Technik

Am japanischen HandymarktGoogle lernt laufen

24.01.2008, 11:31 Uhr

Japaner sind ihren Handys weit mehr verbunden als Europäer. Sie wickeln ihre Geschäfte per Funk ab und schicken vier Mal mehr Kurznachrichten. Japanische Mobilfunktechnologien sind europäischen Technologien weit überlegen. Jetzt will Google mit Mobilfunkbetreiber DoCoMo gemeinsame Sache machen.

Der größte japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo und der US-Internetkonzern Google wollen künftig auf Japans hochinnovativem Markt für mobiles Internet zusammenarbeiten. Wie die beiden Unternehmen bekanntgaben, sollen unter anderem die Such-Funktionen von Google als der größten Internetsuchmaschine der Welt in DoCoMos 1999 gegründeten Dienst i-mode integriert werden. Zudem soll es für i-mode-Nutzer künftig einfacher werden, Google-Dienste wie Gmail oder YouTube über ihre Mobiltelefone zu benutzen.

Japan sei das Geburtsland des mobilen Internets und mit seinem hohen Grad an Innovationen und anspruchsvollen Nutzern der am weitesten fortgeschrittene Markt, erklärte Omid Kordestani, Vize-Präsident von Google, in Tokio. Branchenkenner schätzen, dass Japan im Mobilbereich Europa technologisch um zwei bis drei Jahre voraus ist. So wird in Japan erheblich mehr Handel über das Mobiltelefon betrieben. Grund seien die geringeren Kosten und der Umstand, dass Japaner mehr Geld fürs Mobiltelefon ausgeben als die Europäer. Allein an SMS verschicken die Japaner vier Mal so viele wie die Europäer.

Grundeinstellung von Google

Die neue Partnerschaft zwischen Google und NTT DoCoMo bedeute für den japanischen Mobilfunkriesen eine Änderung seiner Geschäftspolitik, nachdem DoCoMo bisher sämtliche Arten von Telekommunikationsdienstleistungen - vom Aufbau der Infrastruktur bis hin zu den eigentlichen Diensten - selbst bewerkstelligt habe, berichtete kürzlich die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". So sollen in naher Zukunft neue Handys bereits ab Werk über Google- Technologie, beispielsweise den Kartendienst Google Maps, verfügen.