Panorama

Peter J. wollte Nichte nicht tötenBriefkasten-Bomber gesteht

26.08.2009, 14:23 Uhr

Gleich zu Beginn des Prozesses wegen des Briefkasten-Bombenanschlages in Berlin hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Er betonte jedoch, dass er seine bei der Explosion eines seiner Sprengsätze schwer verletzte Nichte nicht umbringen wollte.

briefkastenbomber
Der Angeklagte vor dem Landgericht in Berlin. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Rund neun Monate nach einem Briefkasten-Bombenanschlag in Berlin hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter mit einem Geständnis begonnen. Die Anklage wirft dem 33-jährigen Peter J. versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Er soll Ende November vergangenen Jahres eine Bombe im Briefkasten der Familie seiner Schwester deponiert haben. Als seine damals zwölfjährige Nichte Charlyn die Post aus dem Briefkasten holen wollte, zerfetzte ihr der Sprengsatz den rechten Arm.

Zudem erlitt Charlyn Verbrennungen zweiten und dritten Grades im Gesicht und an der Brust. Ein weiterer Sprengsatz auf dem Auto des Schwagers von J. zündete nicht. Nach der Explosion der Briefkasten-Bombe am 26. November hatte die Fahndung nach dem Täter ganz Berlin in Atem gehalten. Elf Tage später wurde Peter J. am Berliner Ostbahnhof festgenommen. Nach Angaben der Ermittler hatte er in der Vergangenheit mehrfach Todesdrohungen gegenüber seinen Angehörigen geäußert.

Zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Berlin machte der Angeklagte nach Angaben einer Justizsprecherin eine umfangreiche Aussage und gestand die Vorwürfe. Er habe ausgesagt, dass er die Sprengsätze wegen eines Streits mit der Familie von Charlyn gebaut habe. Allerdings habe er eine Tötungsabsicht bestritten. Der Prozess, für den zunächst sieben Verhandlungstage anberaumt sind, hatte mit etwa zwei Stunden Verzögerung begonnen, weil zunächst ein Schöffe nicht erschienen war.

Quelle: AFP