Panorama

Streit geht weiterBau der A44 vorerst gestoppt

31.10.2008, 15:29 Uhr

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Weiterbau der Autobahn A44 von Kassel nach Eisenach erneut gestoppt. Eine Klage von Umweltschützern habe "aufschiebende Wirkung", hieß es.

Gut ein halbes Jahr nachdem das Bundesverwaltungsgericht grünes Licht für den Bau der Autobahn A44 von Kassel nach Eisenach gab hat es den Bau vorerst wieder gestoppt. In einem Beschluss ordneten die Richter die "aufschiebende Wirkung" einer Klage des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an.

Damit darf am Abschnitt 32 zwischen Hessisch Lichtenau-Ost und Waldkappel-Hasselbach, einer von elf Teilstrecken, vorerst nicht gebaut werden. Das hessische Wirtschaftsministerium in Wiesbaden zeigte sich dennoch gelassen. Der Beschluss sei keine Entscheidung über den Bau, sondern nur ein Aufschub bis zur endgültigen Entscheidung.

"Verkehrsprojekt Deutsche Einheit"

Die Strecke grenzt östlich an das einzige schon befahrbare Stück der 64 Kilometer langen künftigen Autobahn. Für die westlich davon gelegene Etappe hatte das Bundesverwaltungsgericht im März die Baugenehmigung zugelassen. Weil dieser Abschnitt als der ökologisch sensibelste gilt, war die Entscheidung quasi als grünes Licht für das gesamte Projekt bewertet worden.

Jeder dieser drei Abschnitte ist kürzer als fünf Kilometer. Die im Ruhrgebiet beginnende A44 ist östlich von Kassel das letzte "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit". Der Abschnitt 32 ist 4,3 Kilometer lang und soll 76 Millionen Euro kosten. Allein der 1,3 Kilometer lange Tunnel Küchen schlägt mit 50 Millionen Euro zu Buche.

Mit ihrem jetzigen Beschluss ordnen die Richter einen Baustopp an, bis endgültig über das Projekt entschieden ist. Der BUND hatte geltend gemacht, dass die Trasse gegen europäisches Naturschutzrecht verstoße.