Panorama

Fast 1000 Tote auf den PhilippinenBehörden warnen vor Seuchen

21.12.2011, 10:20 Uhr
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Für die Obdachlosen ist die Lage prekär. (Foto: AP)

In den Katastrophengebieten auf den Philippinen wächst die Sorge vor Krankheiten. Der Fokus der Öffentlichkeit liege auf die vielen Opfer, kritisieren die Helfer. Dramatisch sei die Lage indes für die rund 44.000 Menschen, die in Notunterkünften leben. Viele müssten sogar im Freien schlafen.

Fünf Tage nach dem Durchzug des Tropensturms "Washi" wächst auf den Philippinen die Sorge vor einem Ausbruch von Epidemien in den Notunterkünften für Überlebende. "Wenn es Epidemien oder andere Gefahren für die Gesundheit gibt, dann werden sie von den Notlagern ausgehen", sagte der ranghohe Gesundheitsbeamte Eric Tayag den Medien. Es bestehe die Gefahr, dass alle Aufmerksamkeit auf die hunderten verwesenden Leichen gerichtet und die Lage in den Notunterkünften deswegen ignoriert werde.

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Zerstörungen in der Region Cagayan de Oro. (Foto: dpa)

Nach Regierungsangaben befinden sich rund 44.000 Menschen in Notunterkünften, die zumeist in Schulen oder Sporthallen eingerichtet wurden. Auch zahlreiche Kinder und Alte müssen dort ohne ausreichend Essen, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen ausharren.

Die Behörden geben die Zahl der Toten durch den Tropensturm derzeit mit 976 an, 46 Menschen werden noch vermisst. Allerdings befürchten die Behörden, dass die Zahl der Toten ansteigt, wenn weitere Opfer zurück an Land geschwemmt werden oder in den Trümmern der zerstörten Region zum Vorschein kommen. Von dem Tropensturm betroffen waren mehr als 348.000 Menschen, am härtesten wurde die südphilippinische Insel Mindanao getroffen. In den Hafenstädten Iligan und Cagayan de Oro wurden nach heftigen Protesten Pläne zurückgenommen, die Leichen in Massengräbern beizusetzen.

Quelle: dpa/AFP