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Montag, 06. Juli 2015

Yanis Varoufakis : Der Rebell im Ministerium wirft hin

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Das war's also: Yanis Varoufakis, der griechische Finanzminister, wirft hin. (Foto: REUTERS)

Das war's also: Yanis Varoufakis, der griechische Finanzminister, wirft hin.

Das war's also: Yanis Varoufakis, der griechische Finanzminister, wirft hin.

Zur großen Erleichterung seiner europäischen Gesprächspartner, die er zuletzt über die Maßen erzürnt hatte.

Schließlich machte er immer wieder mit markigen Sprüche auf sich aufmerksam. Zusammen mit Ministerpräsident Alexis Tsipras, in dessen Regierung er seit Januar 2015 das Amt des Finanzministers bekleidete, galt er als "Lautsprecher" für die griechischen Interessen.

Gemeinsam wollten die beiden Syriza-Politiker das Land voranbringen - in ihre Richtung. Ihre Politik rief allerdings nicht nur bei den Gläubigern einigen Unmut hervor.

Varoufakis setzte sich dabei mit seinem Auftreten in Szene und provozierte das politische Establishment.

Motorrad statt Limousine - so lief das bei dem gebürtigen Athener, der in den USA studiert und dort auch eine Gastprofessur bekleidet hatte.

Nicht nur durch sein Outfit unterschied er sich deutlich von den europäischen Amtskollegen. Auch sein Ton sorgte immer wieder für Aufsehen.

Bei den Treffen mit den Finanzministern der Eurogruppe um Jeroen Dijsselbloem ...

... kam es mehrmals zum Eklat.

Wenn er von anderen Ministern nach Zahlen gefragt wurde, wich er gern aus: "Lasst uns doch nicht so technisch werden."

Das trieb viele - allen voran Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble - fast zum Wahnsinn.

Trotzdem reichten sich Schäuble und der griechische Finanzminister immer wieder die Hände. Zuletzt reagierten die beiden aber zusehends mit Unverständnis aufeinander.

Varoufakis sorgte aber nicht nur bei internationalen Treffen für Aufsehen, sondern meldete sich auch immer wieder in Interviews zu Wort - so oft, dass er auch schon mal angehalten wurde, sich zurückzuhalten.

Auf seinem Blog, wo er auch seinen Rücktritt ankündigte, erklärte und kommentierte er ebenfalls die aktuellen Debatten.

Die Künstlerin Danae Stratou ist die Frau an seiner Seite, ...

... wie alle spätestens seit einer umstrittenen Homestory des Paares wissen.

Doch noch deutlich umstrittener war die Politik des Duos Varoufakis und Tsipras. Kritiker glauben, das Duo könne die Situation des Landes auf lange Sicht eher verschlechtert haben.

Zuletzt drückte die Syriza-Regierung ein Referendum durch, bei dem die Griechen eindeutig dafür stimmten, einen neuen Kurs in den Verhandlungen zu verfolgen.

Ihr "Oxi" spiegelte auch die Meinung der Regierung wider. Varoufakis hatte vorher angekündigt, bei einem "Ja" zurückzutreten.

Daher kam sein Schritt nun überraschend. "Minister No More!", schrieb er auf Twitter. Einige Mitglieder der Eurogruppe würden es vorziehen, wenn er nicht mehr an den Treffen teilnehmen würde, erklärte er in seinem Blog.

Sein Abschied sei von Tsipras als "potenziell hilfreich" betrachtet worden". Gerade mal 97 Tage war Varoufakis damit im Amt.

Einen Nachfolger braucht die Regierung schnell, die künftige Rolle Griechenlands in der Eurozone ist nach dem Ausgang des Referendums völlig ungewiss.

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