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Nicht auf die Pille verlassenBei Reisedurchfall: Elektrolyte!

06.07.2009, 10:27 Uhr
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Bei Reisedurchfällen ist es am wichtigsten, genug Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Dafür eigneten sich am besten Elektrolytpulver.

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Bei Durchfall: Viel trinken! Aber in bestimmten Ländern besser kein Leitungswasser. (Foto: dpa)

Bei Reisedurchfällen ist es am wichtigsten, genug Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Dafür eigneten sich am besten Elektrolytpulver, die mit Wasser aus originalverpackten Flaschen angerührt werden sollten.

Dies empfiehlt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden. Solche Pulver sind in der Apotheke erhältlich. Alternativ könne ein Teelöffel Kochsalz mit zehn Teelöffeln Zucker, einem Glas Orangensaft und einem Liter schwarzem Tee aus kochendem Wasser vermischt werden.

Vorsicht mit Leitungswasser

Treten blutige Durchfälle, hohes und anhaltendes Fieber oder Kreislaufbeschwerden auf, sollten Betroffene laut BDI sofort zum Arzt gehen. Das Gleiche gelte, wenn der Durchfall mehrere Tage anhält. Magen-Darm-Infektionen treten besonders bei Reisen in südliche und weit entfernte Länder auf. Zur Vorbeugung sollten Touristen in diesen Gegenden niemals Leitungswasser trinken und selbst zum Zähneputzen nur Wasser aus originalverpackten Flaschen verwenden.

Der BDI empfiehlt weiterhin, Milchprodukte in solchen Regionen nur pasteurisiert zu verzehren. Auf rohes Fleisch, rohen Fisch, Meeresfrüchte, ungeschältes Obst, Salate und fettige Speisen mit Eiern oder Mayonnaise verzichten Reisende besser ganz.

Pille dann unzuverlässig

Frauen dürfen sich bei Reisedurchfall und -Übelkeit außerdem nicht auf die Pille verlassen. Die Hormonaufnahme des Körpers sei bei Durchfall und Erbrechen unvollständig, eine sichere Verhütung nicht mehr gewährleistet, warnt Christian Albring, Vorsitzender des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) in München. Betroffene sollten auf dem Beipackzettel nachlesen, wann sie erneut eine Pille einnehmen können, um den Empfängnisschutz zu erhalten.

Dauern die Beschwerden an, seien zusätzliche Verhütungsmittel wie Kondome notwendig. Der BVF empfiehlt, die Pille dennoch weiter regelmäßig einzunehmen, damit der Hormonhaushalt möglichst wenig schwankt. Leiden Frauen unter chronischen Magen-Darm-Problemen, sollten sie Implantate verwenden, die Hormone über die Haut abgeben.

Quelle: ntv.de, dpa