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Mittwoch, 21. März 2018

Endlich gebührend geehrt: Gary Oldman - vom Punk zum Premierminister

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Lange Zeit war der britische Schauspieler Gary Oldman auf die Rolle des Fieslings festgelegt. (hier in "True Romance", 1993) (Foto: imago/United Archives)

Lange Zeit war der britische Schauspieler Gary Oldman auf die Rolle des Fieslings festgelegt. (hier in "True Romance", 1993)

Lange Zeit war der britische Schauspieler Gary Oldman auf die Rolle des Fieslings festgelegt. (hier in "True Romance", 1993)

Er spielte den korrupten, drogenabhängigen Polizisten in "Léon - Der Profi" (1994) ...

... und versuchte als Terrorist in "Airforce One" (1997) den US-Präsidenten zu entführen.

In "Das fünfte Element" von Luc Besson (1997) war er Jean-Baptiste Emanuel Zorg, der Boss eines Wirtschaftsimperiums, der sich mit dem Bösen verbündet hat, ...

... in "JFK - Tatort Dallas" (1991) der mutmaßliche John-F.-Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald.

Zum ersten Mal auf der Kinoleinwand zu sehen war Oldman 1986 in "Sid und Nancy", ... (mit Courtney Love als Gretchen und Chloe Webb als Nancy, v.l.)

... einem Film über Sid Vicious, den Bassisten der Punkband Sex Pistols. Für seine "authentische Interpretation" bekam er schon damals viel Lob von Filmkritikern.

Anfang der 2000er-Jahre brach seine Karriere kurz ein, im Zusammenhang mit der Endfassung von "Rufmord - Jenseits der Moral". Der bekennende Republikaner Oldman (er war Anfang der 90er in die USA gezogen) hatte die Produzenten von DreamWorks kritisiert: Das pro-demokratische Führungsteam um Steven Spielberg habe Regisseur Rod Lurie zu einer Schnittfassung genötigt, ...

... die die Republikaner diffamiere und wie ein Werbefilm für die Demokraten wirke. Er glaubte, seine Rolle des Republikaners Sheldon Runyon sei im Originalskript positiver dargestellt gewesen. Nach den Kontroversen wurde Oldman für einige Jahre auf Hollywoods Schwarze Liste gesetzt und ...

... er spielte nur in ein paar kleineren Filmen mit. Erst seine Rolle des Sirius Black in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" (2004) ...

... und in folgenden Potter-Filmen brachte ihm wieder größere Erfolge und damit sein Comeback.

Eine seiner bekanntesten Rollen ist wohl die des Grafen Dracula in "Bram Stoker’s Dracula" von Francis Ford Coppola (1992).

Für einige seiner Rollen hätte er durchaus einen Oscar verdient, nun endlich, kurz vor seinem 60. Geburtstag am 21. März 2018, hat er ihn bekommen - für ...

... seine Darstellung des britischen Nationalhelden und ehemaligen Premierministers Winston Churchill ...

... im Historien-Drama "Die dunkelste Stunde".

Ganz Brite und guter Sohn war Oldman in seiner Dankesrede bei der Oscar-Verleihung am 4. März: "Setz das Teewasser auf - ich bringe einen Oscar mit!" sagte er an seine Mutter gerichtet.

"Es war eine bewusste Entscheidung, den Guten zu spielen", meinte Oldman im vergangenen Jahr zu seiner Rolle als Churchill. "Was für ein Geschenk, ...

... die Chance zu haben, diesen Mann zu spielen und die Worte 'Blut, Tränen und Schweiß' zu sagen." Für die Interpretation dieser berühmten Churchill-Rede soll es in britischen und US-Kinos mitunter sogar Beifall gegeben haben.

Oldman, der seit September 2017 in fünfter Ehe mit der Autorin und Kunstkuratorin Gisele Schmidt verheiratet ist, ...

... begeisterte Zuschauer und Kritiker mit seiner Darstellung, die trotz Maske und Polsteranzug authentisch wirkte. "Gary Oldman ist großartig als Churchill", schrieb die Zeitung "Guardian".

Das britische Filmmagazin "Empire" schwärmte: "Churchills dunkelste Stunde ist Gary Oldmans Sternstunde". Für seine Leistung ...

... wurde er auch mit dem Golden Globe ...

... und dem britischen Filmpreis Bafta ausgezeichnet.

Die Mitglieder der Academy, die in den vergangenen Jahren nicht immer dem Trend der Golden Globes folgten, sahen es in diesem Fall genauso und verliehen Gary Oldman die begehrte Trophäe endlich - im zweiten Anlauf.

Denn schon 2012 hatte er für seine Hauptrolle im Agententhriller "Dame, König, As, Spion" eine Oscar-Nominierung erhalten. (Damals ging der Academy Award aber an den Franzosen Jean Dujardin, "The Artist".)

Die Tatsache, dass der so oft übersehene Oldman nun endlich mit dem verdienten Oscar geehrt wurde, macht die Feier zu seinem 60. mit seiner Familie - hier mit seiner Frau und seinen Söhnen Gulliver (l.) und Charlie - vielleicht noch ein bisschen rauschender. (abe/dpa)

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