Panorama

Reinhardt bedauert Irritationen Ärztepräsident korrigiert Ansicht zu Masken

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Bringt die Maske etwas oder nicht? Mittlerweile ist auch Ärztekammer-Präsident Reinhardt vom Nutzen überzeugt.

(Foto: dpa)

Der Mund-Nasen-Schutz ist für Corona-Leugner ein verhasstes Symbol. Einigen Wirbel verursachen daher Aussagen des Chefs der Bundesärztekammer, der den Nutzen der Masken in Zweifel zieht. Der Mediziner befasst sich daraufhin noch einmal mit der Studienlage und rudert nun zurück.

Zwei Tage, nachdem er den Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Pandemie in Zweifel gezogen hat, ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zurückgerudert. "Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes", teilte er mit. Seine Aussagen hätten zu erheblichen Irritationen geführt, die er sehr bedaure.

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Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich noch einmal mit den Alltagsmasken beschäftigt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Reinhardt hatte in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" vom Mittwochabend gesagt, er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind. Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken".

Das widerrief er nun: "Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird", sagte er laut Mitteilung. Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sprach der Mediziner in der Lanz-Sendung auch von einem "Vermummungsgebot".

Reinhardt war für seine Aussagen von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund krisitiert worden. Die Vorsitzende Susanne Johna hatte gesagt: "Diese persönliche Auffassung des Bundesärztekammer-Präsidenten steht im Widerspruch zur aktuellen Studienlage und ist geeignet, das seit Monaten wirksame und evidenzgestützte Konzept zur Minimierung von Infektionen zu diskreditieren." Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sah in den Aussagen Reinhardts gar einen "Rücktrittsgrund".

In einer gemeinsamen Mitteilung betonten Reinhardt und zahlreiche Vertreter von Medizinerverbänden - darunter Johna vom Marburger Bund - , dass die Evidenz für einen Nutzen spreche. "Trotz aller noch bestehender Unsicherheit resultiert aus den Daten aus Sicht der Unterzeichner die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes", heißt es in der Mitteilung.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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