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Amoklauf von Winnenden Bewährung für Tim K.s Vater

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Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor dem Autohaus in Wendlingen, wo er sich erschossen hatte.

(Foto: dpa)

Im ersten Verfahren gibt es Fehler. Deshalb legt die Verteidigung Revision ein. Doch auch das neue Verfahren endet mit einer Bewährungsstrafe für den Vater des Amokläufers Tim K. Nun wollen die Angehörigen der Opfer zivilrechtliche Schritte einleiten.

Im neu aufgerollten Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden hat das Landsgericht Stuttgart den 54-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe lag damit leicht unter der des ersten Verfahrens. Das Gericht sprach den Angeklagten unter anderem der fahrlässigen Tötung schuldig, weil er die Waffe nicht ordnungsgemäß weggesperrt hatte, mit der sein Sohn Tim K. am 11. März 2009 15 Menschen und sich selbst getötet hatte. Der Vater hatte die Pistole unverschlossen im Kleiderschrank aufbewahrt.

Die Anklage hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten für den Vater gefordert. Die Verteidigung hatte um Straffreiheit gebeten, weil der Mann bereits seinen Sohn verloren habe. Bereits im Februar 2011 war der Vater in einem ersten Prozess zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wegen eines Formfehlers wurde dieses Urteil jedoch aufgehoben.

Da nur die Verteidigung und nicht die Staatsanwaltschaft Revision beantragt hatte, konnte die Strafe nicht höher ausfallen als im ersten Prozess. Anders als im ersten Verfahren, wo der Angeklagte mehr als drei Monate lang aus Krankheitsgründen gefehlt hatte, verfolgte er den Prozess diesmal kontinuierlich. Im Schlusswort sprach er erneut allen Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er bedauere es zutiefst, dass er die Nöte seines Sohnes nicht erkannt und dass der Jugendliche Zugriff auf Waffen gehabt habe.

Die juristische Aufarbeitung des Amoklaufs von Winnenden ist damit jedoch wohl noch nicht abgeschlossen. Die Angehörigen der Opfer wollen Schadensersatzforderungen gegen Jörg K. durchsetzen, weil er seine Waffe nicht ordnungsgemäß weggeschlossen hatte. Die Rede ist von Forderungen in Höhe von 11 Millionen Euro. Auch Jörg K. will weitere juristische Schritte einleiten. Er plant, die psychiatrische Klinik zu verklagen, in der sein Sohn behandelt wurde.

Quelle: n-tv.de, dpa

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