Panorama

Bluttat im Inselparadies28 Jahre für Mord an deutschem Weltumsegeler

17.05.2014, 13:38 Uhr
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Heike Dorsch hat die Geschichte vom Verlust ihres Freundes Stefan bei der gemeinsamen Weltumsegelung in einem Buch aufgearbeitet. (Bild: beide auf der Isla Tortuga in Venezuela, undatierte Aufnahme) (Foto: Inga Schladetzky)

Es sollte das Abenteuer ihres Lebens werden, doch die Weltumseglung endete für ein deutsches Paar in der Katastrophe. Ein einheimischer Jäger tötete den Mann, nun muss er dafür büßen.

Ein Gericht in Französisch-Polynesien hat einen 33-jährigen einheimischen Jäger wegen der Ermordung eines deutschen Weltumseglers sowie der sexuellen Belästigung und Freiheitsberaubung von dessen Freundin zu 28 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht legte in seinem Urteil fest, dass Arihano Haiti nicht vor Ablauf von 18 Jahren freigelassen werden darf. Der Mordfall hatte im Oktober 2011 auch deshalb Aufsehen erregt, weil der Verdacht des Kannibalismus aufkam. Dieser bestätigte sich aber im Laufe der Ermittlungen nicht.

Der Deutsche Stefan R. und seine Freundin Heike D. hatten bei einer Weltumsegelung mit ihrem Katamaran einen Zwischenstopp auf der Insel Nuku Hiva eingelegt, die zu den Marquesas-Inseln im Pazifik gehört. Nach Angaben der Freundin war der 40-Jährige auf Einladung des Jägers zu einer Bergtour aufgebrochen.

Nach einer Weile sei der Jäger allein zurückgekehrt und habe berichtet, ihr Freund sei verletzt und brauche Hilfe, sagte Heike D. aus. Sie sei mitgekommen, doch plötzlich habe Haiti sie mit einer Waffe bedroht, sexuell belästigt und an einen Baum gebunden. Sie konnte sich allein befreien und alarmierte die Behörden. Diese fanden schließlich eine frische Feuerstelle mit menschlichen Knochenresten, Zähnen und Kleidung.

Der Anwalt der Hinterbliebenen von Stefan R. zeigte sich mit dem Urteilsspruch zufrieden. Der Anwalt des Verurteilten sagte, er werde seinem Mandanten von einer Berufung "abraten". Er wertete es als Erfolg, dass dieser nicht zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Quelle: ntv.de, sba/AFP