Erde bebt zum JahrestagChile gedenkt der Toten

Mit einer Schweigeminute erinnern die Chilenen an das Erdbeben vor einem Jahr. Am Abend des Jahrestags erschüttert erneut ein Beben der Stärke 6,0 die Region im Zentrum des Landes, verletzt wird aber niemand.
Tausende Chilenen haben am Sonntag des Erdbebens vor einem Jahr mit mehr als 500 Toten gedacht. Die größte öffentliche Gedenkfeier fand in der Stadt Constitución statt, die damals schwer von dem Beben getroffen worden war.
Viele Menschen zündeten Kerzen an und sprachen Gebete, in Küstenstädten wurden zum Zeichen der Versöhnung mit dem Meer von Booten aus Blumen und Schwimmkerzen ins Wasser gelassen. Zur exakten Zeit des Bebens und des anschließenden Tsunamis wurde eine Schweigeminute eingelegt. Am Abend erschütterte erneut ein Beben der Stärke 6,0 die Region im Zentrum des Landes, verletzt wurde aber niemand.
Der chilenische Präsident Sebastián Piñera bezeichnete das Beben als eines der schwersten in der Geschichte des Landes. "Das Jahr 2010 war ein sehr hartes, das wir nie vergessen werden", sagte er in Constitución. "Wir haben Schmerz gesehen, aber auch Größe", fügte er mit Blick auf die Hilfe und Solidarität zwischen den Menschen hinzu. Das Beben der Stärke 8,8 hatte am 27. Februar 2010 das Zentrum und den Süden Chiles erschüttert, insgesamt 524 Menschen starben.
In die Kundgebungen und Gedenkfeiern mischte sich am Sonntag auch Kritik am Tempo der Aufbauarbeiten. In Concepción, das am schwersten zerstört wurde, protestierten rund 2000 Menschen und beklagten, dass der Wiederaufbau zu langsam fortschreite. Noch immer leben rund 4300 Menschen in von der Regierung bereitgestellten Notunterkünften. Von den etwa 220.000 zerstörten Häusern wurden rund 61 Prozent wieder aufgebaut.