Trauerfeier im Berliner DomAbschied vom Kaiserenkel
Mit einem festlichen Gedenkgottesdienst im Berliner Dom haben am Donnerstag Familie, Freunde und Wegbegleiter Abschied vom Wilhelm-Karl Prinz von Preußen genommen.
Mit einem festlichen Gedenkgottesdienst im Berliner Dom haben am Donnerstag Familie, Freunde und Wegbegleiter Abschied vom Wilhelm-Karl Prinz von Preußen genommen. Dem letzten Enkel des deutschen Kaisers erwiesen rund 1.100 Trauergäste die letzte Ehre in der früheren Hofkirche der Hohenzollern und Hauptkirche des preußischen Protestantismus. Neben der Witwe Armgard, ihren drei Kindern und rund 15 weiteren Familienangehörigen waren auch Vertreter verschiedener Fürstenhäuser erschienen. Vor einem Ölgemälde des Prinzen in Johannitertracht lagen auf den Stufen zum Altar Blumen- und schlichte Lorbeerkränze der Familie. Auf schwarzem Samtkissen prangten seine Orden.
Der Prinz aus dem Hause Hohenzollern war am Ostermontag im Alter von 85 Jahren in Holzminden gestorben. Am Mittwoch war er auf dem Friedhof Bornstedt in seiner Heimatstadt Potsdam im engsten Familienkreis beigesetzt worden.
Die zentrale Trauerfeier in Berlin richtete der Johanniterorden für den Adligen aus. Er hatte dem Orden fast ein halbes Jahrhundert als Herrenmeister und Protektor angehört. Ordensdekan Ruprecht Graf zu Castell Rüdenhausen würdigte Wilhelm-Karl als "ersten Diener seines Ordens". Mit "klarer Haltung und innerer Souveränität" habe der Prinz den Orden geführt und so dessen Grundtugenden "Dienst am Not leidenden Menschen und Einstehen für den christlichen Glauben" bewahrt und behutsam an die Erfordernisse der Zeit angepasst. "Er war nach Herkunft und Haltung ein Aristokrat, aber im Herzen auch ein Demokrat."
Der Dekan erinnerte daran, dass Wilhelm-Karl sein gesamtes Leben im Vertrauen auf Gott gelebt habe. "Wichtig war ihm sein Bekenntnis zum evangelischen Glauben. Im Orden hat er ein praktisches Betätigungsfeld dafür gefunden", sagte der Ordensdekan.
Das Haus Hohenzollern war bei dem Gedenkgottesdienst durch Georg Friedrich Prinz von Preußen vertreten. Zu den Trauergästen gehörten auch der EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Bischof Wolfgang Huber und Vertreter der Adelshäuser wie der Herzog von Bayern und Ernst August von Hannover jr.. Zahlreiche Trauergäste waren im schwarzen Umhang des Johanniterordens mit dem Ordenskreuz erschienen.
Der am 30. Januar 1922 in Potsdam geborene Wilhelm-Karl Prinz von Preußen wurde 1944 in den Johanniterorden aufgenommen. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Weiterentwicklung des Ordens zu einem leistungsfähigen Träger diakonischer Aufgaben. 1999 übergab er das Amt an seinen Sohn Oskar Prinz von Preußen.