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Sonntag, 21. Januar 2018

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das Tor bewegt sich nicht"

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Beim Spiel der Dortmunder Borussia in Berlin polarisiert einer, der gar nicht dabei ist: Pierre-Emerick Aubameyang, ... (Foto: imago/DeFodi)

Beim Spiel der Dortmunder Borussia in Berlin polarisiert einer, der gar nicht dabei ist: Pierre-Emerick Aubameyang, ...

Beim Spiel der Dortmunder Borussia in Berlin polarisiert einer, der gar nicht dabei ist: Pierre-Emerick Aubameyang, ...

... in Hamburg fährt Trainer Markus Gisdol endgültig vom Hof ...

... und in Freiburg tanzt ein entfesseltes Rumpelstilzchen namens Christian Streich.

Der 19. Bundesliga-Spieltag in Wort und Witz.

Hertha BSC - Borussia Dortmund (1:1)

Die Borussen halten ihren exzentrischen Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang eigentlich gern an der langen Leine - diesmal aber ziehen sie die Reißleine: Er wird für das Spiel gegen Hertha aus dem Kader gestrichen.

Dennoch ist er die Hauptperson - denn er fehlt dem BVB. Youngster Jadon Sancho kann ihn nicht ersetzen.

"Das ist ein großes Thema in der Mannschaft, das ist klar. Das schafft Unruhe und Kopfschütteln in der ganzen Mannschaft. Es ist nicht ganz so einfach, das alles abzuschalten und sich immer wieder nur auf den Fußball zu konzentrieren", sagt ein vom Aubameyang-Theater genervter André Schürrle.

Davon profitiert die Hertha - dank Davie Selke gibt es ein Unentschieden.

Und Trainer Pal Dardai ist zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Nach dem ersten Tor musst du aber das zweite nachlegen. Danach haben wir auf Konter gesetzt. Wir sind mit dem Punkt zufrieden. Ich glaube, das war ein gutes Bundesliga-Spiel."

1899 Hoffenheim - Bayer Leverkusen (1:4)

Alle knuddeln Leon Bailey - was für eine bärenstarke Leistung des Jamaikaners.

Der bleibt trotz seines Hackentores ganz cool: "Ich wusste, dass ich vor dem Tor stand - und das Tor bewegt sich nicht."

Während Trainerkollege Heiko Herrlich feiern darf, hat Hoffenheims Julian Nagelsmann Einiges zu meckern: "Das klingt kurios, aber am Ende ist die Qualität im Abschluss entscheidend für das Ergebnis. Das Spiel darfst du niemals verlieren, erst recht nicht in der Höhe."

SC Freiburg - RB Leipzig (2:1)

Robin Koch trifft erneut - und sichert seinem SC den Sieg. "Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass wir das Spiel gewinnen, wenn ich ehrlich sein soll", sagt sein Trainer Christian Streich anschließend.

Woran hapert's bei den Leipzigern? An den Standards! "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison. Wir analysieren das jede Woche. Irgendwie kann das nicht sein. Wir dürfen die Punkte nicht durch Standards einfach so abschenken, das müssen wir abstellen", ärgert sich Marcel Sabitzer.

Willi Orban hat da eine Idee: "Vielleicht sollten wir mal zum Handball gehen, damit man sieht, wie da mit dem Körper gearbeitet wird."

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl will dennoch nicht schwarzmalen. Ob der Sieg zuvor gegen den FC Schalke umsonst war, wird er nach dem Spiel gefragt. Die lapidare Antwort: "Nur, wenn sie uns die drei Punkte wieder abziehen."

Und was macht Streich? Erst völlig ausrasten, dann tief stapeln: "Ich bin zufrieden, es ist alles gut."

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt (1:3)

Das wichtigste vorneweg: "Wir sind gut genug für Europa. Unsere Mannschaft hat das Potenzial dafür." Sagt Frankfurts Sebastian Haller.

Für Wolfsburg jedenfalls gibt es eine ordentliche Bruchlandung. "Heute haben uns ein paar Prozent gefehlt, das wird in der Bundesliga gnadenlos bestraft. Darum verlieren wir das Spiel", erklärt Maximilian Arnold. Ehrlich, es waren mehr als ein paar Prozent.

Viel zu Lachen hat VfL-Trainer Martin Schmidt nicht, aber viel zu Staunen. "Das ist in Sachen Körperlichkeit die Top-Mannschaft der Liga, auch bei den zweiten Bällen haben sie absolute Top-Werte", sagt der Coach. "Wir hatten es mit einem gnadenlos effektiven Gegner zu tun, wir haben Lehrgeld bezahlt."

Für Niko Kovac völlig klar: "Eintracht Frankfurt ist nicht nur eine Mannschaft, die kämpfen und laufen kann. Wir können auch Fußball spielen."

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg (2:0)

Yann Sommers Fazit des Spiels: "Gut gespielt, gut gekämpft und am Ende auch verdient gewonnen."

Das muss auch sein Gegenüber, Marwin Hitz, so akzeptieren: "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und waren nicht richtig da. Gladbach war besser. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht, aber eine richtige Chance habe ich von hinten nicht gesehen."

Dabei fällt das entscheidende 2:0 erst spät - in der 90. Minute. Ist dann von Thorgan Hazard aber umso schöner gemacht, lobt Sportdirektor Max Eberl: "Das Tor hat Weltklasse. Da schießt nicht jeder Spieler, sondern legt lieber quer und gibt die Verantwortung ab. Er nutzt die Chance."

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart (3:2)

Holger Badstuber jubelt über seinen Treffer zur Stuttgarter Führung. Er steht im Spielberichtsbogen, obwohl noch drei Mainzer nach ihm am Ball sind. Doch das Spiel kippt - und am Ende jubelt Mainz.

"Es ist ein Spiel gewesen, wo man die Birne reinhält und alles gibt. Wir müssen diese Emotionalität beibehalten", sagt FSV-Sportvorstand Rouven Schröder. Hat funktioniert.

Hannes Wolf ist weniger begeistert: "19 Punkte zu Hause, einer auswärts: Das ist Wahnsinn."

Depp des Tages ist Stuttgarts Keeper Ron-Robert Zieler. Gleich zweimal verhilft er dem Ball durch merkwürdige Aktionen ins Tor. Zieler hat eine ganz eigene Erklärung: "Der Ball hat ganz komische Fluglinien und Kurven genommen. Dann noch so viel Matsch und Schlamm am Ball. Das sieht natürlich scheiße aus."

"Mein Stolz ist heute nicht messbar", so Mainz-Trainer Sandro Schwarz.

Hamburger SV - 1. FC Köln (0:2)

Wieder nichts Zählbares für den HSV. Die Konsequenz: Trainer Markus Gisdol muss gehen - oder eben fahren.

Dem voraus geht ein Spiel, in dem die Hamburger sich erst engagieren und dann jede Durchsetzungsfähigkeit vermissen lassen.

Der 1. FC Köln dagegen lebt. Auch wenn Trainer Stefan Ruthenbeck tief stapelt: "Wir haben noch nichts erreicht und sind immer noch Tabellenletzter."

Matchwinner ist Rückkehrer Simon Terodde - beide Tore gehen auf sein Konto.

Kapitän Matthias Lehmann stellt fest: "Man sieht, dass wir an das Wunder glauben."

Davon ist beim HSV dagegen nichts zu erkennen. (ara)

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