Panorama

Zwischenfall bei der LandungAir-Berlin-Jet steckt auf Sylt fest

30.09.2017, 11:10 Uhr
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Die Maschine sackte in den Boden ab und muss mit schwerem Gerät geborgen werden. (Foto: AP)

Eine Air-Berlin-Maschine schießt auf dem Flughafen der Insel Sylt rund 50 Meter über die Landebahn hinaus und bleibt im weichen Rasen stecken. Verletzt wird bei dem Vorfall niemand. Doch der Flughafen bleibt vorerst für den Flugverkehr gesperrt.

Das ging noch einmal gut aus für 82 Passagiere von Air Berlin. Sie erlebten am Morgen bei der Landung ihres Flugzeugs auf der Insel Sylt eine Schrecksekunde: Der Airbus A320 rollte über die Landebahn hinaus und kam erst 50 Meter dahinter zum Stehen, wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle sagte. Die Maschine blieb in dem aufgeweichten Rasen stecken. Die Räder haben lange Furchen hinterlassen.

Keiner der Passagiere wurde bei dem Vorfall verletzt. Die Ursache für den Vorfall des Flugzeugs, das aus Düsseldorf kam, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Das Bundesamt für Flugunfalluntersuchungen hat sich eingeschaltet und die Ermittlungen übernommen.

Schlechte Sicht

Zum Unfallzeitpunkt sei die Sicht schlecht gewesen. Das Wetter auf Sylt war am Vormittag diesig. Wie es hieß, war die Landebahn nass, als das Flugzeug aufsetzte. "Wir sind froh, dass es nicht schlimmer gekommen ist", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Kloth und klingt etwas erleichtert. Das Flugzeug sei mit geringer Geschwindigkeit auf eine Wiese kurz hinter der Landebahn gerollt. "Da muss jetzt eine spezielle Bergungsfirma ran."

Alle 82 Passagiere und die 6 Crewmitglieder wurden von Einsatzkräften aus der Maschine geholt. Auf Bildern ist das Flugzeug mit Gangway zu sehen, davor einige Maulwurfshügel. An dem Flugzeug entstand laut Polizei kein offensichtlicher Schaden. Der Airbus sackte aber in das nasse Erdreich ab. Für die Bergung ist schweres Gerät erforderlich.

Flugbetrieb vorerst eingestellt

Der Flugbetrieb wurde zunächst für den heutigen Samstag eingestellt. "Die Wetterlage lässt aktuell den Flugbetrieb auf der Querpiste für den Linienverkehr nicht zu", teilte der Flughafen mit. Für Sonntag sähen die Bedingungen aber besser aus. Dann scheine eine Nutzung möglich. Die Hauptpiste könne dagegen erst nach Abschluss der Untersuchungen und der Bergung des Airbus erfolgen.

Wer die Nordseeinsel am Samstag mit dem Flugzeug verlassen wollte, hatte also schlechte Karten. "Ich hatte einen Flug über Düsseldorf nach Mallorca gebucht. Der ist annulliert, das Geld ist weg. Keiner kann sagen, wann ich wie runterkomme von der Insel", schimpfte ein verärgerter Passagier. Eine Frau mit zwei Kindern freute sich indes: "Eigentlich hätte ich heute nach Salzburg fliegen sollen. Jetzt kann ich eine Woche länger hierbleiben. Das geht aber nur, weil ich bei meiner Schwiegermutter wohnen kann. Mit dem Zug wäre das sonst schwierig geworden mit zwei kleinen Kindern bis nach Salzburg."

Ein älteres Ehepaar wartete dagegen etwas ratlos am Flughafen. "Wir wurden von der Fluggesellschaft angerufen, dass wir zum Flughafen kommen sollen. Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Wohl erst mal mit dem Zug nach Niebüll auf das Festland und dann sehen wir weiter", berichtete der Mann aus dem Rhein-Neckar-Raum. Bereits anfliegende Maschinen sind umgeleitet worden. Acht ursprünglich für den Tag geplante Landungen und neun Starts wurden gestrichen. So steht es auf der Internetseite des Flughafens. Laut Air Berlin wird der Flughafen Sylt von der Airline täglich im Schnitt fünfmal angeflogen. Etwa fünf Verbindungen täglich gebe es außerdem von der Insel.

Quelle: abe/hvo/dpa