Panorama

18 Tote in Afghanistan Autobombe überschattet Opferfest-Auftakt

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Eid al-Adha oder Opferfest, der wichtigste Feiertag des Islam, markiert die Bereitschaft des Propheten Ibrahim, seinen Sohn zu opfern.

(Foto: dpa)

Wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe für das islamische Opferfest Eid al-Adha explodiert in Afghanistan eine Autobombe. Die militant-islamistischen Taliban dementieren, für die mindestens 18 Toten verantwortlich zu sein, das Innenministerium hält jedoch dagegen.

Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Zentralprovinz Logar sind nach Angaben von Provinzräten mindestens 18 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden, sagte Provinzratschef Hasibullah Staneksai. Die Explosion kurz vor Beginn des islamischen Opferfestes Eid al-Adha habe sich am Abend an einem belebten Ort in der Provinzhauptstadt Pol-e Alam ereignet. Unter den Toten sollen auch viele Frauen und Kinder sein. Ein Video, das von Journalisten verbreitet wurde, zeigte chaotische Szenen in einem Krankenhaus mit zahlreichen Verletzten und blutüberströmtem Boden.

Die militant-islamistischen Taliban, die auch in der Provinz aktiv sind, dementierten umgehend, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Das Innenministerium machte dennoch die militante Gruppe für den Angriff verantwortlich. "Die Taliban sind das Fundemant terroristischer Aktivitäten, und sie können sich sicherlich nicht von solchen Vorfällen freisprechen", sagte Ministeriumssprecher Tarek Arian. Das Innenministerium sprach zunächst von neun Toten und 40 Verletzten, es handele sich dabei aber um vorläufige Zahlen, hieß es.

Für das Opferfest Eid al-Adha hatten sich die Taliban und Kabul am Dienstag auf eine dreitägige Waffenruhe verständigt, die um Mitternacht Kabuler Zeit in der Nacht zum Freitag in Kraft trat. Die Vereinten Nationen begrüßten die Ankündigung der Waffenruhe und forderten die Konfliktparteien auf, die Gelegenheit für einen Start des Friedensprozesses zu nutzen. Seit Monaten sind Friedensgespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung geplant, doch der Konflikt im Land geht weiter.

Truppenabzug gegen Gefangene

Streit zwischen Taliban und Kabul gab es vor allem um einen Gefangenentausch, der im Rahmen eines Abkommens zwischen den USA und den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) vereinbart wurde. Das Abkommen sieht einen Abzug der internationalen Truppen vor, im Gegenzug hatten die Taliban versichert, ihre Beziehungen mit anderen Terrorgruppen wie Al-Kaida zu beenden. Der Deal sollte auch den Weg für innerafghanische Friedensgespräche ebnen. Bis zu 5000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen.

Nur wenige Stunden vor der Autobombenattacke hatten die Taliban verkündet, dass mehr als 1000 Gefangene auf freiem Fuß sind. Die afghanische Regierung ließ bisher 4600 Taliban frei. Präsident Aschraf Ghani hatte am Dienstag angekündigt, die verbliebenen Taliban freilassen zu wollen. Gleichzeitig forderte er einen schnellen Beginn der Friedensgespräche, deren Auftakt in Doha stattfinden soll.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa