Panorama

Heute schon Daten gefunden?Chaos in Großbritannien

19.01.2008, 13:15 Uhr

Auf einer Straße in Südwestengland fand ein Autofahrer Hunderte von Dokumenten mit persönlichen Daten britischer Bürger. Einem Offizier wurde ein Laptop mit sensiblen Daten gestohlen.

Die Serie der Datenpannen, die die britische Regierung unter Druck bringt, reißt nicht ab. Auf einer Straße in Südwestengland fand ein Autofahrer Hunderte von Dokumenten mit persönlichen Daten britischer Bürger.

Kurz bevor dies bekannt wurde, hatte das Verteidigungsministerium in London mitgeteilt, einem Offizier der Royal Navy sei ein Laptop mit Informationen über rund 600.000 Angehörige und Bewerber der Marine, der Marineinfanterie und der Luftwaffe gestohlen worden. In der seit drei Monaten anhaltenden Serie tragen die Pannen die Nummern vier und fünf.

Auf dem Computer waren teilweise Daten zu Person und Wohnort, Pass- und Sozialversicherungsnummern sowie medizinische Details gespeichert. Auch die Bankdaten von 3500 Menschen fanden sich nach Angaben des Ministeriums auf der Festplatte. Nach Informationen der Polizei war der Laptop Mitte vorvergangener Woche nachts aus einem Wagen auf einem Parkplatz in Birmingham gestohlen worden.

Das Ministerium erklärte, es behandele den Diebstahl mit "größter Ernsthaftigkeit". Banken seien bereits informiert worden. "Dass Daten von Menschen an solch sensiblen Posten verschwinden, spottet jeder Beschreibung", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der oppositionellen Liberaldemokraten, Nick Harvey. Auch die Konservativen forderten sofortige Aufklärung. Der Interessenverband Privacy International äußerte sich "entgeistert" über den Vorfall.

Die Dokumente, die auf offener Straße in der Nähe des Flughafens Exeter in Devon gefunden wurden, enthielten unter anderem Renten- und Arbeitsinformationen, Bankauszüge und Passkopien. Der Finder sagte, er habe bereits zum zweiten Mal an diesem Ort solche Papiere herumliegen sehen. Die zuständige Behörde kündigte sofortige Ermittlungen an.

Erst kurz vor Weihnachten war bekanntgeworden, dass im staatlichen Gesundheitswesen eine CD mit vertraulichen Informationen über 160.000 kranke Kinder verloren gegangen ist. Zuvor hatten die Behörden bereits den Verlust persönlicher Daten von Millionen Kindergeldempfängern und Fahrschülern eingestehen müssen.