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Mittwoch, 14. Februar 2018

Margrethes schwieriger Ehemann : Prinz Henrik ist tot

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Das dänische Königshaus trauert um Prinz Henrik. (Foto: dpa)

Das dänische Königshaus trauert um Prinz Henrik.

Das dänische Königshaus trauert um Prinz Henrik.

Der Ehemann von Königin Margrethe II. starb im Schloss Fredensborg, das im Norden der Insel Seeland gelegen ist. Henrik wurde 83 Jahre alt.

In unserem nördlichen Nachbarland sind die Flaggen auf Halbmast.

Der Leichenwagen fährt vor.

An Henriks Sterbebett waren die engsten Angehörigen versammelt.

Dazu gehörte seine Frau, die bereits auf das Schlimmste gefasst war.

Auch Kronprinz Frederik war zugegen. Der 49-Jährige war von den Olympischen Winterspielen in Südkorea nach Hause gereist, um seinen Vater noch einmal zu sehen.

Margrethes und Henriks zweitältester Sohn Joachim stand seinem Vater ebenfalls in dessen letzten Stunden bei.

Henrik war bereits im vergangenen Jahr mehrmals im Krankenhaus. Er wurde unter anderem wegen Arteriosklerose, einer Verengung der Schlagadern, behandelt.

Zudem litt er seit geraumer Zeit an Demenz. Der Hof gab dies erst im September des vergangenen Jahres bekannt.

Zuletzt ging es Prinz Henrik immer schlechter. Nach einem Aufenthalt in Ägypten wurde er ins Kopenhagener Rigshospitalet eingeliefert.

Dort diagnostizierten die Ärzte einen Tumor im linken Lungenflügel. Zunächst zeigte sich die Familie erleichtert, weil er gutartig war. Aber Henrik war bereits zu schwach.

Königin Margrethe - hier bei einem Besuch in der Klinik - musste zur Kenntnis nehmen, dass der Tod ihres Mannes naht.

Deshalb beschloss sie gemeinsam mit Kronprinz Frederik (hier mit seiner Familie) und Prinz Joachim, Henrik nach Hause ins Schloss Fredensborg bringen zu lassen.

50 Jahre lang waren Margrethe und Henrik verheiratet. Am 10. Juni 2017 feierten sie Goldene Hochzeit.

Allerdings lebte der am 11. Juni 1934 als Henri Marie Jean André Graf de Laborde de Monpezat geborene Henrik seit 2016 weitgehend zurückgezogen von der Öffentlichkeit.

Der Franzose - hier ein Archivbild von 1968 - haderte mit seiner Stellung am dänischen Königshof.

Vor Margrethes Krönung 1972 verlief die Ehe noch unkompliziert. Beide freuen sich über den 1968 geborenen Sohn Frederik.

Die Thronfolge für die Zeit nach Margrethes Regenschaft ist gesichert.

Henrik hoffte, an der Seite seiner Frau König zu werden.

Er wechselte von der katholischen zur evangelischen Kirche. Er nahm auch die dänische Staatsangehörigkeit an und verzichtete auf die französische.

Am 14. Januar 1972 starb König Frederik IX. (rechts), Margrethes Vater.

Einen Tag später wurde Margrethe II. gekrönt. Ministerpräsident Jens Otto Kragh feierte das neue Staatsoberhaupt.

Nach Queen Elizabeth II. ist Margrethe die dienstälteste Regentin in Europa.

Aber Henrik - hier 1974 mit den Söhnen Frederik (links) und Joachim - blieb die Königswürde verwehrt. Er behielt seinen Titel Prinzgemahl. Das war unter Henriks Würde.

Zudem tat er sich schwer mit dem Erlernen der dänischen Sprache. Er sprach bis zuletzt mit starkem französischen Akzent.

Das kam bei den Dänen nicht gut an. Henrik hatte keinen leichten Stand bei ihnen.

Er schrieb in seiner Autobiografie über die schwere Zeit. "Mein Dänisch war schwankend, ich bevorzugte Wein statt Bier, Seidenstrümpfe statt Stricksocken, Citroen statt Volvo, Tennis statt Fußball."

Prinz Henrik fühlte sich als Ehemann einer Königin diskriminiert und äußerte das auch öffentlich. Er forderte eine protokollarische Gleichstellung als "Königgemahl", die ihm allerdings verwehrt wurde. Er blieb Prinzgemahl, den Titel legte er 2016 ab.

Eine Forderung, die dem Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., Prinz Philip, nie in den Sinn gekommen wäre. Dieser akzeptiert seit Jahrzehnten, dass er bei wichtigen Anlässen hinter seiner Frau gehen muss.

Weil Henrik sich in Dänemark nicht respektiert fühlte, zog er sich immer wieder auf sein Weingut in Südfrankreich zurück. Statt protokollarischen Aufgaben im kühlen Dänemark nachzukommen, spazierte er lieber über das Anwesen seines Schlosses Chateau de Cayx.

Im Ausland pries er die Vorzüge des französischen Weins. 2005 wurde er im Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach vom Weinmagazin "Wein Gourmet" mit dem Wine Award "Weingourmet des Jahres 2005" ausgezeichnet.

Stolz präsentierte er den ihm verliehenen Preis.

Königin Margrethe kämpfte um ihre Ehe und reiste zu ihrem Mann. Sie überredete den stolzen Franzosen, wieder zurück nach Dänemark zu kommen.

Mit dabei hatte sie einen ihrer Dackel.

Henrik - hier mit der niederländischen Königin Maxima - ließ sich überreden. Dennoch wurde er in dem nordeuropäischen Land nie richtig glücklich. Der Prinz blieb aber Margrethes innigster Vertrauter.

Henrik war der Mann, der immer für Überraschungen gut war. Dem 75. Geburtstag seiner Frau am 16. April 2015 blieb er fern und verbrachte ihn lieber alleine in Frankreich. Kurze Zeit später war er wieder an der Seite der Monarchin.

Wie seine Frau war Henrik ein sehr kunstinteressierter Mensch. Unter dem Pseudonym H.M. Vejerbjerg übersetzte er 1981 gemeinsam mit der Königin einen Roman von Simone de Beauvoir vom Französischen ins Dänische.

Prinz Henrik schrieb auch mehrere Kochbücher. Zudem beschäftigte er sich mit der Bildhauerei. Von ihm gibt es mehrere Skulpturen, die im Park von Schloss Marselisborg aufgestellt sind.

Henrik hatte viele Interessen. So spielte er sehr gut Klavier. Außerdem war er in seiner Freizeit leidenschaftlicher Regattasegler. 2012 war allerdings Schluss damit.

Zudem war er ein liebevoller Großvater. Hier weiht Henrik gemeinsam mit Enkelsohn Christian im Kopenhagener Zoo das Elefantenhaus ein.

Gemeinsamer Auftritt mit der Königin und der Familie von Kronprinz Frederik im Juli 2017 in Grasten.

Von Prinz Henrik bleibt auch ein politisches Vermächtnis. Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen würdigte ihn als uniken Repräsentanten seines Landes. "Er meisterte auf die beste Art dänischen Humor und Selbstironie."

Für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war Prinz Henrik ein Förderer der französisch-dänischen Freundschaft. Er sei darauf bedacht gewesen, dass die französische Sprache weiterhin am dänischen Königshof benutzt und in Dänemark unterrichtet werde.

Auch in Deutschland war der Prinzgemahl zu Besuch. 2012 besuchte er im mecklenburgischen Wismar eine Schauwerkstatt zur Backsteinproduktion. Henrik verewigte sich auf einem Lehmziegel, den er eigenhändig angefertigt hatte.

Henrik engagierte sich in zahlreichen Organisationen. Er war Vorsitzender mehrerer Stiftungen und Komitees. So stand er dem WWF Dänemark vor.

Mit seinem Tod hinterlässt der eigenwillige Prinz eine große Lücke. (wne)

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