Technik

"Deep Impact"Komet unter Beschuss

04.07.2005, 07:25 Uhr

Am Montag ist wie geplant ein von der US-Raumsonde "Deep Impact" abgefeuertes Geschoss auf einen Kometen eingeschlagen. Der durch den Aufprall entstandene Krater dürfte Schätzungen zufolge so groß wie ein Fußballfeld sein.

Rund 134 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist am Montag ein von der US-Raumsonde "Deep Impact" abgefeuertes Geschoss auf einen Kometen eingeschlagen. Der durch den Aufprall entstandene Krater dürfte Schätzungen zufolge so groß wie ein Fußballfeld sein.

Begleitet vom Jubel der Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena traf das Geschoss um 7.52 Uhr MESZ den Himmelskörper, der etwa halb so groß wie der New Yorker Stadtteil Manhattan ist. "Wir haben den Kometen "Tempel 1" genau an der Stelle getroffen, an der wir wollten", sagte Don Yeomans vom Nasa Jet Propulsion Laboratory.

Die Forscher erhoffen sich von der Kollision neue Erkenntnisse über den Aufbau von Kometen und letztlich auch darüber, wie das Leben auf die Erde kam. Wichtige Ergebnisse soll dabei vor allem die Analyse des durch den Aufprall in einem großen Strahl nach oben geschleuderten Kometengesteins bringen, das sich bei der Entstehung des Sonnensystems vor Milliarden von Jahren gebildet hat. "Ich denke, wir haben schon jetzt ein ganz anderes Verständnis unseres Sonnensystems", sagte der Direktor des Nasa-Labors, Charles Elachi. Das Projekt übersteige alle Erwartungen.

Bereits am Samstagabend hatte die Raumsonde "Deep Impact" das kupferverstärkte Geschoss auf den Weg gebracht, das dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 37.000 Kilometer pro Stunde auf den Kometen zuraste. In den letzten zwei Stunden der 333 Millionen Dollar teuren Mission, nahm das Geschoss den Angaben zufolge vier Bilder pro Minute auf, die nun allesamt von den Experten ausgewertet werden können. "Deep Impact" beobachtete das Spektakel aus sicherer Entfernung, um Bilder und Daten zu sammeln. 3,7 Sekunden vor dem Aufprall leitete das Projektil die letzten Bilder an die Raumsonde und von dort an die Erde weiter. Darauf sind Nahaufnahmen der steinigen Oberflächenlandschaft des Planten zu sehen, einschließen mehrerer kleinerer kreisförmiger Krater.

"Wir haben alle Daten bekommen, nach denen wir hätten fragen können und das Wissenschaftsteam ist außer sich", sagte Yeomans. Die Aufgabe der Nasa-Experten besteht nun darin, die Fotos des Kometen sowie der ins All geschleuderten Substanzen auszuwerten und daraus Informationen über das Innenleben von "Temple 1" zu gewinnen - eine Arbeit, die den Angaben zufolge mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Kometen bestehen aus Gas, Staub und Eis aus den entferntesten Teilen des Sonnensystems. Wissenschaftler gehen seit langem davon aus, dass das Wasser durch Kometeneinschläge auf die Erde gebracht wurde.