Panorama

Schlimmste Flut seit 180 Jahren19 Tote in Frankreich

16.06.2010, 19:54 Uhr
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Der Fluss Artuvy ist aus allen Fugen geraten. (Foto: AP)

Sintflutartiger Regen verursacht in Südfrankreich Überschwemmungen, wie es sie dort seit 1827 nicht mehr gab. Mindestens 19 Menschen sterben. Mehrere Bewohner sind zudem vermisst. Hunderte Einheimische und Touristen müssen mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht werden.

Bei schweren Überschwemmungen in Südfrankreich sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Die schlimmste Flut seit 180 Jahren überschwemmte mehrere Orte. Etliche Bewohner des besonderes stark betroffenen Gebiets rund um die Stadt Draguignan werden noch vermisst. Sintflutartiger Regen habe in einigen Orten Überschwemmungen verursacht, wie es sie dort seit 1827 nicht mehr gab, teilte der Wetterdienst Météo France mit. Die meisten Opfer ertranken vermutlich in Fahrzeugen.

Hunderte Bewohner und Touristen mussten mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit gebracht werden und die Nacht in Notunterkünften zubringen, wie die Behörden im Bezirk Var mitteilten.

Wasser zeitweilig zwei Meter hoch

Allein in der Kleinstadt Draguignan im Hinterland der Provence starben zehn Menschen, wie die Behörden mitteilten. Das Wasser stieg dort am Dienstagabend zeitweise zwei Meter hoch. Auch die rund 500 Insassen der örtlichen Haftanstalt mussten in Sicherheit gebracht werden. Stark betroffen waren demnach auch Ortschaften wie Les Arcs und Roquebrune; im Badeort Fréjus an der Küste starb ein Mensch.

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Aufgerissenen Straßen in Draguignan. (Foto: AP)

"Wir haben das Herz der Stadt heute Morgen verwüstet vorgefunden", sagte die Unterpräfektin von Var, Corinne Orzechoswski, bei einem Besuch in Draguignan. Als der Regen am Mittwoch nachließ, waren die Straßen teils von Schlammmassen, verkeilten Autos, Trümmern und Schutt verstopft. Bäume lagen quer, Möbelstücke trieben im Wasser.

"So etwas haben wir noch nie gesehen", sagte der Bürgermeister der nahegelegenen Ortschaft Les Arcs, Alain Parlanti. Auch dort schwammen Autos im Hochwasser und wurden von den Wassermassen an Häuser oder Bäume gedrückt. Auf einem großen Parkplatz in der Ortsmitte klaffte ein sechs Meter großes Loch, nachdem der Asphalt eingebrochen war.

Kein Strom, Bahnverbindungen unterbrochen

Am Mittwochnachmittag waren immer noch rund hunderttausend Menschen in dem Gebiet ohne Strom. Die Bahnverbindung zwischen Toulon und Nizza wurde bis Donnerstag unterbrochen. In den betroffenen Ortschaften wachte die Polizei darüber, dass niemand plünderte.

Die Behörden befürchteten weitere Opfer. "Wir suchen nach Menschen und überprüfen, ob niemand unter den Autowracks liegt", sagte Unterpräfektin Orzechoswski. Einige Ortschaften seien nach der Überflutung noch unzugänglich. Die Behördenvertreterin warnte gleichzeitig vor neuen Unwettern am Mittwochabend. "Selbst wenn es nicht regnet, ist es noch nicht vorbei."

Staatschef Nicolas Sarkozy drückte den Betroffenen sein Mitgefühl aus und sicherte die Unterstützung der Regierung zu.

Quelle: AFP/dpa