Technik

Verdacht auf ProduktpiraterieRazzia auf der CeBIT

05.03.2008, 18:47 Uhr

Die weltgrößte Computermesse muss auch in diesem Jahr nicht auf das Dauerthema Patentschutz verzichten: Am dritten Tag der Messe kam die Polizei und machte Halt an einem chinesischen Stand.

Auf der Computermesse CeBIT in Hannover haben Polizei und Staatsanwaltschaft zu einem umfangreichen Schlag gegen mutmaßliche Produktpiraten ausgeholt. Es bestehe der Verdacht der Patentrechtsverletzung, so ein Polizeisprecher. Mehrere Stände chinesischer Hersteller seien durchsucht worden. Einzelheiten sollen jedoch erst am Donnerstag bekanntgegeben werden. Laut Medienberichten wurde der Stand eines chinesischen Smartphone-Herstellers am Vormittag geschlossen.

Kriminalpolizisten in Zivil sollen Geräte und Werbematerial beschlagnahmt haben. Der Hersteller präsentiert am Stand ein Telefon, das äußerlich dem iPhone von Apple ähnelt. Eine Managerin der Firma erklärte, bei der Polizeiaktion sei es nicht um das Handy, sondern um ein anderes Gerät der Firma - einen tragbaren MP3-Player - gegangen. Es gebe "Diskussionen" um Lizenzen. Am späten Nachmittag war der Messestand der Firma wieder besetzt, Mitarbeiter stellten das Smartphone vor, nicht jedoch den MP3-Player.

Produktpiraterie ist seit Jahren ein Thema auf der CeBIT. 2007 hatte der Zoll eine ganze Kleinbusladung möglicher Plagiate sichergestellt. Auch damals hatte sich der Verdacht gegen chinesische Hersteller gerichtet. Die Durchsuchungen in diesem Jahr seien weitaus umfangreicher gewesen, sagte der Polizeisprecher.