Panorama

Aus der Armut in die Hölle 49 Sexsklavinnen in Kolumbien befreit

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Cartagena gilt als Hochburg des Sextourismus in Kolumbien.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Aus Angst vor Armut und auf der Suche nach Arbeit kommen viele Venezolanerinnen ins Nachbarland Kolumbien. Doch dort geraten Frauen immer wieder in die Fänge von Zuhältern. Durch geheime Tunnel werden sie in die Nachtclubs von Cartagena geschleust.

Im kolumbianischen Cartagena haben Sicherheitskräfte einen Zuhälterring zerschlagen und 49 Zwangsprostituierte befreit. Die Frauen hätten in der Tourismushochburg an der Karibikküste Freier bedienen müssen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Ihre Zuhälter schleusten sie durch Tunnel in Keller von Nachtclubs. Den Frauen seien die Pässe abgenommen worden, den größten Teil ihrer Einnahmen hätten sie an die Zuhälter abgeben müssen.

Den Anführern der Bande drohen nun über 23 Jahre Haft. Wie die Staatsanwaltschaft bekannt gab, entdeckte die Polizei bei mehreren Razzien das Netzwerk von Zuhältern und nahm 18 Verdächtige fest. 23 der Opfer stammten nach Angaben der Ermittler aus dem Nachbarland Venezuela. Ihnen seien zunächst Jobs in Cartagena versprochen worden, dort seien sie dann zur Prostitution gezwungen worden. Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Hunderttausende sind bereits vor dem Elend in die Nachbarländer geflohen.

Cartagena gilt als Hochburg des Sextourismus in Kolumbien. Vor einigen Wochen hatte die Polizei dort einen Zuhälterring zerschlagen. Die Gruppe um die Hauptverdächtige "La Madame" ließ den Ermittlungen zufolge 250 Prostituierte für sich anschaffen - darunter auch Minderjährige.

Die nun erfolgten Razzien fanden den Angaben zufolge vor mehreren Wochen statt. Gómez sagte, die Polizei sei auch dem Hauptquartier der Zuhälter dicht auf den Fersen. Die Verdächtigen würden wegen "Menschenhandels für Sexsklaverei" vor Gericht gestellt.

Das US-Außenministerium beschreibt Kolumbien als wesentliches "Ursprungs- und Zielland für Männer, Frauen und Kinder", die zu Prostitution und Zwangsarbeit gezwungen werden. In der Hauptstadt Bogotá waren im Mai 2016 200 Sexsklavinnen befreit worden.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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