Teil des Hecks entdeckt16 Leichen geborgen
Eine Woche nach dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik bergen die Rettungskräfte immer mehr Leichen. Auch Wrackteile und persönliche Gegenstände der Passagiere werden gesichtet.
Im Atlantik sind bislang erst 16 tote Passagiere aus dem abgestürzten Air-France-Airbus geborgen worden. Die gemeinsame Einsatzleitung der brasilianischen Marine und der Luftwaffe korrigierte in Recife die Zahl von 17 auf 16 geborgene Leichen. Die am Einsatz beteiligte französische Fregatte "Ventôse" habe mitgeteilt, dass sie statt acht gemeldeter Opfer nur sieben geborgen habe. Über neue Funde wurde zunächst nichts mitgeteilt.
Allerdings seien mehrere Punkte von Flugzeugen ausgemacht worden, die auf treibende Leichen hinwiesen. Dies müsse aber erst durch Schiffe der Marine geprüft werden und sei noch nicht sicher. Angehörige in Rio de Janeiro hatten zuvor von zwei weiteren Leichenfunden berichtet, die jedoch offiziell nicht bestätigt wurden. Insgesamt waren 228 Menschen an Bord der Maschine, darunter auch 28 Deutsche.
Die Marine entdeckte zudem Hunderte große und kleine Wrackteile sowie persönliche Gegenstände der Passagiere. Darunter war auch die Höhenflosse vom Heck des Airbus A330. Armeesprecher Henry Munhoz zeigte Journalisten Fotos, auf denen zu sehen war, wie ein Schlauchboot der Marine ansetzte, das trapezförmige Trümmerteil hinter sich her zu ziehen. Auf der Höhenflosse waren die Farben Blau, Weiß und Rot des Air-France-Logos zu sehen.
14 Flugzeuge im Einsatz
Alle geborgenen Leichen werden zur Atlantik-Insel Fernando de Noronha rund 350 Kilometer von der brasilianischen Festlandküste gebracht, wo sie einer ersten Untersuchung unterzogen werden sollen. Anschließend werden die Toten nach Recife geflogen, wo die Identifizierung im rechtsmedizinischen Institut beginnt. Von den Verwandten in Rio de Janeiro wurden Haar- und Blutproben entnommen, die für einen DNA-Vergleich genutzt werden sollen.
Luftwaffensprecher Henry Munhoz präsentierte Aufnahmen geborgener Wrackteile. Darunter war auch ein mehrere Meter großes Wrackteil, das einem Heckteil des Flugzeuges ähnlich ist. "Priorität hat aber zunächst die Bergung der Leichen", sagte Munhoz. In dem Seegebiet rund 1200 Kilometer vor der brasilianischen Festlandküste sind mittlerweile 14 Flugzeuge, davon 12 der brasilianischen Luftwaffe, und sechs Schiffe rund um die Uhr im Einsatz. Zwischenzeitlich hatte auch ein US-Flugzeug an der Operation teilgenommen.
Taschen, Laptops, Kameras
Mit kleinen Beibooten fischten die Besatzungen der Schiffe unter anderem Taschen, Laptops, Video- und Fotokameras, Passagiersitze und Plastikteile aus der Kabine aus dem Wasser. Auch mehrere LCD- Bildschirme, über die die Passagiere während des Fluges Filme ansehen können, wurden gefunden. Im Fernsehen waren Bilder von Wrackteilen mit der Aufschrift "Air France" zu sehen.
Wo das Wrack des Airbus A 330 genau liegt, ist weiterhin unklar. Auch die Unfallursache liegt noch im Dunkeln. Darüber wird vermutlich nur der Flugschreiber Aufschluss geben können. Frankreich entsandte auch das Atom-U-Boot "Emeraude", das am Mittwoch in der Absturzzone im Atlantik eintreffen und mit seinen empfindlichen Horch- und Sonargeräten die Suche nach dem Flugschreiber unterstützen soll. Das Wrack wird in einer Tiefe von mehr als 3000 Metern vermutet.