Jahrestag der BuschbrändeAustralien gedenkt der Toten

Vor einem Jahr töteten Buschfeuer 173 Menschen. Im ganzen Land wird nun an die Katastrophe erinnert - und an den "großen Kampfgeist der Menschen".
Ein Jahr nach den verheerenden Buschbränden in Australien haben die Menschen an die 173 Todesopfer der Feuersbrünste erinnert. "Der 7. Februar hat sich als ein Tag der Trauer für immer in unser nationales Gedächtnis gebrannt", sagte Premierminister Kevin Rudd in einer Messe in der St.-Paul-Kathedrale in Melbourne. An diesem Tag müsse aber auch an den großen Kampfgeist der Menschen erinnert werden. Die Gedanken seien heute bei all jenen, die in den Flammen Angehörige verloren hätten, aber auch bei jenen, die seitdem mit großem Mut ihre Häuser und ihr Leben wieder aufgebaut hätten.
Alle Fahnen im Land waren am Sonntag auf Halbmast gesetzt. Unter anderem in den besonders hart getroffenen Städten Marysville, Kinglake und Strahewan vor den Toren Melbournes wollten die Menschen an die schrecklichen Brände vor einem Jahr erinnern. Pastor Mark Prowse sagte in Kinglake, auch nach zwölf Monaten berichteten ihm die Menschen immer noch von ihrer tiefen Trauer. "Sie sind emotional und körperlich erschöpft", sagte der Geistliche.
Die hohe Zahl an Todesopfern bei den Bränden vor einem Jahr führten die Behörden später auch auf eine falsche Strategie im Umgang mit den Feuern zurück. Es war den Menschen freigestellt, bei ihren Häusern zu bleiben, um gegen die Flammen anzukämpfen. Das hatten viele in völliger Verkennung der Gefahren getan. Die Behörden veränderten diese Strategie infolge der Katastrophe. Durch die wochenlangen Feuer verloren etwa 10.000 Menschen ihr Zuhause, 2000 Häuser wurden zerstört.