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Sonntag, 30. September 2018

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Nach dem 1:2 hatten wir Kacke in der Hose"

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Hertha BSC - FC Bayern Nünchen 2:0 (2:0) (Foto: picture alliance/dpa)

Hertha BSC - FC Bayern Nünchen 2:0 (2:0)

Hertha BSC - FC Bayern Nünchen 2:0 (2:0)

Zum ersten Mal seit mehr als neun Jahren siegt die Berliner Hertha wieder gegen den FC Bayern München. "Zieht den Bayern die Lederhose aus" und "Oh, wie ist das schön", sangen die Fans im Olympiastadion.

Besonders beeindruckend: Der Sieg war alles andere als glücklich. "Für uns ist es eine stolze Sache. Wir haben nicht nur gewonnen, wir haben sogar verdient gewonnen", sagte Herthas Trainer Pal Dardai nach dem Abpfiff.

Und so ein verdienter Sieg wird belohnt. Am Samstag schenkte Dardai seinen Spielern einen Kurzurlaub. "Es war eigentlich anders geplant, doch jetzt gibt es zwei Tage frei. Jetzt können sie essen, trinken und feiern", sagte er zufrieden. "Die ganze Welt hat das Spiel gesehen: Freitagabend gegen Bayern München, ein volles Stadion. Das ist gut für das Image so ein Spiel."

Im Gegenzug könnte man meinen, dass der Münchner Coach Niko Kovac wütend auf seine Mannschaft war. Aber nichts da, im Gegenteil. "Wenn man 0:2 mit Bayern in Berlin verliert, glaubt einem keiner, dass ich mit der Leistung zufrieden bin. Was fehlt, sind die Tore, dass wir die Vielzahl der Chancen nicht nutzen. Das ist das Einzige, was ich zu bemängeln habe", sagte der ehemalige Hertha-Profi nach seiner ersten Niederlage als Bayern-Trainer.

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 2:2 (1:1)

Zweimal lag Borussia Mönchengladbach in Führung, zweimal hatte die Mannschaft den lang ersehnten Auswärtssieg vor Augen. Aber wieder hat es nicht gereicht. Gladbach-Trainer Dieter Hecking wollte aber kein Miesepeter sein: "Das sieht nicht so schlecht aus. Mit den elf Punkten bin ich sehr einverstanden", sagte er nach dem Spiel. "Wenn wir nächste Woche immer noch unter den ersten Vier sind, wäre mir das recht."

Das Problem: Der nächste Gegner heißt am kommenden Samstag Bayern München. Und der Rekordmeister brennt nach zwei sieglosen Spielen in Folge auf Wiedergutmachung. In Berlin seien die Bayern-Stars "nicht so auf Sendung" gewesen, sagte Hecking. Er ließ offen, "ob das jetzt gut oder schlecht für uns ist".

VfB Stuttgart - SV Werder Bremen 2:1 (1:0)

Von den Zuschauern haben viele DIE Szene des Spiels gar nicht gesehen. Einwurf Stuttgart am eigenen Strafraum - was soll da schon passieren? Hat sich wahrscheinlich auch Werders Coach Florian Kohlfeldt gedacht: "Da ist vielleicht Bundesliga-Geschichte passiert und ich Idiot habe gar nicht hingeguckt", schimpfte der nach dem Spiel.

Passiert ist VfB-Schlussmann Ron-Robert Zieler. Der hat sich nämlich den größten Klops der noch jungen Bundesligasaison geleistet. Stuttgarts Linksverteidiger Borna Sosa schmiss einen Einwurf in Richtung eigenes Tor, obwohl Zieler mit seinen Stutzen beschäftigt war. Alarmiert von lauten Rufen schreckte Zieler auf, versuchte den Ball zu klären, touchierte ihn aber nur mit seinem Fuß. Das Ergebnis: Das Runde kullerte ins Eckige. "Was man nicht sieht, kann man nicht halten", erklärte sich Zieler nach dem Spiel. "Ich war sehr überrascht, habe das im Prinzip gar nicht so mitbekommen."

Bitter: Hätte Zieler gar nichts gemacht und der Ball wäre ohne Berührung ins Tor gekullert, hätte Bremen nur einen Eckball bekommen. So sieht es das Regelwerk vor. Wem der Treffer angekreidet wird, war Zieler anschließend "scheißegal". "Das klären wir intern", sagte er.

TSG Hoffenheim – RB Leipzig 1:2 (0:0)

RB Leipzig kommt langsam in Schwung. Drei der letzten vier Spiele hat der Dosenverein gewonnen, steht mit elf Punkten inzwischen auf dem fünften Tabellenplatz.

Hauptverantwortlich für den Sieg in Hoffenheim war Stürmer Yussuf Poulsen mit einem Doppelpack. Unklar ist aber noch, mit welchem Körperteil er den wichtigen Treffern zum 2:0 erzielt hat. "Der Ball kommt in ungünstiger Höhe. Halb Oberschenkel, halb Eier, was auch immer", brachte der Däne nur etwas Licht ins Dunkel.

Weniger zufrieden war Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann. "Wir sind ganz ordentlich ins Spiel gekommen. Wir hatten genug Chancen, um in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen", sagte er nach dem Spiel. "Ich kann einigermaßen damit leben aufgrund der zweiten Halbzeit, aber ein Unentschieden wäre sicherlich verdient gewesen."

FC Schalke 04 – FSV Mainz 05 1:0 (1:0)

Der FC Schalke 04 ist mit fünf Niederlagen in die neue Bundesligasaison gestartet. Im sechsten Spiel hat es nun endlich mit einem Sieg geklappt. Allessandro Schöpf erzielte das einzige Tor der Begegnung und kann jetzt hoffentlich etwas Schlaf nachholen: "Ich konnte die letzten Nächte nicht richtig schlafen. Ich habe immer nur gedacht: Wir müssen, müssen, müssen gewinnen", sagte Schalkes Siegtorschütze.

Die verunsicherten Schalker haben aber noch viel Arbeit vor sich. Der Erfolg gegen Mainz war nämlich alles andere als souverän: "Die letzten zehn Minuten wünsche ich niemandem. Da kam dann auch die Angst dazu", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel.

1. FC Nürnberg – Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)

Es war eine merkwürdige Englische Woche für den 1. FC Nürnberg. Am Mittwoch hat der Club verdient 0:7 gegen Borussia Dortmund verloren, am Samstag verdient 3:0 gegen die Fortuna aus Düsseldorf gewonnen.

Dabei hat Trainer Michael Köllner seine Mannschaft mit einem simplen Rezept wieder aufgerichtet: Er hat die Niederlage gegen Dortmund einfach ignoriert. "Ich musste sie nicht unnötig quälen", sagte er nach dem Sieg gegen Düsseldorf.

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Dortmund 2:4 (2:0)

Eine Halbzeit lang sah es so aus, als würde sich der BVB die Chance auf die Tabellenführung nehmen lassen. 0:2 lag der BVB zu diesem Zeitpunkt in Leverkusen zurück. Doch in der zweiten Halbzeit drehte Dortmund das Spiel. Auch, weil die Werkself Angst hatte: "Nach dem 1:2-Anschlusstor hatten wir Kacke in der Hose", erklärte Bayer-Schlussman Lukas Hradecky die Niederlage.

Einen anderen Ansatz hatte Abwehrchef Sven Bender, dem vor allem das Defensiv-Verhalten einiger Mitspieler missfiel: "In der zweiten Halbzeit spielen wir auf der linken Seite nicht mehr mit. Da führst du 2:0 zu Hause - ist das eine Scheiße", schrie der 29-Jährige beim Gang in die Kabine die Wut aus sich raus. Sein Ärger richtete sich mutmaßlich gegen Linksverteidiger Wendell, der mit einem Stellungsfehler den Ausgleich von durch Marco Reus ermöglicht hatte.

Deutlich besser gelaunt war nach dem Spiel BVB-Trainer Lucien Favre. Seine einzige Sorge war finanzieller Natur: "Ich hoffe, ich bekomme jetzt keine Mieterhöhung", scherzte der Schweizer nach dem Abpfiff. Er wohnt zurzeit übergangsweise im Dortmunder Anwesen von Bayer-Trainer Heiko Herrlich.

Eintracht Frankfurt – Hannover 96 4:1 (2:0)

Es ist die geschafft, Eintracht Frankfurt hat am sechsten sein erstes Heimspiel gewonnen. "Ich freue mich unglaublich, auch für die Fans. Der erste Heimsieg war sicherlich ein Befreiungsschlag", sagte Eintracht-Coach Adi Hütter. "Ich habe einen verdienten Sieg gesehen. Der Knackpunkt war das 3:0. Wir nehmen diese drei Punkte sehr gerne mit."

Hannover-Trainer Andre Breitenreiter (r.) konnte nur zustimmen: "Die Eintracht hat auch in der Höhe verdient gewonnen", analysierte er der Spiel.

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