Hotelgutscheine aus dem InternetTausende Urlauber betrogen
Hotelbetreiber haben auf betrügerische Weise tausende Urlaubsgutscheine im Internet versteigert. Gelockt wurde mit Wellness-Wochenenden und Candle-Light-Dinner.
Im Bayerischen Wald hat erneut ein Hotelier auf betrügerische Weise hunderte Urlaubsgutscheine im Internet versteigert. Der 42-Jährige hat knapp 1200 Gutscheine für Kurzurlaube verkauft, obwohl seine beiden kleinen Hotels in Bodenmais und Prackenbach so viele Gäste gar nicht aufnehmen könnten. Der Mann sitze inzwischen in Regensburg in Untersuchungshaft, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Der Hotelbetreiber soll auch in Sachsen-Anhalt Urlauber geprellt haben. Die Ermittler gehen von bis zu 3500 Fällen aus. Bei den Vernehmungen gab er die Vorwürfe weitgehend zu.
Von der 58 Jahre alten Hotelchefin aus Grafenau, die nach bisherigen Ermittlungen mit einer ähnlichen Masche mindestens 1650 Kunden aus ganz Deutschland betrogen haben soll, fehlt unterdessen jede Spur. Nachdem die Geschäftsführerin verschwunden ist, musste das Hotel geschlossen werden. Die Stadt rechnet mit zahlreichen Gästen, die in der Wintersaison mit wertlosen Gutscheinen nach Niederbayern reisen werden. Die 58-Jährige soll bei den Internetauktionen Gutscheine für Wellness-Wochenenden zum Preis von 35 bis 120 Euro verkauft haben.
Mit solchen Angeboten lockte auch der Hotelchef in Bodenmais seine Kunden, die durchschnittlich 50 Euro an den 42-Jährigen überwiesen. Dafür wurden ihnen beispielsweise zwei Übernachtungen mit Ausflügen, Candle-Light-Dinner und Saunabenutzung versprochen. Einige Kunden waren von den "Schnäppchen" so begeistert, dass sie bis zu zehn Gutscheine bestellten. Dabei war der Mann so dreist, dass er selbst nach einem Brand in einem der gepachteten Hotels noch Gutscheine für das Haus verkaufte, obwohl die Behörden ihm den Hotelbetrieb verboten hatten.