Hitzewelle im Liveticker+++ 21:12 Neuer Hitzerekord auch in der Schweiz +++
In der Schweiz ist am Freitag mit 38,8 Grad ein neuer Hitzerekord für den Monat Juni verzeichnet worden. "Die Hitze geht unvermindert weiter", erklärt der Wetterdienst Meteoschweiz bei X. Demnach war es an der Wetterstation Basel/Binningen "mit 38,8 Grad so heiß wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1897". Erst am Donnerstag hatte die Schweiz den bisherigen Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen.
+++ 20:32 Klimaanlage defekt: Passagiere werden aus Zug evakuiert +++
Eine Regionalbahn mit defekter Klimaanlage ist bei Bonn wegen einer technischen Störung liegengeblieben. Der Zug mit etwa 475 Passagieren sei evakuiert worden, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Im Rheinland liegt die Temperatur derzeit tagsüber bei rund 38 Grad. Zwei Menschen hätten wegen der Hitze Kreislaufprobleme erlitten, einer von ihnen sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine weitere Person habe sich beim Aussteigen leicht verletzt. Rund 350 Passagiere seien mit Bussen zum Hauptbahnhof gebracht worden.
+++ 20:00 Schwierige Nachtruhe bei Hitze: Das rät der Schlafmediziner +++
Müde und erschöpft von der Hitze - so fühlen sich aktuell viele. Trotzdem fällt Schlafen oft schwer. Schlafmediziner Dr. Michael Feld hat dagegen einen Tipp, auf den die meisten vermutlich nicht als Erstes kommen.
+++ 19:24 Hitzeschaden auf A7 - Fahrstreifen muss gesperrt werden +++
Wegen eines Hitzeschadens in der Fahrbahn hat die Autobahn GmbH einen Fahrstreifen der stark frequentierten A7 im Süden Hamburgs sperren lassen. Der Hauptfahrstreifen in Richtung Norden kann in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf auf 2,5 Kilometern nicht befahren werden, teilt ein Sprecher der Autobahngesellschaft mit. Die Sperrung werde voraussichtlich bis Montagnachmittag um 15.30 Uhr andauern. In den nächsten Tagen starten die ersten Bundesländer in die Sommerferien.
+++ 18:32 Gummibärchen-Test zeigt: So schnell wird Auto zur Hitze-Falle +++
Fast 60 Grad auf versiegelten Flächen, extreme Hitze im Auto und deutlich kühlere Grünanlagen: ntv/RTL-Reporter Daniel Spliethoff zeigt im Praxistest, wie groß die Temperaturunterschiede in der Stadt wirklich sind - und wo die Hitze besonders gefährlich wird.
+++ 18:02 Temperaturrekord in Deutschland - 41,3 Grad gemessen +++
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach vorläufigen Angaben mit 41,3 Grad die höchste Temperatur registriert, die bisher in Deutschland gemessen wurde. Gemessen wurde der vorläufige Höchstwert um 17 Uhr in Saarbrücken-Burbach im Saarland, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilt.
+++ 17:39 Im Auto bei Hitze vergessen: Kleinkind stirbt in Marseille +++
Ein in Marseille in einem geparkten Auto entdecktes Kind ist an den Folgen eines Hitzschlags gestorben. Das 18 Monate alte Kleinkind war am Dienstag in einem Auto auf dem Parkplatz des Universitätskrankenhauses entdeckt worden, wie die Universität am Freitag mitteilt. Nach übereinstimmenden Quellen hatte ein Elternteil das Kind im Auto vergessen. Das Elternteil arbeite auf dem Gelände des Universitätskrankenhauses, zähle aber nicht zu dessen Angestellten.
+++ 17:20 Bundestagsvize: Hitzewarnungen ernst nehmen +++
Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour appelliert an die Menschen, die Hitzewarnungen ernst zu nehmen. Zum Abschluss der Sitzungswoche sagt der Grünen-Politiker: "Es ist ernst. Und deshalb: Gehen Sie nicht in die pralle Sonne. Trinken Sie ausreichend. Passen Sie auf sich und auf andere auf." Nouripour bekräftigt die Ankündigung, dass die Kuppel und das Dach des Reichstagsgebäudes am Wochenende für Besucher geschlossen blieben. "Ich habe für alle, die uns hören, eine schlechte Nachricht", sagt er. "Wir müssen das Dach des hohen Hauses für Besucherinnen und Besucher an diesem Wochenende komplett schließen, inklusive Kuppel, weil die Hitzewarnung so gravierend ist, dass wir da aus Gesundheitsschutz niemanden hinlassen können."
+++ 17:11 Faktencheck: Warum alte Hitze-Schlagzeilen täuschen +++
Früher war es auch so heiß – mit solchen Aussagen und passenden Schlagzeilen aus den 50ern und 70ern versuchen Leugner des Klimawandels die anhaltend hohen Temperaturen zu relativieren. Was dahinter steckt und wie sich die Zahl heißer Tage tatsächlich entwickelt hat, erklärt ntv-Reporterin Lena Feuser.
+++ 17:01 Schweizer AKW Beznau wegen Hitze abgeschaltet +++
Wegen der Hitzewelle wird das Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz vorübergehend abgeschaltet. Grund sei die zu hohe Temperatur des Flusses Aare, der zur Kühlung der beiden AKW-Reaktoren genutzt wird, teilt das Energieunternehmens Axpo mit. Das Kühlwasser wird in den Fluss zurückgeleitet und kann zu dessen Temperatursteigerung beitragen. Mit der Abschaltung soll nach Angaben von Axpo das Ökosystem des Flusses geschützt und etwa Fischsterben verhindert werden. In der Aare wurde demnach am Donnerstag und Freitag 25 Grad gemessen. Sobald sich der Fluss abkühle oder eine ausreichende Abkühlung in Sicht sei, könne die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren geplant werden, heißt es. Das AKW Beznau ist das älteste aktive Kernkraftwerk der Welt. Die Leistung der etwa 55 Jahre alten Reaktoren war schon am Dienstag um die Hälfte reduziert worden.
+++ 16:52 Neuer Juni-Hitzerekord für Deutschland mit über 40 Grad erreicht +++
In Deutschland sind erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Juni mehr als 40 Grad Celsius gemessen worden. An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden nach den vorläufigen Messungen am Freitag 40,9 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes bestätigt. Der bisherige Juni-Rekordwert lag bei 39,6 Grad.
+++ 16:19 Temperaturen nicht überall bei 30 Grad: Wo es in Deutschland am kühlsten ist +++
Im Stationsnetzwerk des Deutschen Wetterdienstes liegen die Temperaturen nicht überall bei 30 Grad und mehr: An zwei einzelnen Punkten im Land bleibt es selbst während der laufenden Hitzewelle deutlich kühler. Die Wetterstation "Leuchtturm Kiel" an der deutschen Ostseeküste meldet zum Beispiel bisher einen Tageshöchstwert von 20,5 Grad. Noch frischer ist es in den Gipfelregionen der Alpen. Auf der Zugspitze, Deutschlands höchstgelegener Wetterstation, messen die Meteorologen bisher "nur" 12,9 Grad.
+++ 15:50 Glut-Glocke über Europa: Badeseen müssen teils schließen +++
Eine extreme Wetterlage sorgt für massive Einschränkungen in Deutschland. Ein großes Musikevent wird unterbrochen, Gewässer sind wegen giftiger Algen gesperrt. Meteorologen prognostizieren für das Wochenende eine neue historische Höchstmarke.
+++ 14:58 Mit Polizeischutz: Supermarktkette holt vier Tonnen Eis nach Paris +++
Angesichts der extremen Hitzewelle stellen mehrere französische Supermarktketten den Rettungskräften in Paris Eiswürfel und Kühlräume zur Verfügung, um Hitzepatienten versorgen zu können. Etwa 20 Tonnen Eiswürfel lagern derzeit in einer Eissportarena, teilt die Pariser Feuerwehr mit. Die Supermarktkette Carrefour ließ - von einer Polizeieskorte begleitet - vier Tonnen Eis aus einem Lager im Umland von Paris in die Hauptstadt bringen, wie Carrefour-Chef Alexandre Bompard verrät.
+++ 13:54 Flughafen-Mitarbeiter kühlen sich im Pool auf Rollfeld ab +++
Auf dem Rollfeld des niederländischen Flughafens Schiphol spielen sich kuriose Szenen ab. Zwei Bodenmitarbeiter gönnen sich eine nasse Abwechslung bei der Arbeit. Ihr improvisiertes Vergnügen verbreitet mehr Urlaubsfeeling als so mancher Pauschaltrip.
+++ 13:20 Mehr als 50 Tote bei Badeunfällen in Frankreich +++
Seit Beginn der aktuellen Hitzewelle sind in Frankreich nach Behördenangaben mindestens 55 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Etwa zwei Drittel der Unfälle ereigneten sich an nicht überwachten oder illegalen Badestellen, wie Sportministerin Marina Ferrari erklärt. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Badetoten noch steigt.
+++ 12:34 Düstere Nasa-Animation zeigt drastische Klimaerwärmung +++
Eine "Klimaspirale" der Nasa dokumentiert die monatlichen Temperaturanomalien von der vorindustriellen Zeit bis zum Jahr 2026. Eines wird ganz deutlich: Die Erde hat sich immer schneller erwärmt, insbesondere seit dem Jahrtausendwechsel.
+++ 12:09 Musikfestival in den Niederlanden abgebrochen +++
Wegen der großen Hitze ist im niederländischen Biddinghuizen ein Festival für elektronische Musik vorzeitig beendet worden. Alle Besucher des Hardstylefestival Defqon.1 seien um Mitternacht informiert worden, teilen die Veranstalter mit. Die rund 50.000 Besucherinnen und Besucher sollten den Campingplatz beim Festivalgelände etwa 70 Kilometer nordöstlich von Amsterdam am Freitag verlassen. Nach der Absage des Festivals hatten nach Angaben der Polizei einige wütende Besucher in der Nacht auf dem Gelände randaliert. Defqon.1 ist nach Angaben der Organisatoren eines der größten Hardstyle- und Hardcore-Festivals der Welt mit mehr als 70.000 Besuchern pro Tag.
+++ 11:25 So setzt die Hitze Deutschlands Nachbarn zu +++
In ganz Europa brechen gerade die Hitze-Rekorde. In vielen Ländern ist der Juni so heiß wie noch nie. Die Länder reagieren darauf mit teils drastischen Maßnahmen. So werden in Frankreich wegen der Temperaturen drei Atomreaktoren abgeschaltet. ntv-Reporter berichten aus Paris, London und Salerno.
+++ 10:43 Vor den Augen ihrer Frauen: Männer gehen im Bodensee unter +++
Vor den Augen ihrer Frauen sind zwei ältere Männer nach einem Sprung in den Bodensee untergegangen und verschwunden. Auch nach einer mehrstündigen Suche fehlt von den beiden 71 und 76 Jahre alten Männern jede Spur. Die Suche soll im Laufe des Vormittags fortgesetzt werden, wie die Polizei mitteilt. Die Männer waren am Donnerstagnachmittag mit ihren Frauen auf einem Mietboot unterwegs, als sie rund 200 Meter vor dem Hafen Kirchberg in Baden-Württemberg ins Wasser sprangen und untergingen. Wasserschutzpolizei und Feuerwehr waren auf dem See unterwegs, auch Taucher der DLRG, Hubschrauber und Mantrailerhunde sowie zwei Sonargeräte wurden eingesetzt - erfolglos.
+++ 10:08 Hitze lässt Autobahn in Sachsen-Anhalt aufplatzen +++
Aufplatzende Autobahnen, Waldbrände, volle Notaufnahmen und steigender Wasserverbrauch: Die anhaltende Hitzewelle bringt Deutschland an mehreren Fronten an die Belastungsgrenze. Auch Bahnreisende und Veranstalter reagieren inzwischen auf die Extremtemperaturen.
+++ 09:19 Verband: Mehrheit der Kliniken ohne Klimaanlagen für Patienten +++
Klimaanlagen in den Zimmern von Patienten sind dem Marburger Bund zufolge in deutschen Krankenhäusern noch längst keine Selbstverständlichkeit. "Die meisten Intensivstationen in Deutschland sind mittlerweile klimatisiert, aber dann hört es auch schon fast auf. Nur ein Drittel der Häuser haben klimatisierte Patientenzimmer", sagt die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, im ZDF-Morgenmagazin. Klare Vorgaben gebe es nur für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte schlicht die Hitze nicht aushielten. Abhilfe wird Johna zufolge teils mit provisorischen Lösungen geschaffen: "Wir bitten oft auch Angehörige, zum Beispiel Kühlakkus von zu Hause mitzubringen, die kurzzeitig Erleichterung verschaffen."
+++ 09:19 Tierschutzbund verlangt Stopp von Tiertransporten +++
Mit Blick auf die Hitzewelle fordert der Deutsche Tierschutzbund einen befristeten Stopp von Tiertransporten. "Wir appellieren an die Bundesregierung und die Bundesländer sowie an die Veterinärämter, Transportunternehmen und Landwirte, bei dieser extremen Hitze Tiertransporte auszusetzen", sagt Präsident Thomas Schröder den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Zumindest sollten die Fahrten auf den späten Abend oder frühen Morgen verlegt werden.
+++ 08:51 Bevölkerungsschutztag mit Dobrindt verschoben +++
Der für diesen Samstag geplante Bevölkerungsschutztag mit zentraler Veranstaltung in Freiburg findet nicht statt. "Aufgrund der zu erwartenden Wetterlage am Samstag in Freiburg, wird der geplante Bevölkerungsschutztag 2026 mit Innenminister Alexander Dobrindt auf dem Messegelände verschoben. Ein neuer Termin, voraussichtlich im Herbst, wird noch bekanntgegeben", teilt eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin mit.
+++ 08:21 Festival und Konzert in NRW fallen aus +++
Wegen der hohen Temperaturen im Ruhrgebiet sind das geplante Konzert von Sänger Jan Delay und das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee kurzfristig abgesagt worden. Dies teilen die Veranstalter auf Facebook mit. Die Musikveranstaltungen waren für den heutigen Freitag und Samstag geplant. Man habe in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Kommunen, Behörden und Sicherheitsorganisationen versucht, Lösungen zu finden, um beide Veranstaltungen trotz der außergewöhnlichen Wetterlage nicht absagen zu müssen, heißt es. Aufgrund der Kürze der Zeit seien jedoch keine ausreichenden Maßnahmen mehr möglich gewesen, um die Sicherheit der Gäste, Künstler und Mitarbeitenden garantieren zu können.
+++ 08:00 Wissenschaftler: Intensität der Hitzewelle hängt mit Klimawandel zusammen +++
Die Intensität der derzeitigen Hitzewelle in Europa hängt nach Einschätzung einer Wissenschaftlergruppe mit dem Klimawandel zusammen. "Der Klimawandel ist eindeutig dafür verantwortlich", heißt es in einer veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA). Die natürliche Wärmephase durch das Wetterphänomen El Niño spiele hingegen "keine Rolle bei der Steigerung der Hitze". Die derzeitigen extrem hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht wären den Forschern zufolge zu diesem Zeitpunkt im Jahr vor 50 Jahren "praktisch unmöglich" gewesen.
+++ 07:17 Rettungsorganisation plädiert für Verschiebung von Amateur-Sportevents +++
Sportveranstaltungen im Amateur-Bereich sollten aus Sicht des Arbeiter-Samariter-Bunds Deutschland (ASB) bei extremer Hitze lieber verschoben werden. "Bei Sportveranstaltungen mit einem hohen Anteil an untrainierten und unprofessionellen Sportlern würden wir eine Verschiebung empfehlen", teilt die Rettungsorganisation der "Welt" mit. Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, sagt der Zeitung: "Wer jetzt Veranstaltungen organisiert, trägt Verantwortung dafür, dass aus sportlichen Höchstleistungen Einzelner kein medizinischer Notfall Vieler wird." Es brauche bei solcher Hitze Schutzkonzepte und die Bereitschaft, Veranstaltungen anzupassen, wenn die Sicherheit der Teilnehmer es erfordere.
+++ 06:21 Berliner Philharmoniker lockern Kleiderordnung +++
Angesichts der erwarteten Hitze wird die Kleiderordnung bei den Berliner Philharmonikern gelockert. Das Spitzenorchester spielt am Samstagabend sein berühmtes Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne - in der Hauptstadt werden bis zu 41 Grad erwartet. Die Bühne liege abends glücklicherweise im Schatten, sagt eine Sprecherin des Orchesters. "Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit einem schwarzen Hemd als Oberteil", sagt die Sprecherin. Die Ärmel dürften auch hochgekrempelt werden. Das Oberteil der Damen müsse nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht langärmelig sein. Backstage gebe es Getränke und Kühlpacks.
+++ 05:44 An Hitze gewöhnt sich der Mensch nur begrenzt +++
Können wir Menschen uns an Hitze gewöhnen? Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge gibt es einen gewissen Anpassungseffekt - aber der hat Grenzen. "Innerhalb einer Hitzewelle wird es für den Menschen von Tag zu Tag, je länger die Hitzewelle andauert, eher belastender", erklärt die DWD-Medizin-Meteorologin Kathrin Graw. "Vor allem, wenn auch die Erholung in der Nacht fehlt, wenn die Nächte ebenfalls warm bleiben und sich dadurch die Schlafqualität verschlechtert, dann kann die Hitze am nächsten Tag schlechter verkraftet werden." Auch die Gefahr tödlicher Hitzefolgen steigt mit der Dauer einer Hitzewelle, wie der DWD in einer Studie ermittelt hat. "Je länger die Hitze anhält, desto mehr Menschen sterben", betont Graw. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen stürben etwa bis zu 18 Prozent mehr Menschen am elften sowie zwölften Tag einer Hitzewelle verglichen mit Zeiträumen ohne Hitze. An den ersten Tagen einer Hitzewelle liegt die hitzebedingte Übersterblichkeit dieser Gruppe bei 8,5 Prozent.
+++ 04:54 Schweiz bricht Temperaturrekord für Monat Juni mit 38 Grad +++
Mit 38 Grad in Basel hat die Schweiz am Donnerstag die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur verzeichnet. Damit sei der bisherige Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen, teilt der Schweizer Wetterdienst Meteoschweiz mit. Auch vor fast acht Jahrzehnten war die höchste Juni-Temperatur in der Stadt Basel nahe der Grenze zu Deutschland und Frankreich gemessen worden. Wegen der Hitzewelle in Westeuropa gilt auch in weiten Teilen der Schweiz die höchste Hitze-Warnstufe. Am höchsten sind die Temperaturen im Norden der Schweiz, wo außer in Basel in mindestens fünf Wetterstationen das Thermometer über 37 Grad anzeigte. Die Hitzewelle werde voraussichtlich bis Montag anhalten, erklärt Meteoschweiz.
+++ Pariser Umland: Trinkwasser wird knapp +++
Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich wird in mehreren Orten im Umland von Paris das Trinkwasser knapp: Die Bewohner von neun Dörfern im Département Val d'Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, wie das Unternehmen Veolia mitteilt. Betroffen sind demnach etwa 8300 Menschen. Der Wasserverbrauch war wegen der Hitzewelle in der Gegend um 30 Prozent gestiegen. Dies hatte zur Folge, dass das Wasserversorgungsnetz nicht mehr ausreichte. Während früherer Hitzeperioden war es in Frankreich bereits häufiger zu Wasserknappheit gekommen, allerdings eher im Süden des Landes und im Hochsommer.
+++ Glühende Blechverkleidung: Vier junge Falken stecken fest +++
Die Hitze hätte ihnen zum Verhängnis werden können: Vier junge Falken sind in Stuttgart vor dem Tod bewahrt worden. Die Tiere hätten hinter der heißen Blechverkleidung des Kamins eines Wohn- und Geschäftshauses in Mitte festgesessen, teilt die Feuerwehr mit. Durch die starke Sonneneinstrahlung sei das Blech bereits auf über 65 Grad erhitzt gewesen. Ein Jungtier fiel schon vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte auf ein Vordach, Feuerwehrleute retteten es von dort, wie es weiter heißt. Die anderen drei Falken wurden befreit, indem das Blech gebogen wurde.
+++ Sicherheitsbedenken: Trier sagt Stadtlauf ab +++
Der für Sonntag vorgesehene Trierer Stadtlauf fällt wegen der weiter erwarteten Hitze aus. "Nach intensiven Beratungen und einer sorgfältigen Abwägung aller Möglichkeiten hat der Vereinsvorstand diese Entscheidung gemeinsam mit den zuständigen Behörden getroffen", teilt der Verein Silvesterlauf Trier mit. Die Traditionsveranstaltung hätte zum 40. Mal stattfinden sollen. "Diese Entscheidung fällt uns außerordentlich schwer", erklärt der Vorstand des Vereins. Man habe in den vergangenen Monaten "unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit, großes Engagement und sehr viel Herzblut in die Vorbereitung unseres Jubiläumsstadtlaufs investiert", heißt es weiter. Eine sichere Durchführung könne bei den extremen Bedingungen aber nicht verantwortet werden. Am Sonntagmorgen werden in Trier um die 30 Grad Celsius erwartet.
+++ Fahrbahnschäden wegen Hitze: A2 auf zwei Abschnitten gesperrt +++
Wegen Hitzeschäden ist die Autobahn 2 auf zwei Abschnitten gesperrt worden: in Brandenburg zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Berlin sowie in Sachsen-Anhalt bei Burg in Richtung Hannover. Nach Angaben der Autobahn GmbH dauern beide Sperrungen voraussichtlich bis zum Sonntagnachmittag. In beiden Fällen soll die beschädigte Betondecke bis dann durch Asphalt ersetzt werden. Ältere Betonfahrbahnen, die bereits Vorschäden aufwiesen oder an denen es schon häufiger Reparaturen gegeben habe, seien besonders anfällig für Hitzeschäden, erklärt eine Sprecherin der Autobahn GmbH.
+++ Großbritannien bricht zweiten Tag in Folge Juni-Hitzerekord +++
Großbritannien verzeichnet einen neuen Temperaturrekord für den Monat Juni. Laut der nationalen Wetterbehörde Met Office werden in Yeovilton in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands 36,4 Grad gemessen. Bereits am Mittwoch war der Rekord aus den Jahren 1957 und 1976 gebrochen worden: Damals waren 36,1 Grad in Gosport an der Südküste Englands gemessen worden. Für weite Teile von Südengland hatte die Wetterbehörde am Mittwoch wegen der extremen Hitze die höchste Warnstufe ausgerufen. Das bislang einzige Mal war dies im Juli 2022 geschehen.
+++ 21:45 Kliniken voll ausgelastet - Paris verhängt Alkoholverbot bis Sonntag +++
Angesichts der extremen Hitzewelle erlässt die Pariser Polizeipräfektur vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt. Von Freitag bis zum Sonntagmorgen ist der Verkauf von Alkohol verboten und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt, wie die Präfektur mitteilt. Von dem Verbot ausgenommen sind allerdings Restaurants und Gaststätten. Die Kliniken im Großraum Paris seien wegen der Hitzewelle bereits voll ausgelastet und ständig würden neue Patienten eingeliefert, begründet Polizeipräfekt Patrice Faure die Einschränkungen. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten. Für die Kliniken in Frankreich wurde bereits der höchste Krisenmodus ausgerufen.
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