jedem hinreichend. Es muss schon der Reiskocher mit Abschaltautomatik und Warmhaltefunktion sein.Bild 16 von 42 Der natürliche Lebensraum solcher Geräte ist Asien, wo mehrmals täglich Reis auf den Tisch kommt. Als gelegentliche Sättigungsbeilage dürfte der Reis aber auch ohne derlei Hilfsmittel gelingen.Bild 17 von 42 Auch Popcorn lässt sich mit etwas Fett im Kochtopf selbst herstellen. Doch wer denkt schon daran, wenn der Discounter des Vertrauens gerade den Popcorn-Automaten zur ultimativen Bereicherung des Speiseplans anbietet?Bild 18 von 42 Kulinarische Highlights verspricht sich manch einer auch vom Sandwich-Maker. Wenn Toast und Schmelzkäse den Magen ausreichend verklebt haben, wandert das Ding aber irgendwann in den Keller ...Bild 19 von 42 ... und leistet dort dem Donut-Maker Gesellschaft. Den hatte man irgendwann einmal angeschafft, um den Kindern einen Gefallen zu tun.Bild 20 von 42 Aus dem gleichen Grund haben auch die Eismaschine ...Bild 21 von 42 ... und die Crepe-Platte ihren Weg in den Haushalt gefunden. Mit der lassen sich in Sekundenschnelle hauchdünne Crepes herstellen. Toll!Bild 22 von 42 Doch nach dem Kauf merkt man, dass sich der Crepe-Hunger immer nur bei Besuchen auf dem Rummel einstellt.Bild 23 von 42 Der Versuch, sich eine bestimmte Atmosphäre ins Haus zu holen, ist auch bei der Nudelmaschine gescheitert. Die hielt man nach dem letzten Italien-Urlaub für unverzichtbar. Seltsamerweise fühlt man sich beim Teigpressen dann doch nicht wie Mamma Miracoli.Bild 24 von 42 Jetzt kommen die Nudeln wieder aus der Tüte. Aber wenigstens sieht das gute Stück dekorativ aus und macht sich gut auf dem Küchenregal ...Bild 25 von 42 ... was man vom Dörrautomaten leider nicht behaupten kann. Erst spät kam man darauf, dass Trockenfrüchte auch für nicht allzu viel Geld im Supermarkt erhältlich sind.Bild 26 von 42 Für die meisten Geräte ist der Weg in die Abstellkammer eine Reise ohne Wiederkehr. Nur wenige können auf Auferstehung hoffen.Bild 27 von 42 Das Fondue-Set feiert wenigstens zu Silvester ein kurzes Comeback.Bild 28 von 42 Und auch der Raclette-Grill wird zu besonderen Gelegenheiten reaktiviert.Bild 29 von 42 Ebenso ergeht es dem Waffeleisen. Sind die süßen Gelüste befriedigt, verschwindet das Gerät wieder für Monate in der Versenkung.Bild 30 von 42 Die Aufrüstung des Haushalts beschränkt sich nicht auf die Küche - und es sind keineswegs nur Frauen, die sie zu verantworten haben. Männer interessieren sich derzeit vor allem für teure Hochleistungsstaubsauger.Bild 31 von 42 Das Saugen selbst wollen aber leider die wenigsten selbst übernehmen, bedauert Designberaterin Barth-Gillhaus.Bild 32 von 42 Und die Dame des Hauses ist nicht unbedingt begeistert, wenn sie vor der Bodenpflege erst die Gebrauchsanweisung für die ferngesteuerte Saugkraftregulierung studieren muss.Bild 33 von 42 Selbst am kleinen Handstaubsauger ist die technische Innovation nicht vorbeigegangen. Trotzdem kommt er eher selten zum Einsatz. Wenn man dann tatsächlich einmal die Krümel von der Tischdecke saugen will, ist sowieso gerade der Akku alle.Bild 34 von 42 Bei den meisten Geräten ist man ja zumindest anfangs vom praktischen Nutzen überzeugt. Doch was um alles in der Welt hat einen nur zur Anschaffung eines elektrischen Dosenöffners bewogen?Bild 35 von 42 Und in welchem schwachen Moment hielt man eigentlich die batteriebetriebene Pfeffermühle für unverzichtbar?Bild 36 von 42 Die Psychologie hilft weiter: "Wir haben in unserem Gehirn ein Überraschungs- und Belohnungssystem, das reagiert, wenn etwas neu und unerwartet ist", sagt der Konsumpsychologe Häusel.Bild 37 von 42 Während wir im Geschäft beispielsweise einen Schokoladenbrunnen erspähen, stellen wir uns unterbewusst schon vor, wie wir uns an schokolierten Früchten laben.Bild 38 von 42 Das Belohnungs-Zentrum im Gehirn läuft auf vollen Touren. Und schon stellt sich das Gefühl des "Haben-Wollens" ein.Bild 39 von 42 Manchmal hat man den überflüssigen Gerätezuwachs aber auch gar nicht selbst zu verantworten. Oft schleppen wohlmeinende Freunde oder Verwandte die Gerätschaften ins Haus.Bild 40 von 42 Schließlich ist es heute nicht einfach, ein Präsent zu finden, das der Beschenkte nicht schon hat. Und da sind vermeintlich originelle Lösungen wie Teeautomaten und Popcornmaschinen hochwillkommen.Bild 41 von 42 Und so werden unsere Räumlichkeiten wohl bald höher technisiert sein als die Kommandobrücke der Enterprise. (Bilder: AP, dpa, pixelio, Text: I. Noé)Bild 42 von 42
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