Panorama

Flammeninferno in KalifornienAuslöser auf Marihuana-Plantage?

17.08.2009, 17:44 Uhr

Die schweren Waldbrände in Kalifornien sind zu fast 70 Prozent unter Kontrolle, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Nach Behördenangaben wurde ein Waldbrand vermutlich von einem Lagerfeuer auf einer illegalen Marihuana-Plantage ausgelöst.

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Die Feuerwehr hat mittlerweile mehrere Brandherde unter Kontrolle. (Foto: dpa)

Ein seit einer Woche wütender Waldbrand in Südkalifornien ist vermutlich durch ein Lagerfeuer auf einer illegalen Marihuana-Farm in der Wildnis entfacht worden. Die Farm wurde nach Angaben der Sheriffbehörde im Bezirk Santa Barbara wahrscheinlich von einer mexikanischen Drogen-Organisation betrieben.

Drogenbekämpfer hatten demnach schon seit vergangenem Monat in dem unzugänglichen Gebiet mit steilen Hängen und tiefen Schluchten nach gleich mehreren vermuteten "Pot-Camps" gesucht. "Ich habe bisher noch nie gehört, dass ein Feuer auf eine solche Weise entstanden ist", sagte eine Sprecherin der US-Waldbehörde.

Feuer zu 70 Prozent unter Kontrolle

Der Brand im Los Padres National Forest bei Santa Barbara hat bisher rund 350 Quadratkilometer Land verwüstet. Durch den Einsatz von fast 2100 Feuerwehrleuten waren die Flammen aber zu fast 70 Prozent unter Kontrolle, wie US-Medien berichteten.

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Die Region ist unwirtlich und schwer zu erreichen. (Foto: AP)

Ähnlich groß waren auch die Fortschritte bei der Bekämpfung eines Flammenmeeres weiter nördlich in den Santa-Cruz-Bergen etwa 100 Kilometer südlich von San Francisco. Hier konnten Hunderte Menschen, die vor dem Feuer auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern geflüchtet waren, wieder in ihre Häuser zurückkehren. Für 400 Einwohner der weiterhin vom Brand bedrohten kleinen Gemeinde Swanton wurde die Zwangsevakuierung aber noch beibehalten. Insgesamt wüteten in Kalifornien elf größere Waldbrände.

Schwarzenegger vor Ort

Am Samstag hatte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger die Region besucht und rasche Hilfe versprochen. Dem Brand fielen bereits mehr als 2700 Hektar Vegetation zum Opfer. Starke Winde und das schwierige Gelände erschweren die Löscharbeiten.

Seit Anfang August fielen Waldbränden in Kalifornien nach Angaben des Büros des Gouverneurs mehr als 47.000 Hektar Wald zum Opfer, bis zu 3100 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Kalifornien wird immer wieder von schweren Waldbränden heimgesucht. Bei den schlimmsten Waldbränden in der Geschichte des Bundesstaats im Jahr 2007 mussten 640.000 Menschen zeitweilig ihre Häuser verlassen, 2000 Häuser fielen den Flammen zum Opfer.

Quelle: AFP/dpa