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Samstag, 19. Mai 2018

Androgyne, extravagante Rebellin: Grace Jones - ein Gesamtkunstwerk wird 70

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Sie hat ihre Autobiografie veröffentlicht, ... (Foto: imago/Future Image)

Sie hat ihre Autobiografie veröffentlicht, ...

Sie hat ihre Autobiografie veröffentlicht, ...

... es gibt einen Dokumentarfilm über sie, "Bloodlight and Bami" (der im Januar 2018 in die Kinos kam und kürzlich auf DVD/Blu-ray erschienen ist), ...

... und ein neues Album ist in Arbeit: Grace Jones wird am 19. Mai 2018 zwar bereits 70 Jahre alt, aber zur Ruhe setzt sie sich nicht - ihr Terminkalender könnte kaum voller sein.

Alter? "Mein Gott, dieses Wort benutzte ich nicht. Ich nenne es Weisheit", sagte sie erst kürzlich dem "Guardian".

Seit mehreren Jahren arbeite sie bereits an dem neuen Album. "Zwischen dem Buch, den Auftritten und dem Film mussten wir es immer wieder verschieben. Aber es ist sehr, sehr stark."

Jones ist ein Gesamtkunstwerk. Die exzentrische Diva ...

... feierte schon mit Andy Warhol ...

... im legendären New Yorker Club "Studio 54", wurde mit ihrem extravaganten, androgynen Aussehen und Disco-Songs zum Star der Homosexuellen-Szene, ...

... modelte für die "Vogue" und spielte neben "James Bond" Roger Moore 1985 in "Im Angesicht des Todes".

Auch mit 70 pflegt sie ihre Star-Allüren.

Ins Laufsteg-Business zieht sie allerdings nichts mehr. (Bild: 1999 für Paco Rabanne)

"Ich bin so froh, dass ich das heutzutage nicht mache. ... (mit den Sister Sledge, Gloria Gaynor und Chaka Khan 2012 bei einer Modenschau in Paris)

... Ich wäre wahrscheinlich tot. Alle sind so dünn. Mit Größe 34 ist man doch eine wandelnde Leiche. Überhaupt nicht sexy. ...(2000 bei der Fashionweek in London)

... Ich war damals Größe 36 oder 38, aber meine Schultern sind breit, das war schwierig, in die Sachen hineinzupassen. ...(bei der London Fashion Week 1999)

... Heutzutage würde ich wahrscheinlich in die Laufsteg-Sachen überhaupt nicht mehr reinpassen." (bei der New York Fashion Week 2009)

Geboren wurde Jones 1948 als Grace Mendoza in dem kleinen Ort Spanish Town nahe der jamaikanischen Hauptstadt Kingston. Ihr Vater war Politiker und Priester. (Bild: Elizabeth II. 1953 bei einem Besuch in Spanish Town)

Die Eltern zogen bald in den US-Bundesstaat New York und holten Jones und ihre Brüder in den 1960er-Jahren nach. (Bild: Jones 1978 unter anderem mit Andy Warhol bei einem Wohltätigkeitslauf durch den New Yorker Central Park)

Jones studierte Theater, bekam erste Film- und Fernsehrollen und schließlich auch einen Plattenvertrag.

Songs wie "I Need a Man" oder "Do or Die" wurden zu Disko-Hits. (1979 im "Studio 54")

Nebenbei modelte die langbeinige Schönheit, wurde von Künstlern wie Andy Warhol und Keith Haring und Star-Fotografen wie Helmut Newton porträtiert.

Auch mit ihrem Temperament macht Jones Schlagzeilen. Einen britischen Talkshow-Moderator schlug sie, als er ihr den Rücken zudrehte. (Bild von 1984)

"Ich habe mich geändert und bin nicht mehr so ungeduldig, wie ich früher einmal war", sagt sie heute. (Bild von 1991)

"Früher habe ich Menschen einfach geschlagen, wenn ich nicht mochte, was sie gesagt haben. Einfach so. Bam - halt die Klappe. Ich war schlimm." (1985 in "Im Angesicht des Todes")

Ihre Allüren pflegt sie aber weiterhin. Vor Anbruch ...

... der Dunkelheit stehe sie nicht für Interviews oder Auftritte zur Verfügung, heißt es in der Branche.

Sie lebe in ihrer eigenen Welt, auch "Graceland" genannt, ernähre sich fast nur von Champagner und Austern (die sie selbst aufknackt) ...

... und verreise stets mit Dutzenden Koffern voller Kleider.

Zwei Ehen scheitern. Am stolzesten sei sie heute auf ihren einzigen Sohn Paulo (im Bild, 2009), der auch in ihrer Band mitspielt, und auf ihre Enkeltochter Athena, sagte Jones einmal.

Aber auch zu all ihren Fehlern stehe sie offen. "Ich mag keine Menschen, die Dinge verstecken. ... (1984 in "Conan, der Zerstörer")

... Wir sind nicht perfekt, wir haben alle Dinge, die andere Menschen möglicherweise nicht sehen wollen, aber ich zeige gerne meine Fehler." (2015 beim Konzert in Heaton Park, England)

Sohn Paulo entstammt übrigens ihrer Beziehung zu dem französischen Grafikdesigner, Fotografen und Werbefilmregisseur Jean-Paul Goude (im Bild, 2009). Sie trafen sich Ende der Siebziger in New Yorks Disco-Szene, verbrachten viel Zeit miteinander, ...

... arbeiteten auch zusammen. Er gestaltete ihre Bühnenshows und ihre Albumcover, ...

... auch dieses Video von 1982 mit lauter Grace-Jones-Doubles drehten sie zusammen. Ihre Beziehung endete, als Jones schwanger wurde (Paulo wurde im November 1979 geboren).

Aber sie gingen nicht im Bösen auseinander - "we're still very friendly", sagte Goude 2007 dem Journal WWD.

Auch im Nachtclub lernte sie Anfang der Achtziger den schwedischen Riesen Dolph Lundgren kennen, der dort als Türsteher arbeitete. Sie engagierte ihn als Bodyguard ...

... und sie begannen eine Beziehung. Sie verschaffte ihm 1985 eine kleine Rolle in ...

... "Im Angesicht des Todes". Danach fasste Lundgren zunehmend Fuß im Film; er spielte unter anderem ...

... Ivan Drago, den Gegner von Sylvester Stallone als Rocky Balboa.

Geheiratet hat Grace Jones aber nicht Lundgren, sondern 1989 den Musiker und Produzenten Chris Stanley. Die Ehe wurde 1991 wieder geschieden.

1996 dann heiratete Jones ihren Bodygard Atila Altaunbay, aber auch diese Ehe scheiterte - sie bestand bis 2004. (Bild: Jones 1996 beim Wiener Opernball mit Richard Lugner und dessen Frau Christine)

Derzeit ist Grace Jones wohl Single - jedenfalls ist kein aktueller Mann an ihrer Seite bekannt. Aber ihr Leben ist auch so sehr ausgefüllt.

Wie lange sie ihr volles Programm noch weitermachen ...

... und dabei so blendend aussehen kann?

Ein Ende sei nicht absehbar, sagt Jones.

Schönheitsoperationen lehnt sie ab. "Ich lasse mich nicht aufschneiden." Ihr Aussehen sei einfach genetisch. Und außerdem: "Ich rebelliere immer. Ich denke nicht, dass ich je aufhören werde." (abe/dpa)

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