"Now this looks like a job for me, so everybody just follow me" - auf einen Streifzug durch Eminems Welt.Bild 1 von 50 Fangen wir hinten an: Sollte der Rapper seine Ankündigung wirklich wahr machen, das Mikrofon ein für allemal an den Nagel zu hängen und die Bühne künftig anderen zu überlassen, ginge eine der steilsten Musikkarrieren der vergangenen Jahre zu Ende.Bild 2 von 50 Und eine der ungewöhnlichsten. Während weißer Rap etwa in Deutschland längst gang und gäbe ist, bildet Eminem in der amerikanischen HipHop-Szene noch immer die Ausnahme.Bild 3 von 50 Seit den Tagen von Grandmaster Flash und Co - den Urvätern der Szene - ist HipHop in den USA fest in schwarzer Hand.Bild 4 von 50 Eminem jedoch schafft es, bis heute weltweit nahezu 70 Millionen Platten zu verkaufen - davon allein rund 30 Millionen in den USA.Bild 5 von 50 Die Preise, die er abgeräumt hat, dürften kaum noch auf einen Kamin-Sims passen - ob bei den Brit Awards, ...Bild 6 von 50 ... bei der Grammy-Verleihung ...Bild 7 von 50 ... und den MTV Music Awards natürlich sowieso.Bild 8 von 50 Grund dafür ist einerseits zweifelsohne sein Talent, aber auch sein gezielter Einsatz von Provokation. Doch dazu später mehr.Bild 9 von 50 Was fällt Ihnen zu Detroit ein? Nun, vielleicht die Auto-Show. Die glitzernde Welt PS-starker Schlitten ist so ziemlich das exakte Gegenteil der Welt, in der Eminem - mit bürgerlichem Namen Marshall Bruce Mathers - aufwächst.Bild 10 von 50 Geboren in einem Vorort von Kansas City, verschlägt es ihn an der Seite seiner allein erziehenden Mutter nach mehreren Umzügen in ein von Schwarzen dominiertes Armenviertel in der Detroiter Eastside. Hier legt er den Grundstein für seine spätere Karriere - und für den Hass auf seine Mutter.Bild 11 von 50 Über Bands wie die Beastie Boys (im Bild) oder N.W.A. findet er zum HipHop. Mit 15 Jahren beginnt er, eigene Texte zu verfassen und in Clubs aufzutreten. Bereits zur gleichen Zeit lernt er seine spätere Frau Kimberly kennen.Bild 12 von 50 Anfangs nennt er sich - in Anlehnung an seinen richtigen Namen Marshall Mathers - M&M. Da er jedoch fürchtet, mit dem Hersteller gleichnamiger Schoko-Linsen in Konflikt zu geraten, wandelt er sein Pseudonym später zu Eminem (em and em, alles klar?!).Bild 13 von 50 Vor allem Reim-Wettkämpfe - die "Battles" - haben es dem damaligen M&M angetan. Seine Erlebnisse aus dieser Zeit wird er später in dem halb-biografischen Film "8 Mile" aufarbeiten.Bild 14 von 50 Dem jungen Marshall gelingt es, trotz weißer Hautfarbe Anerkennung in der Szene zu finden. Wie es sich für einen anständigen Rapper gehört, wird er Mitglied einer Posse: D12. Ihre Mitglieder sichern sich gegenseitige Unterstützung zu. D12 bleibt auch während seiner Solo-Karriere Eminems zweite musikalische Heimat.Bild 15 von 50 1995 wird Marshall Mathers im Alter von 23 Jahren Vater. Seine Tochter Hailie kommt zur Welt. Zugleich scheitert sein erster Versuch, sein musikalisches Talent zu Geld zu machen, um seine Familie zu ernähren. Das in Eigenregie entstandene Album "Infinite" floppt.Bild 16 von 50 Die Wende kommt, als Szene-Ikone und Label-Chef Dr. Dre auf den Nachwuchskünstler - mittlerweile namens "Eminem" - aufmerksam wird.Bild 17 von 50 Dr. Dre nimmt Eminem unter Vertrag, wird zum Ziehvater und Mentor des Musikers.Bild 18 von 50 Das Ergebnis: Bereits die erste Single "My Name is" aus der LP "Slim Shady" wird weltweit zum Charterfolg. In der Rolle seines Alter Egos gleichen Namens wie das Album schlägt Eminem verbal um sich und disst so ziemlich alles und jeden, der nicht bei Drei auf den Bäumen ist.Bild 19 von 50 Die Provokation kommt an - und verkauft sich. Weder Christina Aguilera ...Bild 20 von 50 ... noch Britney Spears, ...Bild 21 von 50 ... Limp-Biskit-Sänger Fred Durst ...Bild 22 von 50 ... oder Everlast sind vor ihm sicher. Der Streit mit dem Ex-Mitglied der Band House of Pain eskaliert sogar so weit, dass es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen ihm und Mitgliedern von D12 kommt.Bild 23 von 50 Eine gepflegte Dauerfeindschaft unterhält Eminem insbesondere zu Moby, seit dieser im Zusammenhang mit Kritik an gewaltverherrlichenden und frauenfeindlichen Texten auch "Slim Shady" erwähnt hat.Bild 24 von 50 Moby kann sich in der Folge auf den Kopf stellen, um den Konflikt zu entschärfen. Eminem drischt bei jeder Gelegenheit auf ihn ein, beschimpft ihn etwa öffentlich als "Mädchen" und "Faggot" ("Schwuchtel").Bild 25 von 50 Natürlich stoßen derartige Verbalattacken nicht nur auf Zustimmung. Bei der Grammy-Verleihung 2001 finden sogar Demonstrationen gegen eine Preisvergabe an Eminem statt. Homosexuelle fühlen sich von ihm verunglimpft.Bild 26 von 50 Anfangs noch störrisch, tritt der Musiker schließlich kleinlauter geworden den Rückzug an. Der Ausdruck "Faggot" habe für ihn keine sexuelle Konnotation, beteuert er. Vielmehr benutze er ihn als Synonym für "Weichei" oder "Verlierer". Gemeinsame Auftritte mit dem bekennenden Schwulen Elton John ...Bild 27 von 50 ... sollen dies untermauern. Als Eminem bei der Grammy-Verleihung 2001 seinen Hit "Stan" zum Besten gibt, singt John den Part des Songs, ...Bild 28 von 50 ... den normalerweise die britische Popsängerin Dido übernimmt. Denn auch das ist Eminem - in dem gefühlvollen "Stan" reflektiert er seine Verantwortung als Popstar.Bild 29 von 50 Doch das bleibt eher die Ausnahme. Nicht nur Mitglieder seiner musikalischen Zunft haut Eminem in die Pfanne. Auch mit den Menschen in seinem privaten Umkreis rechnet er schonungslos ab.Bild 30 von 50 Im Herbst 1999 hatte der Sänger seine Freundin Kimberly geheiratet. Die Ehe zerbricht jedoch rund zwei Jahre später. Nach einem Selbstmordversuch reicht Kimberly die Scheidung ein.Bild 31 von 50 Der Streit zwischen den einstigen Eheleuten eskaliert weiter, als Eminem beginnt, die Mutter seiner Tochter in seinen Texten anzugreifen. Schließlich jedoch zieht Kimberly eine Klage zurück - das Paar beginnt sich wieder anzunähern.Bild 32 von 50 Das Verhältnis zu seiner Mutter dagegen bleibt gestört. Eminem bezeichnet sie als "Dope-rauchende Hure" und schaufelt ihr im Video zu "Cleaning out my closet" ein symbolisches Grab. Eine 10-Millionen-Dollar-Klage der verarmten Frau gegen ihren Sohn bleibt erfolglos. Sie gibt sich mit 25.000 Dollar zufrieden.Bild 33 von 50 Dass es im Business der Rap-Musik, in dem es nicht zuletzt auch um Geld geht, nicht immer nur bei verbalen Provokationen bleibt, belegen die Beispiele von 2Pac (Foto) und Notourious B.I.G., die im Streit verschiedener Gangs erschossen wurden.Bild 34 von 50 2001 steht Eminem vor Gericht, weil er einen Mann mit einer nicht registrierten Waffe bedroht hatte, der seine Noch-Ehefrau Kimberly geküsst haben soll. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.Bild 35 von 50 Eminem bekennt sich schuldig - und kommt mit zwei Jahren auf Bewährung davon.Bild 36 von 50 Auch die Auseinandersetzung mit Rapper Ja Rule zwei Jahre später verdeutlicht, dass die Provokation in der Szene oft ein Spiel mit dem Feuer ist. Ja Rule bricht einen "Ehrenkodex" und greift in einem Song auch Eminems Tochter an.Bild 37 von 50 Bereits ein Jahr zuvor ist Eminem in "8 Mile" in den Kinos zu sehen. Für das Lied "Lose Yourself" darin erhält Eminem einen Oscar für den besten Original-Song.Bild 38 von 50 Aber auch Story und schauspielerische Leistung von Eminem in dem Film werden von Kritikern lobend gewürdigt.Bild 39 von 50 Im Präsidentschaftswahlkampf 2004 bezieht der Rapper Stellung gegen US-Präsident George W. Bush. Im Video zu "Mosh" ruft er zur Stimmabgabe auf. Nach der Wiederwahl Bushs wurde das Video geändert - statt zu wählen, stürmen die Bürger in dem Clip nun den Senat.Bild 40 von 50 Die Jahre im harten Musik-Business gehen auch an Eminem nicht spurlos vorüber. Im September 2005 begibt er sich in eine Entzugsklinik. Offenbar hat er Schlafmittel missbraucht. Eine für September des Jahres geplante Europa-Tournee wird abgesagt.Bild 41 von 50 Wenig später kündigt er an, sich von der Bühne zurückzuziehen und sich stattdessen verstärkt seinem Privatleben - allem voran seiner Tochter Hailie - widmen zu wollen.Bild 42 von 50 Statt im Rampenlicht will er künftig nur noch hinter den Kulissen wirken, etwa bei dem mittlerweile von ihm gegründeten Label "Shady Records", bei dem unter anderem 50 Cent unter Vertrag steht.Bild 43 von 50 Mit ausschlaggebend für die Entscheidung dürfte die Versöhnung mit Kimberly gewesen sein, die das Paar im Dezember 2005 bekanntgibt.Bild 44 von 50 Auch Kimberly hat harte Zeiten durchgemacht. Auch sie wurde in einer Entzugsklinik wegen Drogenmissbrauchs behandelt.Bild 45 von 50 Was noch vor wenigen Monaten wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte, wird wahr: Für Marshall und Kimberly Mathers läuten die Hochzeitsglocken - zum zweiten Mal. Doch trotz ihres Einsatzes sogar in Helikoptern - die Journalisten bekommen nicht viel davon zu sehen.Bild 46 von 50 Das ist alles, was der Star für sie übrig hat.Bild 47 von 50 Gemeldet wird lediglich, dass in Limousinen wie diesen enge Freunde Eminems, darunter natürlich die Jungs von D12 und Kumpel 50 Cent, zur Trauung vorfuhren.Bild 48 von 50 Ist nun also sechs Jahre nach "Slim Shady", der Veröffentlichung dreier weiterer Solo-Alben, des Soundtracks zu "8 Mile" und der Best-Of-Scheibe "Curtain Call" wirklich endgültig Schluss?Bild 49 von 50 Daran sind doch Zweifel angebracht. Inzwischen gibt es auch schon wieder Andeutungen des Sängers, dass er möglicherweise nur eine Auszeit nehmen will. Vielleicht sehen wir ja stattdessen bald einen gereiften Eminem? (Fotos: AP, dpa, Universal Music)Bild 50 von 50