Nach Feuer im Kloster FüssenÄltester Mönch Deutschlands tot

Der vermutlich älteste Franziskanermönch Deutschlands erliegt nach einem Brand im Füssener Kloster seinen Verbrennungen. Die Mitbrüder des 100-Jährigen hatten sich bei dem Feuer am Sonntagmorgen retten können. Die Brandursache ist weiter unklar.
Ein 100 Jahre alter Mönch ist seinen Verbrennungen bei einem Feuer im Franziskanerkloster in Füssen erlegen. Von seinen verletzten Mitbrüdern konnten nach Polizeiangaben die ersten inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen werden. Im Zimmer des vermutlich ältesten Franziskanermönchs Deutschlands war am frühen Sonntagmorgen Feuer ausgebrochen. Der 100-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Brandverletzungen in die Unfallklinik Murnau geflogen. Alle anderen Ordensbrüder erlitten Rauchvergiftungen, fünf von ihnen mussten stationär behandelt werden.
Den Schaden am historischen Klostergebäude bezifferte die Polizei mit rund 100.000 Euro. Jedoch seien auch kunsthistorische Gegenstände wie Gemälde und Ikonen beschädigt worden, so dass der Gesamtschaden deutlich höher sein dürfte, sagte ein Polizeisprecher. Die Klosterkirche wurde nicht beschädigt.
Rund 170 Einsatzkräfte waren vor Ort. Sie konnten drei Mönche über Feuerwehrleitern retten und verhindern, dass sich die Flammen ausbreiteten. Ein Feuerwehrmann und eine Polizistin wurden leicht verletzt.
Das Kloster liegt am Rande der Füssener Altstadt. Die Franziskaner sind trotz der dicken Klostermauern in das Leben der Stadt eingebunden und bei der Bevölkerung sehr beliebt, erzählen Kirchgänger. "Die sind ein Teil von Füssen. Man kennt jeden mit Namen und trifft sie oft in der Stadt", sagt einer von ihnen.
Das Kloster wurde nach Angaben des Ordens 1628 auf Wunsch Füssener Bürger errichtet. 1836 wurde der Konvent in die bayerische Franziskanerprovinz aufgenommen. 1979 übernahm die Diözese Augsburg das Eigentumsrecht und renovierte Kloster und Kirche. Heute ist der Konvent den Angaben zufolge wegen seiner baulichen Beschaffenheit ein bevorzugter Lebensort für ältere Mitbrüder, die dort ihren Lebensabend verbringen.