Technik

Microsoft Windows VistaGute Spracherkennung

22.01.2007, 12:11 Uhr

Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista wird mit einer eingebauten Spracherkennung ausgeliefert: Es lässt sich ohne Maus bedienen, E-Mails können ohne Tastatur geschrieben werden.

Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista wird mit einer eingebauten Spracherkennung ausgeliefert: Es lässt sich ohne Maus bedienen, E-Mails können ohne Tastatur geschrieben werden. Wer dadurch auf dem Geschmack kommt, findet allerdings noch umfangreichere Lösungen bei der Spezialsoftware.

Kolokythas Panagiotis hat schon mit Vista gesprochen: "Wenn ich keine Lust habe, mit der Maus auf den Start-Button zu gehen und das Programm zu suchen, dann kann ich sagen "Word öffnen!" oder "Mail schreiben!"", erklärt der Redakteur der in München erscheinenden Computerzeitschrift "PC Welt". Damit der Rechner Befehle versteht, müsse ein einstündiges Übungsprogramm durchgearbeitet werden. Zudem wird eine Software gestartet, die im Hintergrund läuft.

Die Vista-Spracherkennung läuft laut dem Experten vergleichsweise zuverlässig. Für professionelle Anwender sei sie aber nicht geeignet. Vor allem wer im Arbeitsalltag häufig zum Diktat bitten will, sei mit Spezialanwendungen nach wie vor besser bedient. Bei ihnen ist etwa das Einarbeiten des digitalen Sekretärs nicht nötig: Die Software ist von Beginn an mit vielen verschiedenen Sprechern vertraut.

Für die aktuelle, elfte Version der Software "Voice Pro" etwa lud der Hersteller Linguatec aus München zahlreiche Männer und Frauen zum Vorlesen ins IBM-Entwicklungslabor: "Wir haben darauf geachtet, dass die Sprecher aus allen Teilen Deutschlands kamen", sagt Rike Bacher, Computerlinguistin bei Linguatec.

Jedes zu erkennende Wort werde mit den Mustern verglichen, die dem System bekannt sind, erklärt Martin Held, Entwickler beim Hersteller Nuance aus München. "Wenn das System mit einem Wort konfrontiert wird, das ihm unbekannt ist, kann es das nicht erkennen." Daher sei keine hundertprozentige Erkennungsgenauigkeit möglich.

Ist der zu erkennende Wortschatz begrenzt, sieht es anders aus: "Ärzte oder Juristen halten sich beim Diktat in einem beschränkten Themenbereich auf", sagt Held. Für diese Zielgruppen bieten die Hersteller ihre Programme in Kombination mit einem Fachwortschatz an.

Aber auch wenn dem Rechner die Fachbegriffe eines Ägyptologen wie Hieroglyphen vorkommen, ist die Lage aus computerlinguistischer Sicht nicht aussichtslos. "Mit Hilfe der Vokabularanalyse können Sie Texte, die Sie schon einmal geschrieben haben, auf ihr persönliches Vokabular hin analysieren lassen", sagt Rieke Bacher von Linguatec. Das gilt auch für die Software "Dragon Naturally Speaking 9" von Nuance.

Sowohl "Dragon Naturally Speaking" als auch "Voice Pro" arbeiten mit digitalen Diktiergeräten und drahtlosen Headsets zusammen. Während der Fahrt am Steuer aufgenommene Diktate lassen sich so automatisch in Text umwandeln.

"Voice Pro 11" von Linguatec kostet als "USB-Version" mit USB-Headset und Vokabular für EDV und Wirtschaft 199 Euro. Das Heimanwender-Standardpaket von "Dragon Naturally Speaking 9" ist für 99 Euro zu haben. Nuance vertreibt auch die zuvor von IBM verkaufte Software "IBM Via Voice". Als Standardversion kostet sie 99 Euro.