Panorama

"Die Stille wird hörbar"Büchner-Preis für Kappacher

31.10.2009, 18:21 Uhr

Für sein literarisches Lebenswerk erhält der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher ("Der Fliegenpalast") in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis, die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung.

Für sein literarisches Lebenswerk hat der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher ("Der Fliegenpalast") in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis erhalten. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verlieh dem 71-Jährigen die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, da in seinem erzählerischen Werk "die Stille hörbar wird". Seine Prosa sei "hoch musikalisch, feinst komponiert und trotzdem gelassen". Kappacher pflege "einen melancholischen Blick auf Welt und Menschen, der falschen Trost verweigert und gerade deshalb tröstlich wirkt".

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Wolfgang Kappacher (Foto: dpa)

Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert. Die Akademie ehrt damit jährlich deutschsprachige Schriftsteller und Dichter, die "durch ihre Arbeiten in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Späte Aufmerksamkeit

Kappacher ist in Salzburg geboren und aufgewachsen. Er wurde erst spät bekannt. 1975 legte er sein erstes Werk vor, den Roman "Morgen". Dann folgten weitere Romane und Erzählungen. Doch erst 30 Jahre später erreichte der Autor mit "Selina" größere Aufmerksamkeit. Im Frühjahr dieses Jahres erschien der viel beachtete Künstlerroman "Fliegenpalast".

Bereits im vergangenen Jahr war der Georg-Büchner-Preis mit Josef Winkler ("Roppongi, Requiem für einen Vater") an einen Österreicher gegangen. Frühere Preisträger sind unter anderen Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Böll, Erich Kästner, Günter Grass, Elfriede Jelinek, Wolfgang Hilbig und Wilhelm Genazino. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb.

Zwei weitere Preise verliehen

Die Akademie verlieh neben dem Georg-Büchner-Preis noch zwei weitere Auszeichnungen, die beide mit 12.500 Euro dotiert sind. Die Kunst- und Wissenschaftshistorikerin Julia Voss erhielt den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay bekam der Kritiker und Lyriker Harald Hartung überreicht.

Quelle: dpa