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Sonntag, 18. März 2018

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Es ist für mich ziemlich zum Kotzen"

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SC Freiburg - VfB Stuttgart 1:2 (0:1) (Foto: imago/Sportfoto Rudel)

SC Freiburg - VfB Stuttgart 1:2 (0:1)

SC Freiburg - VfB Stuttgart 1:2 (0:1)

Sieben Spieltage vor Saisonende zwölf Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16 - damit ist der Stuttgarter Klassenerhalt quasi perfekt, oder Michael Reschke? "Um Gottes Willen. Wenn ich jetzt sagen würde, dass es schwer wird, in den letzten sieben Spielen noch einen oder zwei Punkte zu holen, würden mich die Spieler steinigen."

Ungetrübt war die VfB-Freude aber nicht, zumindest bei Dennis Aogo. Der Ex-Nationalspieler bekannte zwar: "Ich freue mich natürlich auf die Länderspielpause." Dann fiel ihm ein: "Aber ich habe in den nächsten Tagen auch eine Zahn-OP, da freue ich mich gar nicht drauf."

Die beiden Stuttgarter Tore zum Sieg schoss Mario Gomez, der sich damit für eine WM-Nominierung empfahl, aber auf forsche Töne verzichtete. Denn: "Habe ich jemals einen Schlachtruf über die Presse formuliert? Das mache ich niemals."

Stattdessen warb Gomez für ein Torkunststück seines Freiburger Sturmkollegen Nils Petersen, der per Wundertor das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte: "Ich wünsche Nils wirklich, dass er nicht nur in Deutschland das Tor des Jahres erzielt, es wird auch weltweit das schönste Tor gesucht. Das war wirklich ein Traum."

Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 3:0 (3:0)

Die Häme der Frankfurt-Fans (siehe vorheriges Bild) konnten die Mainzer nicht widerlegen, sie gingen unter. Coach Sandro Schwarz will nun im Abstiegskampf Konsequenzen ziehen. Welche? Diese: "Es geht nicht mit Streicheleinheiten. Das ist Leistungssport."

Der Mainzer Profi Daniel Brosinski zeigte sich direkt einsichtig und räumte ein: "Wenn du Fehler wie in der vierten Liga machst, wirst du eben gleich bestraft."

Frankfurts Erfolgscoach Niko Kovac sah sich trotz des Sieges mit Fragen nach seiner Aufstellung konfrontiert, weil Torjäger Sebastian Haller nur auf der Bank saß: "Wir haben ihn nicht in den Skat gedrückt. Er ist weiter Teil dieser Mannschaft."

Denn, erklärte Kovac weiter: "Rotation ist wichtig für das Wohlbefinden meiner Mannschaft."

Keinen Kommentar gibt es von n-tv.de zu diesem Eckfahnen-Ausflug von Frankfurts Keeper Lukasz Hradecky.

FC Augsburg - Werder Bremen 1:3 (0:2)

"Ich hatte so das Gefühl in der ersten Halbzeit, dass wir uns schon verabschiedet haben aus der Saison mit 35 Punkten." Augsburgs Manuel Baum zur unterirdischen Leistung seines Teams vor der Pause.

Denn vor der Pause hatte Bremens Ishak Belfodil gleich zweimal seine speziellen körperlichen Vorzüge zu Toren genutzt, die sein Coach Florian Kohfeldt nach dem Schlusspfiff so beschrieb: "Vom Spielertyp her hat er im Grunde den Körper eines Mittelstürmers, aber die Geschwindigkeit eines Flügelstürmers."

An den Rest der Bremer appellierte Kohfeldt, sich im Abstiegskampf nicht zu früh zurückzulehnen: "Glückwunsch an die Jungs, sie haben es überragend gemacht in den letzten Wochen. Kurz durchatmen, aber es gibt keinen Grund zur Zufriedenheit. Wir sind auf gar keinen Fall durch."

VfL Wolfsburg - FC Schalke 0:1 (0:0)

"Wir wissen jetzt leider, wie es auch unten ist. Deswegen ist es für mich ziemlich zum Kotzen." Wolfsburgs Maximilian Arnold - maximal frustriert.

Etwas weniger frustriert: WOB-Innenverteidiger Robin Knoche, der Schalke per Eigentor zum Sieg verholfen hatte. Seine Erklärung: "Ich würde mich noch mehr ärgern, wenn wir noch beschissener gespielt hätten. Dann hätten wir noch mehr aufzuarbeiten."

Bor. Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim 3:3 (1:1)

Es hätte nach dem Schlusspfiff viel über das vogelwilde Remis zwischen Gladbach und Hoffenheim geredet werden können.

Stattdessen ging es nicht um die sechs Tore, die in der Partie gefallen waren, sondern um zwei Worte: "kleiner Pisser". Als solchen hatte nämlich Gladbachs Manager Max Eberl in Halbzeit eins den Hoffenheimer Coach Julian Nagelsmann beschimpft.

Nach dem Spiel zeigte sich Eberl im Bezahlfernsehen angemessen reuig, Leugnen war auch zwecklos, die TV-Mikrofone hatten ihn überführt: "Definitiv, ich bin nicht frei von Fehlern. Man ist hoch emotionalisiert und kämpft für seinen Verein. Ich habe etwas gesagt, was sich nicht gehört. Ich habe mich bei Julian entschuldigt."

Nagelsmann äußerte sich nicht zum "Pisser"-Disput, aber zur Leistung seiner Mannschaft - und das überraschend. Denn trotz dreimaliger Führung seines Teams war er am Ende höchst froh über das Remis, räumte er ein: "Ich bin froh, dass wir den Punkt geholt haben. Gladbach war heute sehr gut. Bei uns haben nicht alle die top Tagesform erreicht, dann ist es schwer, richtig mithalten zu können. Natürlich haben wir dreimal geführt, aber wir haben heute nicht zwingend mehr als den Punkt verdient gehabt."

Hamburger SV - Hertha BSC 1:2 (1:0)

"Die Halbzeitpause war der Knackpunkt im Spiel." HSV-Trainer Christian Titz beschreibt das Bundesliga-Dilemma des wankenden Dinos.

"Das Tor zum 1:1 war der Dosenöffner. Es hat eine Blockade gelöst." Für Hertha-Trainer Pal Dardai war Ausgleichstorschütze Valentin Lazaro der Berliner Matchwinner.

Ratlos: Hamburgs Interims-Sportdirektor Thomas von Heesen: "Es zieht sich von Woche zu Woche, die Überzeugung muss jeder Spieler für sich ziehen. Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft in der ersten Halbzeit an sich geglaubt hat. Es war ein tolles Tor, das super herausgespielt war. Den Bruch danach verstehe ich nicht ganz. Mit so einer ersten Halbzeit geht man anders in die zweite."

Zum sportlichen Desaster und der Eroberung von Platz 18 gesellte sich beim HSV noch Ärger um Kyriakos Papadopoulos, der nach der Hertha-Pleite gegen Trainer und Teamkollegen polterte - und der jetzt vor einer Suspendierung steht.

"Wir werden solche Aussagen nicht tolerieren", sagte der neue HSV-Boss Frank Wettstein: "Er hat sich und uns keinen Gefallen getan. Er hat nicht das Recht, die sportliche Situation zu ignorieren."

Borussia Dortmund - Hannover 96 1:0 (1:0)

"Wir waren in einer ganz schwierigen Situation, dafür haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht." Der angezählte BVB-Trainer Peter Stöger war mit dem knappen Heimsieg gegen Hannover nach dem Europaliga-Fiasko in Salzburg höchst zufrieden.

Vor allem in der ersten halben Stunde wurde Hannover von einem furiosen BVB fast überrannt. "Uns hat in der ersten Halbzeit der Mut gefehlt, um nach vorne Nadelstiche zu setzen", erklärte H96-Coach Andre Breitenreiter die Passivität der Gäste.

Weil in der Schlussphase der reguläre Ausgleich durch Jonathas abgepfiffen wurde, blieb H96 ohne Zähler und rutscht an die Abstiegszone heran. Gezittert wird in Hannover bei sieben Punkten Vorsprung auf Rang 16 zwar nicht, Sportdirektor Horst Heldt warnte aber: "Wir haben noch ein gesundes Polster, aber müssen aufpassen."

1. FC Köln - Bayer Leverkusen 2:0 (1:0)

Die Hoffnung lebt beim 1. FC Köln nach dem Sieg im Rheinderby über Bayer Leverkusen. Durch den Erfolg gab der FC die Rote Laterne an den HSV ab - und nahm Mainz auf dem Relegationsplatz ins Visier.

"Der Sieg sorgt dafür, dass wir weiter dran glauben dürfen. Fakt ist, dass wir einen Dreier geholt haben. Damit haben wir weiter die Berechtigung, an unser Wunder zu glauben. Das war ja heute schon fast ein Pflichtsieg, es wird spannend", freute sich FC-Coach Stefan Ruthenbeck.

Leonardo Bittencourt jubilierte regelrecht nach dem Sieg: "Es sind nur noch fünf Punkte auf Mainz. Wer uns abschreibt, der macht einen Riesenfehler. Ich bin stolz, bei der Mannschaft dabei zu sein. Wir probieren, das Unmögliche möglich zu machen. So unmöglich ist es nicht mehr. Wir sind überglücklich, die Leiche lebt noch."

Bayer-Keeper Bernd Leno nahm die Derby-Pleite sportlich, womöglich lag es den Kölner Annäherungsversuchen im Spiel: "Das war ein verdienter Kölner Sieg, das muss man leider so sagen. Es ist unerklärlich, wieso wir in einem so wichtigen Spiel so auftreten. Wir waren von der ersten Minute an nicht da. Man hat nie das Gefühl gehabt, dass irgendwas geht. Die Rote Karte passt zum Tag heute."

RB Leipzig - FC Bayern 2:1 (1:0)

"Außer in den ersten zehn Minuten haben wir das Spiel in allen Bereichen dominiert. Der Gesamtauftritt der Mannschaft war heute richtig klasse, Hut ab. Die Mannschaft hat heute auch physisch enorm stark gewirkt." RB-Coach Ralph Hasenhüttl, erleichtert und erlöst nach dem ersten Leipziger Sieg im fünften Duell mit den Bayern.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes sah es genauso: "Wir sind heute auf einen Gegner getroffen, der sehr laufstark und aggressiv war. (...) Deshalb muss man klar sagen, dass Leipzig der verdiente Sieger ist. Es gibt solche Spiele, wo man nicht so souverän auftritt. Wir müssen auch um unsere Siege kämpfen, heute war mit Leipzig ein überragender Gegner da. Das muss man anerkennen."

Bayern-Keeper Sven Ulreich haderte mit der eigenen Abwehrleistung: "Wir haben von Anfang an nicht in unser Spiel gefunden und hatten viele Ballverluste im Mittelfeld. Leipzig hat gut gepresst und schnell in die Spitze gespielt. Unsere gesamte Defensivleistung war heute nicht wie gewohnt."

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