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Samstag, 26. Dezember 2015

Vom Aussterben bedroht: Cover Art: So beeindruckend kann Musik aussehen

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Seit dem Durchbruch der Vinylplatten vor rund 60 Jahren wurden die Albenhüllen selbst zum ästhetischen I-Tüpfelchen auf dem Musikvergnügen. (Foto: imago/ZUMA Press)

Seit dem Durchbruch der Vinylplatten vor rund 60 Jahren wurden die Albenhüllen selbst zum ästhetischen I-Tüpfelchen auf dem Musikvergnügen.

Seit dem Durchbruch der Vinylplatten vor rund 60 Jahren wurden die Albenhüllen selbst zum ästhetischen I-Tüpfelchen auf dem Musikvergnügen.

Zierten die ersten Plattenhüllen oft noch Fotoreproduktionen der Interpreten, wurde Cover-Gestaltung als Kunstform Mitte der 1960er-Jahre immer wichtiger.

Dabei ging es nicht bloß darum, die Platte an den Mann zu bringen. Optik formte das Image einer Band, mit der Bildsprache sollte bereits auf Musikstil und Inhalte von Songtexten verwiesen werden. Wer sich bei der Gestaltung des Covers Mühe gab, sicherte dem Album Wiedererkennungswert. So blieb das Produkt auch dann in Erinnerung, wenn die Radiostationen Songs der Platte nur noch selten spielten.

Mit dem Revival des Mediums Vinyl wuchs auch das Interesse an aufwendigen Albenhüllen wieder. Der Kunstverein Ludwigsburg zeigt noch bis zum 14. Februar Originalzeichnungen und Gemälde einiger der bedeutendsten Cover-Art-Künstler aller Zeiten. "Cover Art - Eine aussterbende Gattung?" heißt die Ausstellung.

Unvergessen sind die Platten, bei deren Gestaltung Pop-Art-Ikone Andy Warhol seine Finger im Spiel hatte. Sein Bananendruck für die Gruppe "The Velvet Underground" hat sich ins Gedächtnis eingeprägt, ...

... ebenso wie der Reißverschluss auf "Sticky Fingers" von den Rolling Stones. Für Letzteres hatte Warhol verschiedene Männermodels in Jeans und Unterhose fotografiert. Der Kunstverein zeigt die Polaroids von dem Shooting.

Außerdem zu sehen: Warhols Cover für Billie Holiday.

Auch Klaus Voormann machte sich mit Albumhüllen einen Namen. Von ihm sind im Kunstverein vorrangig grafische Arbeiten wie das Schlangenbild für die Punkrockband Turbo Negro ...

... oder diese charmante Szene für Spooky Tooth zu sehen.

In die Kategorie fällt auch sein Entwurf für Ringo Starrs drittes Studioalbum "Ringo", der jedoch so nicht übernommen wurde.

Voormanns einprägsamste Arbeit allerdings dürfte die Gestaltung des Beatles-Albums "Revolver" gewesen sein. Das Magazin "Rolling Stone" wählte das Design auf Platz 7 der besten Plattencover aller Zeiten.

In deutlich abweichendem Stil gestaltete Voormann das Album "Picasso's Party" der Dogs of Bali.

Zu den bekanntesten "Sleeveart"-Künstlern zählt auch Roger Dean. Der Brite verband immer wieder gekonnt Malerei und Musik mit utopisch-futuristischen Landschaftskonstrukten.

Diese ungewöhnlichen Naturgegebenheiten beispielsweise zierten das Cover des Live-Albums "Progeny: Seven Shows from Seventy-Two" von Yes.

Für die Rockband gestaltete Dean auch das Logo.

Mati Klarwein malte Porträts von John F. Kennedy, Jimi Hendrix oder Marilyn Monroe, er erbaute eine kubische Kirche für alle Religionen und er gestaltete Albencover.

Santana verwendete sein berühmtes Werk "Annunciation" für sein Album "Abraxas", für den Jazz-Musiker Miles Davis bebilderte Klarwein das Album "Live-Evil" (im Bild).

Dirk Rudolph spielte zunächst in Punkbands, wurde dann Grafikdesigner und entwarf Plattencover für die Scorpions, Bushido, Rammstein oder die Toten Hosen. Für Letztere gestaltete er die Hülle für das fünfte Live-Album der Band "Der Krach der Republik". Sein Namensvetter ...

... Dirk Bonsma gestaltete nicht nur Cover für Tonträger, sondern auch Rockposter. Diese Arbeit gehört aber zu einem Album, nämlich zu "Ticket out of Town" von den Lombego Surfers.

Gut repräsentiert ist im Kunstverein der Heavy Metal. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Arbeiten von Wes Benscoter gelegt. Der US-Amerikaner gehört zu den Künstlern, ...

... die allein mit Plattencovern berühmt geworden sind. Seine surrealen Motive zieren unter anderem die Hüllen der Alben "Domain of Death" von Mortician ...

..., "End of Disclosure" von Hypocrisy ...

... oder "Divine Intervention" von Slayer.

Auch zeitgenössische Künstler, deren Steckenpferd nicht unbedingt die Gestaltung von Plattencovern ist, sind mit Arbeiten im Kunstverein vertreten. A. R. Penck zum Beispiel.

Seine Farbzeichnungen entstanden für die eigene Gruppe "T.T.T.". Neben ihm zählten auch seine Künstlerkollegen Markus Lüpertz und Jörg Immendorff zu deren Gründungsmitgliedern.

Auch Katharina Grosse gehört zu den großen Namen der zeitgenössischen Kunst. Diese Malerei von ihr diente allerdings nie der Cover-Gestaltung, sondern entstammt der Sammlung des Musikproduzenten Siggi Loch.

Er hat dem Kunstverein für die Ausstellung einige Arbeiten zur Verfügung gestellt. Auch dieses Objekt von Jiri Geller, "Sugared II", gehört dazu. Wer sich über den Winter in der Nähe von Ludwigsburg herumtreibt, sollte die Ausstellung "Cover Art" auf keinen Fall verpassen. (ame)

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