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Mittwoch, 12. März 2014

Von Gift und Würgegriffen: Schlangen: dämonisiert, verehrt, gefürchtet

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3485 Schlangenarten hat man bisher entdeckt, und wahrscheinlich sind viele noch gar nicht bekannt. (Foto: Termininja/Wikipedia/CC BY-SA 3.0)

3485 Schlangenarten hat man bisher entdeckt, und wahrscheinlich sind viele noch gar nicht bekannt.

3485 Schlangenarten hat man bisher entdeckt, und wahrscheinlich sind viele noch gar nicht bekannt.

Manche Menschen sind von den Tieren fasziniert, ...

... meist allerdings überwiegt die Angst.

Schon den Urmenschen waren Schlangen unheimlich. Zahlreiche Mythen ranken sich um das Reptil, einige schreiben den Tieren aber durchaus positive Eigenschaften zu. So sind Schlangen seit frühen Zeiten ein Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Wenn sie ...

... sich häuten, ist das nämlich beinahe, als würden sie neu geboren. Schlangen wachsen ihr Leben lang, die Haut wächst aber nicht mit. Die alte Haut, das sogenannte Schlangenhemd, wird abgestreift, sobald sich darunter eine neue Hautschicht gebildet hat.

Manche Völker glaubten auch, Schlangen könnten sie vor Krankheiten bewahren. In Griechenland wurde der Heilgott Asklepios, bei uns Äskulap genannt, meist mit einer Schlange dargestellt.

Die Äskulapschlange wurde zum Symbol der Heilkunst.

In einigen Sagen haben Schlangen und Menschen sogar gemeinsame Vorfahren.

Doch zugleich wurden der Schlange dämonische Kräfte nachgesagt. Schlau soll sie sein, dabei jedoch hinterlistig und falsch.

Schließlich kann der Biss einer Giftschlange tödlich wirken, ...

... und die Reptilien haben wenig Possierliches an sich.

Kein flauschiges Fell, stattdessen schuppige Haut, ...

... dazu einen stechenden Blick, ...

... das typische Züngeln und - je nach Art - ...

... womöglich noch einen bedrohlich rasselnden Schwanz oder einen ...

... gespreizten Hals.

Auch mit ihrer lautlosen Fortbewegung sammeln Schlangen nicht gerade Sympathiepunkte.

In vielen Büchern, von der Bibel bis zu ...

... Harry Potter, ...

... ist die Schlange ein Symbol des Bösen.

Zu Unrecht. Denn Schlangen sind als Jäger wichtig für das ökologische Gleichgewicht.

Menschen gehen sie lieber aus dem Weg. Schlangen greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.

Rund 400 Arten sind Giftschlangen. Die Seeschlangen zählen dazu, ...

... ebenso die Giftnattern, zu denen Mambas und ...

... Kobras gehören.

Auch Vipern bzw. Ottern, wie etwa die Klapperschlange oder die hier abgebildete Horn-Viper, erlegen ihre Beute mit Gift.

Etwa 50 Schlangenarten besitzen genug Gift, um einen Menschen zu töten. Zu den giftigsten gehört die südostasiatische Königskobra. Sie ernährt sich ausschließlich von anderen Schlangen.

Der australische Taipan könnte mit dem Gift eines einzigen Bisses 250.000 Mäuse erlegen. Er ist scheu. Wird er jedoch plötzlich mit Menschen konfrontiert, wehrt er sich durch heftige Attacken.

Seine nächsten Verwandten, die Seeschlangen, spritzen das stärkste Gift in ihre Opfer. Die meisten Seeschlangenarten leben im Pazifik. Sie beißen nicht gern zu, doch Fischer, die mit bloßen Händen nach ihnen greifen, werden oft verletzt. Die Giftdrüsen der Seeschlangen enthalten 10 bis 15 Milligramm Gift, bereits 3 Milligramm davon können beim Menschen tödlich wirken.

Eine ganz besondere Giftschlange ist die Speikobra. Sie bespuckt ihre Opfer. Trifft ihr Gift die Augen, kann dies zu Blindheit führen. Die mit drei Metern Länge weltgrößte Speikobra wurde in Kenia entdeckt. Ihr Biss enthält genug Gift, um 15 bis 20 Menschen umzubringen.

Die größte Schlangenart der Welt, der Python, der bis zu 15 Meter lang wird, ist keine Gift-, sondern eine Würgeschlange. Sie beißt ihre Beute und umschlingt das verletzte Tier dann mit ihrem Körper.

Gleiches gilt für die meist noch massigere, bis zu 200 Kilogramm schwere Anakonda.

Atmet das Opfer aus, zieht die Schlange die Schlinge fester zu. Meist stirbt die Beute schließlich an Kreislaufversagen. Sie wird in einem Stück verschlungen.

In Deutschland gibt es sowohl Gift- als auch Würgeschlangen. Allerdings leben hier nur sechs Schlangenarten, und alle sind vergleichsweise harmlos. Die meisten von ihnen sind in ihrem Bestand bedroht.

So gehört zu den hiesigen Würgeschlangen die Äskulapnatter, die das Apothekenzeichen schmückt.

Auf der Suche nach Beute erklimmt sie auch Bäume. Mit einer Länge von etwa 1,80 Metern ist sie die größte in Deutschland lebende Schlange. Es gibt sie aber nur in wenigen Regionen, so etwa in der Nähe von Passau und auch Wiesbaden.

Die kleinste der bei uns heimischen Schlangen ist die Glatt- oder Schlingnatter. Sie wird nur etwa 70 Zentimeter lang. In den Mittelgebirgen Süddeutschlands ist sie weit verbreitet, auch im Rhein-Main-Gebiet ist sie zu finden sowie in den Heide- und Sandgebieten Brandenburgs.

Wie ihr Name schon sagt, umschlingt die Schlingnatter ihre Opfer. Sie frisst Eidechsen und Blindschleichen, manchmal auch andere junge Schlangen. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Die häufigste Schlange in Deutschland ist die Ringelnatter. Sie taucht oft in Gärten auf. Das 0,80 bis 1,50 Meter lange Tier liebt es nämlich, seine Eier auf Komposthaufen abzulegen. Ringelnattern ...

... können sehr gut schwimmen. Sie ernähren sich von Kröten, Salamandern und Fröschen und fressen die Beute bei lebendigem Leib. Menschen wird sie nicht gefährlich.

Die Würfelnatter lebt bevorzugt am Ufer oder im Wasser, denn sie ernährt sich von Fischen. Es gibt sie noch an Mosel, Nahe und Lahn. Ihren Namen verdankt die ungiftige Schlange dem Würfelmuster auf ihrem Rücken.

Die einzige weit verbreitete Giftschlange in Deutschland ist die Kreuzotter. Zwar ist ihr Gift für den Menschen meist nicht tödlich, dennoch sollte man es vermeiden, sie anzufassen.

Kreuzottern beißen zu, wenn sie sich massiv bedroht fühlen. Zu erkennen sind sie ...

... am schwarzen oder braunen Zickzackmuster auf ihrem Rücken. In feuchten Gebieten gibt es allerdings auch komplett schwarze Exemplare.

Und dann ist da noch die Aspisviper. Ihr Gift ist stärker als das der Kreuzotter, aber ebenfalls für einen gesunden Menschen nicht tödlich. In Deutschland gibt es nur noch im Südschwarzwald einige Exemplare. Typisch für Aspisvipern ist ein dreieckiger, deutlich vom Körper abgesetzter Kopf.

Der Speiseplan von Schlangen richtet sich nach ihrer eigenen Körpergröße. Während sich die kleineren von Insekten ernähren, verspeisen mittelgroße Schlangen Nagetiere, Frösche und Eidechsen, manchmal auch ...

... Vögel, ...

... Eier und ...

... andere Schlangen. Das Nahrungsspektrum großer, in Deutschland nicht vorkommender Schlangen umfasst von kaninchengroßen Säugern alles bis hin zu Rehen oder Wildschweinen.

Kleine Beutetiere werden meist lebend gefressen, größere vor dem Verzehr getötet - so auch die hier noch erkennbare Antilope.

Sind Schlangen auf der Jagd, züngeln sie. Das hat seinen Grund: Mit den beiden Spitzen ihrer gespaltenen Zunge können die Tiere verschiedene Gerüche gleichzeitig wahrnehmen.

Außerdem finden sie mit der Zunge heraus, ob die Düfte von rechts oder links kommen. Schlangen riechen stereo. Das erleichtert es ihnen, Beute aufzuspüren. Nach erfolgreicher Jagd ...

... ist das Fressen für die Schlange Schwerstarbeit. Während sie ihre Beute verschlingt, beginnt die Schlange heftig zu atmen. Herz und Lunge kommen auf Hochtouren. Beim Verdauen verbraucht sie vierzig Mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand.

Im Verhältnis zu ihrer Körpermasse können Schlangen enorme Mengen zu sich nehmen. Nach einer großen Mahlzeit hungern sie dann oft mehrere Wochen. Riesenschlangen können sogar ein Jahr ohne Nahrung auskommen. Dieser Python allerdings hat sich mit dem verspeisten Alligator übernommen. Die Schlange bezahlte es mit dem Leben: Sie platzte.

Wer einer Schlange begegnet, sollte langsam und ruhig zurückweichen. Das ermöglicht dem Tier die Flucht.

In Gebieten, die für Giftschlangen bekannt sind, empfehlen sich feste Schuhe, deren Schaft weit über die Knöchel reicht. Steine und Äste sollte man nicht zur Seite rollen, sondern möglichst direkt drauftreten. So werden Schlangen, die sich darunter verstecken, nicht aufgescheucht.

Immer wieder sind Menschen von Verteidigungsbissen der Reptilien betroffen.

Dann muss natürlich sofort ein Arzt alarmiert werden. Die Chance, einen Biss zu überleben, liegt bei 99,8 Prozent. Giftschlangen belassen es oft bei einem sogenannten Trockenbiss, um Serum zu sparen.

Sich als Schlangenbeschwörer zu versuchen, ist keine gute Idee. Was wie Hypnose aussieht, ist eine Überreizung der Instinkte. Solange die Schlange nicht weiß, ob die Flöte ein potenzieller Sexualpartner oder aber ein Rivale, Fressfeind oder Angreifer ist, verharrt sie in einem "Tanz", der sich an den Bewegungen der Flöte orientiert. Die Giftzähne wurden den beschworenen Schlangen meist gezogen.

In Nordafrika, wo der Kobrakult der alten Ägypter nachwirkt, gilt es als Sünde, eine Kobra solcherart zu misshandeln. Die Ägyptische Kobra, auch Uräusschlange genannt, galt als Zeichen der pharaonischen Herrschaft und wird noch heute von den Schlangenbeschwörern verehrt. Sie müssen ihr Jahrtausende altes Handwerk beherrschen, wenn ...

... sie nicht so enden wollen wie Kleopatra. Die schöne Königin, die mit ihrem Freitod 30 v. Chr. das Ende des pharaonischen Ägyptens besiegelte, ...

... starb an dem Biss einer Uräusschlange. Das zumindest ist von antiken Autoren überliefert. Gefunden wurde das todbringende Tier nie. So gehört auch diese Geschichte zu den diversen Mythen, die sich um die Schlange ranken. (asc)

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