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Mittwoch, 17. Dezember 2008

Von 5 auf 0 in 15 Monaten: Die Zinsschritte der US-Notenbank

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Montag, 24. Oktober 2005: US-Präsident George W. Bush stellt im Weißen Haus mit Ben Bernanke (rechts) den Nachfolger für Alan Greenspan (links) an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) vor.

Montag, 24. Oktober 2005: US-Präsident George W. Bush stellt im Weißen Haus mit Ben Bernanke (rechts) den Nachfolger für Alan Greenspan (links) an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) vor.

Montag, 24. Oktober 2005: US-Präsident George W. Bush stellt im Weißen Haus mit Ben Bernanke (rechts) den Nachfolger für Alan Greenspan (links) an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) vor.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die USA in einer Phase der anziehenden Geldpolitik. Ben Bernanke (rechts) soll für Kontinuität stehen. Der US-Leitzins liegt bei 3,75 Prozent.

Montag, 6. Februar 2006: Greenspan betrachtet Bernanke, als der im US-Kongress ans Pult tritt, um seinen Amtseid abzulegen. Der US-Leitzins liegt zu diesem Zeitpunkt bei 4,50 Prozent.

Dienstag, 11. September 2007: Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt US-Notenbankchef Ben Bernanke in Berlin. Eine Woche später, am ...

... 18. September 2007, läutet Bernanke angesichts der heraufziehenden Krise das Ende der Hochzinspolitik ein. Nach einer längeren Plateauphase sinkt der Leitzins von 5,25 auf 4,75 Prozent.

Herbst 2007: Die Blase am US-Markt für Wohnimmobilien ist geplatzt. Die Hypothekenkrise nimmt ihren Lauf. Der Kongress lädt Bernanke vor den Finanzausschuss.

Mittwoch, 31. Oktober 2007: Die Fed senkt den Leitzins von 4,75 auf 4,50 Prozent. Im Chicagoer Handel mit zehnjährige Staatsanleihen löst der Zinsschritt turbulente Szenen aus.

Dienstag, 11. Dezember 2007: Der US-Leitzins sinkt um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent.

Nicht alle Händler - weder in Chicago, noch wie hier im Bild in New York - haben mit einer weiteren Absenkung gerechnet.

Donnerstag, 17. Januar 2008: Bernanke beziffert die bisherigen Verluste im Hypothekenmarkt vor dem US-Haushaltsausschuss auf 100 Mrd. Dollar.

Dienstag, 22. Januar 2008: Die Fed entschließt sich zu einem überraschend Schritt. Um der drohenden Rezession zu entgehen, senkt sie den Leitzins von 4,25 auf 3,50 Prozent.

Mittwoch, 30. Januar 2008: Acht Tage nach der außerplanmäßigen Zinssenkung meldet sich die Fed wieder zu Wort. Der Leitzins sinkt um weitere 50 Basispunkte auf 3,00 Prozent.

Sonntag, 16. März 2008: Die US-Investmentbank Bear Stearns fällt. In einem Notverkauf fängt die Großbank JP Morgan Chase die schwankende Bank auf. Die Fed hilft mit einem Milliardenkredit aus.

Montag, 17. März 2008: Finanzminister Henry Paulson (links) und Fed-Chef Bernanke (rechts) nehmen im Weißen Haus an einer Sitzung von Bushs "Arbeitsgruppe Finanzmärkte" teil.

Dienstag, 18. März 2008: In Washington sind die Bäume noch kahl. Die US-Notenbank schraubt den Leitzins erneut um 75 Basispunkte auf nun 2,25 Prozent nach unten.

Mittwoch, 30. April 2008: Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank senkt den Leitzins um ein Viertelprozent auf 2,00 Prozent.

Sommer 2008: In Washington wächst die Sorge um die Stabilität des Finanzsystems. Der Notenbankchef wird zum Krisenmanager.

Sonntag, 7. September 2008: Die US-Regierung übernimmt die Kontrolle über die durch die Immobilienkrise vom Absturz bedrohten Hypotheken-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac.

Montag, 15. September 2008: Die US-Regierung verweigert der Investmentbank Lehman Brothers die Unterstützung der Fed. Die Bank stellt Insolvenzantrag. Weltweit brechen die Kurse ein.

Bilder von gefeuerten Lehman-Mitarbeitern gehen um die Welt. Das Wort von der "systemrelevanten Bank" macht die Runde.

Mittwoch, 17. September 2008: Die US-Notenbank verhindert mit einem Not-Kredit über 85 Mrd. Dollar die Pleite des Versicherungsriesen AIG.

Freitag, 19. September 2008: In Washington blühen noch die Rosen. Nach einer katastrophalen Börsenwoche spricht Präsident Bush im Garten des Weißen Hauses zur Lage der US-Wirtschaft.

Die Welt blickt (v.l.n.r.) auf Bernanke, Bush, Paulson und Christopher Cox, den Chef der US-Börsenaufsicht SEC.

Während Bush Führungsstärke mimt, spricht Bernankes Gesichtsausdruck Bände.

Mittwoch, 24. September 2008: Bernanke bereitet sich unter den Augen der Weltpresse auf drängende Fragen der Abgeordneten im US-Kongress vor.

Mittwoch, 8. Oktober 2008: In einer konzertierten Aktion senken sechs große Notenbanken ihre Leitzinsen. In den USA geht der Zinsschritt über 50 Basispunkte auf 1,50 Prozent.

Die Wirkung hält nicht lange vor. Die tagelange Panik an den Börsen geht weiter.

Donnerstag, 9. Oktober 2008: Der Dow-Jones-Index sackt 768,91 Punkte ab und schließt erstmals seit 2003 unter der Marke von 9000 Punkten.

Mittwoch, 29. Oktober 2008: Nervös wartet der Markt auf einen weiteren Zinsschritt. Die Erwartungen sind bereits eingepreist. Jede Abweichung wird das Finanzsystem erschüttern.

Wie erwartet senkt die Fed ihren Leitzins abermals um 50 Basispunkte auf mittlerweile 1,00 Prozent.

Die Lage an den Märkten bleibt dennoch angespannt. Es brennt an allen Ecken. Die Finanzkrise ist längst eine Krise der Weltwirtschaft.

In Detroit wanken die Autokonzerne, an der Wall Street blicken Beobachter mit Sorge auf Großbanken, das Vertrauen der Verbraucher in die US-Wirtschaft schwindet.

Dienstag, 16. Dezember 2008: Die US-Notenbank Fed reagiert mit einem überraschend energischen Schritt. Sie senkt den Leitzins auf eine Spanne von Null bis 0,25 Prozent.

Der Zins liegt damit so niedrig wie seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr.

Unter Notenbank-Chef Bernanke vollzieht die Fed damit die Abkehr von der klassischen Leitzinspolitik.

Statt eines konkreten Zielsatzes legt die Fed nach dem Vorbild der Schweizerischen Nationalbank SNB ein Zielband für den Schlüsselzins fest.

Im Kampf gegen die Rezession "gehen uns allmählich die Mittel aus", bekennt der künftige US-Präsident Barack Obama mit Blick auf die Fed-Entscheidung.

Ben Bernanke, oberster Währungshüter der USA und wichtigster Geldpolitiker der weltgrößten Volkswirtschaft, schweigt.

Parallel zur Zinssenkung vom 16. Dezember lässt die Fed mitteilen, sie werde "alle verfügbaren Instrumente" einsetzen, um die Gefahren für die Wirtschaft zu bekämpfen.

Bernanke weiß, dass er schon längst geldpolitisches Neuland betreten hat. Auf seinen Schultern ruht die Last der Verantwortung - schwerer als er es sich vor dem Amtsantritt vorgestellt haben mag.

(Alle Bilder von dpa, AP oder rts / Text: Martin Morcinek mit Material von dpa und rts)

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