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Sonntag, 29. Juli 2018

Große Erfolge, große Rückschläge: 60 Jahre Nasa in Bildern

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Am 4. Oktober 1957 staunt die Welt: Die Sowjetunion schickt den ersten künstlichen Satelliten "Sputnik" ins All. Den Westen versetzt dieses Zeichen der technologischen Überlegenheit in Unruhe. Vom "Sputnik-Schock" ist die Rede.

Am 4. Oktober 1957 staunt die Welt: Die Sowjetunion schickt den ersten künstlichen Satelliten "Sputnik" ins All. Den Westen versetzt dieses Zeichen der technologischen Überlegenheit in Unruhe. Vom "Sputnik-Schock" ist die Rede.

Am 4. Oktober 1957 staunt die Welt: Die Sowjetunion schickt den ersten künstlichen Satelliten "Sputnik" ins All. Den Westen versetzt dieses Zeichen der technologischen Überlegenheit in Unruhe. Vom "Sputnik-Schock" ist die Rede.

Bereits im Jahr 1958 präsentieren die USA dann ihren eigenen künstlichen Satelliten: "Explorer 1". Mit dabei ist der deutschstämmige Ingenieur Wernher von Braun (r.), der bereits für Adolf Hitler die als "Wunderwaffe" gepriesene Rakete V2 baute.

Am 1. Februar 1958 wird "Explorer 1" mit in einen Orbit um die Erde geschossen. Es ist nach "Sputnik 1" und "Sputnik 2" der dritte künstliche Satellit der Menschheit.

Der Wettlauf im Weltraum zwischen der Sowjetunion und den USA ist Ende der 1950er-Jahre eröffnet. US-Präsident Dwight D. Eisenhower unterzeichnet am 29. Juli 1958 ein Gesetz, welches die Gründung einer Raumfahrtbehörde vorsieht: Die Nasa wird geboren.

Das erste Ziel der Nasa: Vor den Sowjets wollen die USA einen Menschen ins All schießen. Ende 1958 wird dafür das "Mercury"-Programm aus der Taufe gehoben.

Im April 1959 werden die ersten Nasa-Astronauten der Öffentlichkeit präsentiert, die sogenannten "Mercury Seven". Ihre Mitglieder werden an allen bemannten Nasa-Missionen im 20. Jahrhundert teilnehmen.

Bevor jedoch ein Mensch eine der US-Raketen besteigt, unternimmt die Nasa zunächst Tierversuche: Schimpanse Ham fliegt am 31. Januar 1961 als erster Affe ins Weltall.

Doch die Sowjetunion ist den USA schon wieder einen Schritt voraus. Bereits am 12. April 1961 startet ein Russe an Bord einer "Wostok 1"-Kapsel in den Weltraum. Sein Name: Juri Gagarin.

Aber nicht mal einen Monat später tut es die Nasa der sowjetischen Konkurrenz gleich: Astronaut Alan Shepard fliegt als erster US-Amerikaner am 5. Mai 1961 ins All. Allerdings ist es noch keine komplette Erdumrundung wie bei Gagarin.

Der erste US-Amerikaner, der in einer Raumkapsel einmal die Erde umkreist, ist John Glenn. Sein Flug am 20. Februar 1962 dauerte knapp fünf Stunden. Nun ist die Nasa auf Augenhöhe mit der UdSSR. Doch man will noch höher hinaus.

Am 25. Mai 1961 kündigt US-Präsident John F. Kennedy vor dem US-Kongress an, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond bringen zu wollen - und wieder zur Erde zurück.

Das "Apollo"-Programm ist geboren. Es soll die Reise zum Mond Wirklichkeit werden lassen. Die Kosten für Testflüge, Training und Equipment verschlingen Unsummen: Nach heutigem Maßstab sind es mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

Dabei startet das "Apollo"-Programm mit einem Rückschlag - bei einem Test des Raumschiffs kommt es am 27. Januar 1967 in Cape Canaveral in Florida zu einem tragischen Unfall. Drei Astronauten verlieren dabei ihr Leben.

Zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Unglück ist es dann so weit: Die Nasa schickt am 16. Juli 1969 mit einer gigantischen "Saturn-V"-Rakete drei US-Amerikaner zum Mond.

Die Namen der drei Nasa-Pioniere: Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (v.l.). Ihre Mondlande-Mission trägt den mittlerweile legendären Namen "Apollo 11".

Die erste Mondlandung am 20. Juli 1969 - hier ein Foto von Edwin "Buzz" Aldrin - ist nicht nur der größte Erfolg der Nasa. Es ist bis heute das herausragendste Ereignis in der Geschichte der Raumfahrt.

So groß die Begeisterung am Anfang ist - mit den Jahren lässt das öffentliche Interesse an den Mondflügen nach. "Apollo 17" im Jahr 1972 wird die letzte Mission, danach stellt die Nasa das Mondlande-Programm ein.

Die USA haben die Sowjetunion beim Wettlauf zum Mond geschlagen. Doch die Zeichen stehen mittlerweile auf Annäherung - buchstäblich. Am 17. Juli 1975 koppeln das US-Raumschiff "Apollo" und eine sowjetische "Sojus"-Kapsel in der Erdumlaufbahn aneinander an. Es ist die erste Kooperation beider Weltraumnationen.

Die Nasa konzentriert sich bereits seit den frühen 70er-Jahren mehr auf die Forschung denn auf spektakuläre Missionen. Am 14. Mai 1973 wird die erste Raumstation "Skylab" in eine Erdumlaufbahn gebracht. Sechs Jahre wird sie um die Erde kreisen.

Aber bereits in den 60er-Jahren beginnt die Nasa damit, unbemannte Raumsonden zur Erforschung des Sonnensystem loszuschicken. Im Jahr 1965 gelingt der Sonde "Mariner 4" das erste Foto von einem fremden Planeten: dem Mars.

Einige Jahre später macht die Nasa-Sonde "Pioneer 10" diese spektakuläre Aufnahme. Sie erreicht 1973 die Erde und zeigt den Gasriesen Jupiter ganz nah.

Weitere Nasa-Missionen zu den Planeten des Sonnensystems folgen im Jahrestakt. Die Nasa-Sonde "Mariner 10" erreicht 1974 als erstes menschengemachtes Objekt Venus und Merkur.

Spektakuläre Bilder liefert die Nasa in den 70er-Jahren auch vom Mars. Im Jahr 1976 landen gleich zwei "Viking"-Sonden auf dem roten Planeten und senden die ersten Fotos von dessen Oberfläche zur Erde.

Bei der bemannten Raumfahrt schlägt die Nasa in den 70er-Jahren eine neues Kapitel auf - mit dem Bau des ersten wiederverwendbaren Raumfahrzeugs, dem Space Shuttle.

Der erste Start eines Space Shuttles ist am 12. April 1981. Die Raumfähre trägt den Namen "Columbia". Bei ihrem Erstflug sind nur zwei Astronauten an Bord. Platz haben jedoch bis zu sieben Menschen.

Auf die "Columbia" folgen bis 1985 noch drei weitere Shuttle: "Challenger", "Discovery" und schließlich "Atlantis". Die Nasa hofft, mit den Raumfähren Weltraumflüge im Wochentakt durchführen zu können.

Doch bereits im Jahr 1986 erleidet das Space-Shuttle-Programm einen herben Rückschlag. Am 28. Januar 1986 explodiert die Raumfähre "Challenger" nur 58 Sekunden nach dem Start. Alle sieben Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

Im Jahr 1991 wird die zerstörte Challenger dann durch das Space Shuttle "Endeavour" ersetzt. Die Flotte ist damit wieder vollzählig.

Ein großer Erfolg anderer Art gelingt der Nasa Anfang der 90er-Jahre - das gemeinsam mit der europäischen Esa entwickelte Weltraumteleskop "Hubble" startet am 14. April 1990 ins All. Allerdings wird kurz nach der Indienststellung ein Fehler am Hauptspiegel bemerkt.

Im Jahr 1993 schließlich gelingt die Reparatur des Weltraumteleskops "Hubble". Seitdem liefert es spektakuläre Bilder aus den Tiefen des Alls - bis heute.

Eine neue Ära der bemannten Raumfahrt leitet die Nasa im Jahr 1998 mit ein. Am 6. Dezember verbindet die Crew des Space Shuttles "Endeavour" das US-Modul "Unity" mit dem russischen Modul "Sarja". Es ist der Beginn der Internationalen Raumstation ISS.

Seit dem Jahrtausendwechsel sorgt die Nasa jedoch vor allem mit unbemannten Missionen für Aufsehen. Dazu zählt "Cassini-Huygens", die im Jahr 2004 den Saturn erreichte.

Für Furore sorgt auch die Landung mehrerer Rover auf dem Mars - zuletzt dem rollenden Labor "Curiosity" am 6. August 2012. Bis heute untersucht der Rover die Oberfläche des Planeten.

Das Weltraumteleskop "Kepler" der Nasa revolutioniert seit seinem Start 2009 das Bild vom Universum - bis 2018 hat es fast 4000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Einige davon könnten sogar Leben beheimaten.

Ein weiteres Nasa-Highlight der vergangenen Jahre: der Vorbeiflug der Sonde "New Horizons" im Jahr 2015 am Zwergplaneten Pluto. Zum ersten Mal sieht die Welt, wie der ehemals neunte Planet aus der Nähe aussieht.

Doch das 21. Jahrhundert bringt der Nasa auch weitere Rückschläge. Am 1. Februar 2003 bricht das Space Shuttle "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander. Die gesamte siebenköpfige Crew kommt dabei ums Leben. Der Absturz hat tiefgreifende Folgen für die Nasa.

Nach der "Columbia"-Katastrophe 2003 werden die Shuttle-Flüge für drei Jahre ausgesetzt. Dann beschließt die Nasa das Ende der Raumfähren. Am 21. Juli 2011 kehrt die "Atlantis" von der letzten Mission des Shuttle-Programms zurück.

Seit dem Ende der Shuttles ist die Nasa nicht mehr in der Lage, auf eigene Faust Astronauten zur Raumstation ISS zu bringen. Sie ist seitdem auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen. Ein dicker Kratzer am einst glänzenden Image.

Doch bald will die Nasa wieder selbst Astronauten ins All befördern können. Etwa mit dem "Orion"-Raumschiff, an dem seit Jahren gearbeitet wird. Der bemannte Erstflug ist für das Jahr 2023 geplant.

Mit dem "Orion"-Raumschiff will die Nasa an alte Erfolge bei der bemannten Raumfahrt anknüpfen. Ziele sind dabei zunächst der Mond - im Jahr 2036 jedoch will die Nasa dann einen neuen Meilenstein setzen: den ersten bemannten Raumflug zum Mars.

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