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Mittwoch, 15. Juli 2015

"New Horizons" auf Erfolgskurs: Pluto zeigt Menschheit sein wahres Gesicht

Von Andrea Schorsch

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Es ist der 13. Juli 2015, noch ist die Sonde "New Horizons" 766.000 Kilometer von Pluto entfernt. Da gelingt dieses Bild von dem Zwergplaneten und seinem Mond Charon. Zwar entsprechen die Farben nicht der Wirklichkeit, doch sie machen deutlich, dass die Oberfläche der beiden Himmelskörper aus sehr vielen unterschiedlichen Materialien besteht. "Diese Bilder zeigen, ... (Foto: NASA/APL/SwRI)

Es ist der 13. Juli 2015, noch ist die Sonde "New Horizons" 766.000 Kilometer von Pluto entfernt. Da gelingt dieses Bild von dem Zwergplaneten und seinem Mond Charon. Zwar entsprechen die Farben nicht der Wirklichkeit, doch sie machen deutlich, dass die Oberfläche der beiden Himmelskörper aus sehr vielen unterschiedlichen Materialien besteht. "Diese Bilder zeigen, ...

Es ist der 13. Juli 2015, noch ist die Sonde "New Horizons" 766.000 Kilometer von Pluto entfernt. Da gelingt dieses Bild von dem Zwergplaneten und seinem Mond Charon. Zwar entsprechen die Farben nicht der Wirklichkeit, doch sie machen deutlich, dass die Oberfläche der beiden Himmelskörper aus sehr vielen unterschiedlichen Materialien besteht. "Diese Bilder zeigen, ...

... dass Pluto und Charon wirklich komplexe Welten sind. Da geht eine Menge vor sich", sagt der an der Mission beteiligte Forscher Will Grundy. Gestärkt wird dies Erkenntnis von der ersten Nahaufnahmen der Pluto-Oberfläche vom 15. Juli 2015, auf der kilometerhohe Berge zu erkennen sind. Auch von dem Pluto-Mond ...

... Charon funkt die Sonde "New Horizons" am 15. Juli die erste Nachaufnahme zur Erde. Sie offenbart tiefe Risse auf dessen Oberfläche und einen Nordpol aus dunklem Material. So genau ...

... hatten Forscher den Planeten und seinen Begleiter noch nie beobachten können. Bis auf 12.500 Kilometer fliegt "New Horizons" am 14. Juli an Pluto heran. Doch bereits am 11. Juli 2015 entstehen Aufnahmen, die den Zwergplaneten in bis dahin nicht gekannter Schärfe zeigen. Darauf sind ...

... Krater und womöglich Klippen zu erkennen. Und was viele Fans erfreut: Pluto empfängt ...

... "New Horizons" mit Herz. Ein Bild vom 7. Juli - als die Sonde noch 8 Millionen Kilometer entfernt ist - zeigt eine herzförmige Struktur auf dem Zwergplaneten. Je geringer der Abstand zwischen "New Horizons" und Pluto wird, ...

... umso besser die Qualität der Bilder. Hier das Herz 16 Stunden vor dem Vorbeiflug. Pluto präsentiert sich ...

... mit dunklen Flecken, von denen die Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen können, ob es sich um Hochplateaus oder Ebenen handelt und warum sie solch starke Helligkeitsunterschiede zeigen. Zwei Monate später jedoch, nachdem "New Horizons" weitere ...

... hochaufgelöste Bilder zur Erde gefunkt hat, ist klar, dass Pluto eine überaus komplexe Oberfläche hat. Helle, glatte Eisebenen, ....

... weit verzweigte Täler, Flüsse aus gefrorenem Stickstoff, ...

... Berge aus Wassereis, ...

... Krater und womöglich sogar Dünen kennzeichnen Plutos Landschaft. Sollten es wirklich Dünen sein und sollten sie auf die gleiche Weise entstanden sein wie auf der Erde - durch Wind, also - würde das bedeuten, dass die Atmosphäre des Zwergplaneten einst viel dichter gewesen sein muss als heute. Oder können sich Dünen auch auf ganz anderem, noch unbekanntem Weg bilden? Die Forscher stehen vor einem Rätsel.

Neu ist den Wissenschaftlern auch, dass der atmosphärische Dunst auf Pluto mehrere Schichten hat. Gebiete, die nah am Sonnenuntergang und damit eigentlich schon im Dunkeln liegen, taucht dieser Nebel in ein Dämmerlicht. So können die Forscher Regionen untersuchen, die zu sehen sie sich nie erhofft hatten.

Die Nebel-Partikel sind grau und rot, aber sie streuen das Licht derart, dass die Nebel blau erscheinen. Damit hat neben der Erde auch der Pluto einen blauen Himmel.

Und: Pluto ist größer als gedacht. Die "New Horizons"-Daten legen nah, dass der Durchmesser des eisigen Zwergplaneten 2370 Kilometer beträgt und damit etwa 32 bis 48 Kilometer mehr als bislang angenommen. Das bedeutet, ...

... dass Plutos Dichte etwas geringer ist und der Anteil an Eis etwas größer sein muss als zunächst vermutet. Es ist möglich, dass sich ...

... unter Plutos Oberfläche ein Ozean versteckt - und der könnte sogar Leben enthalten. Hier ein Bild von Ende Juni, als "New Horizons" noch rund 18 Millionen Kilometer vom Zwergplaneten entfernt war. Da verriet Pluto erstmals, welche Farbe er eigentlich hat. Einst war der kalte Zwerg einer von ...

... neun Planeten unseres Sonnensystems. Doch im August 2006 büßte er den Planetenstatus ein. Sein Versäumnis: Es war ihm nicht gelungen, seine Umlaufbahn von anderen Objekten freizuräumen.

Außerdem war mittlerweile Eris auf den Plan getreten, und sie ist fast genauso groß wie Pluto. Sollte man sie zum zehnten Planeten des Sonnensystems erklären? Man entschied sich dagegen. Und so ...

... wurde Pluto die Ehre zuteil, die neue Gruppe der Zwergplaneten zu begründen. Bis zur Ankunft von "New Horizons" hatte man kein besseres Bild von Pluto als das, was hier zu sehen ist. Man wusste: Er hat einen Durchmesser von knapp 2300 Kilometern. Damit ist er kleiner als ...

... unser Mond. Hier der ...

... Größenvergleich: Neben dem blauen Planeten ist oben rechts der Erdtrabant zu sehen, darunter Pluto mit seinem Mond Charon. Von der ...

... Sonne (0) ist Pluto 30 bis 50 Mal so weit entfernt wie die Erde. Er befindet sich jenseits der Neptunbahn im Kuipergürtel. Dort ist er ...

... das größte Objekt und zugleich auch ...

... der hellste und prominenteste Vertreter. Für seine ...

... Ellipse um die Sonne braucht Pluto knapp 250 Erdenjahre. So weit weg von der Wärmequelle ist es natürlich kalt. Die ...

... durchschnittliche Temperatur auf Plutos Oberfläche beträgt 230 Grad Celsius - unter Null. Die Wissenschaft geht davon aus, dass Pluto ...

... zu mindestens 30 Prozent aus Wassereis besteht, der Rest ist Gestein. Pluto gehört zu den Eiszwergen. Da er so weit von der Sonne entfernt ist, ...

... bekommt er nicht viel Licht ab. Die Aufnahmen, die Weltraumteleskop Hubble 2002 und 2003 von dem Zwergplaneten machen konnte, zeigen ...

... daher kaum Details. Doch nun ist ...

... "New Horizons" da. Die Raumsonde ...

... studiert Pluto und seinen Mond Charon aus nächster Nähe. Neun Jahre war "New Horizons" auf dem Weg zu dem Eiszwerg. Als die Sonde ...

... am 19. Januar 2006 an Bord einer Atlas-V-Trägerrakete ...

... startete, galt Pluto noch als Planet. Jetzt aber nimmt "New Horizons" - genauso wie ...

... "Dawn", die zu Ceres fliegt - einen Zwergplaneten unter die Lupe.

Ungefähr ein Jahr nach dem Start erreichte "New Horizons" den Planeten Jupiter. Dort entstanden beeindruckende Bilder, etwa von ...

... einem gigantischen Wirbelsturm auf dem Planeten. Allein dieser Wirbelsturm ist fast so groß wie die Erde. Auch von ...

... Jupitermond Io gelang "New Horizons" eine bemerkenswerte Aufnahme: Was hier am Nordpol zu sehen ist, ist ein Vulkanausbruch.

Durch das Swing-by-Manöver am Jupiter und einem entsprechenden Gravitationsschub gewann "New Horizons" an Geschwindigkeit. Mit mehr als ...

... 80.000 Kilometern in der Stunde raste die Sonde, ...

... die ungefähr so groß ist wie ein Klavierflügel, ...

... ihrem Ziel entgegen. Am 14. Juli 2015 ist "New Horizons" Pluto ganz nah. Nur ...

... 12.500 Kilometer trennen die Sonde an diesem Tag von dem Zwergplaneten. Ein Katzensprung. Mond Charon ist zu diesem Zeitpunkt 27.000 Kilometer von "New Horizons" entfernt. Die Wissenschaftler hoffen, dem Ex-Planeten und seinem ...

... größten Mond nun einige Geheimnisse entlocken zu können.

"Nasas erste Mission zum fernen Pluto wird der Menschheit die erste Nahansicht dieser kalten, unerforschten Welt in unserem Sonnensystem bieten", sagt Jim Green, Nasa-Direktor für Planetenforschung. Wenn "New Horizons" Pluto schließlich passiert hat, ...

... setzt die Sonde ihren Weg aus dem Sonnensystem hinaus fort. Dabei fliegt sie durch den Kuipergürtel und könnte dort zwischen 2018 und 2019 weitere Objekte erforschen. Mögliche Ziele hat Hubble bereits ausfindig gemacht.

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