Panorama

Mehr als 150 Tote Crash-Landung in Indien

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(Foto: AP)

In der südindischen Küstenstadt Mangalore schießt eine Boeing 737 der Billig-Fluglinie Air India Express bei Regen über die Piste hinaus und geht in Flammen auf. An Bord des aus Dubai kommenden Flugzeugs waren 166 Menschen. Von ursprünglich acht Überlebenden stirbt ein Verletzter auf dem Weg ins Krankenhaus.

Beim schwersten Flugzeugunglück in Indien seit einem Jahrzehnt sind mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Die aus Dubai kommende Maschine der Billig-Fluglinie Air India Express schoss bei Regen über die Landebahn des Flughafens der südlichen Stadt Mangalore hinaus und fing Feuer. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh in einem Telefonat ihr Beileid aus.

Nach Angaben des Mutterkonzerns Air India waren 160 Passagiere - allesamt aus Indien - und sechs Besatzungsmitglieder an Bord der zwei Jahre alten Maschine vom Typ Boeing-737-800. 159 von ihnen seien ums Leben gekommen, berichtet die Zeitung "Times of India".

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Einige der Passagiere konnten verletzt aus dem Wrack gerettet werden.

(Foto: dpa)

Air India-Personalchef Anup Srivastava sagte, dass zunächst acht Menschen das Unglück überlebt hätten. Ein Verletzter starb jedoch nach einem Bericht der Zeitung auf dem Weg ins Krankenhaus. Angaben von Airline-Vertretern, dass möglicherweise mehr Menschen das Unglück überlebt haben könnten, wurden zunächst nicht bestätigt. Unter den Passagieren waren 19 Kinder, unter ihnen vier Babys, teilte Air India mit. Bisher wurden 116 Leichen geborgen.

Behörden gehen von Unfall aus

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Entsetzte Angehörige in der Nähe der Unglücksstelle.

(Foto: AP)

Die Behörden gehen bislang von einem Unfall aus. Der Flug IX-812 habe keinen Notruf abgegeben, sagte ein Vertreter der Flugsicherheit im lokalen Fernsehen. Einem TV-Bericht zufolge prallte die Maschine bei der Landung gegen einen Radarturm. Aufschluss soll nun die Auswertung des Flugschreibers bringen, der nach Angaben der Nachrichtenagentur WAM aus Dubai inzwischen gefunden wurde.

Der Pilot kam aus Serbien und galt als sehr erfahren. Airport am Rande der Stadt Mangalore liegt in einer hügeligen Gegend.  Starts und Landungen gelten bei Experten als relativ anspruchsvoll, da es wenig Spielraum gebe.

Maschinen größtenteils ausgebrannt

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Die Maschine brannte völlig aus.

(Foto: AP)

Nach dem Crash sei die Maschine zerbrochen und in Flammen aufgegangen, berichteten Augenzeugen. Der Polizeichef von Mangalore sagte der britischen BBC, das Flugzeug sei größtenteils ausgebrannt. Wer überlebt habe, sei wahrscheinlich aus der Boeing gesprungen oder herausgeschleudert worden, berichtete ein lokaler Fernsehsender. Inzwischen wurden Dutzende Leichen geborgen, die häufig bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren.

Die Aussagen der Überlebenden weisen darauf hin, dass die Boeing zunächst sicher landete, allerdings hätten sie dabei Geräusche gehört, möglicherweise sei ein Reifen geplatzt. Anscheinend sei das Flugzeug außer Kontrolle geraten, mit einem Hindernis zusammengeprallt, über die Landebahn hinausgeschossen und in das Tal gestürzt. "Ein Riss im Flugzeugkörper war da, wo ich saß", sagte der Überlebende Farooq dem Sender NDTV. "Ich bin sofort herausgesprungen (...) Als ich weglief, war das Flugzeug von Flammen umgeben."

"Wir haben nicht daran geglaubt, zu überleben, aber wir haben überlebt", sagte Pradeep, ein in Dubai arbeitender Techniker, in einem lokalen Fernsehsender. "Das Flugzeug zerbrach in zwei Teile und wir sprangen heraus - sobald die Maschine gelandet war, das geschah alles innerhalb von Sekunden." Auf Fernsehbildern war die verunglückte Maschine in einem Waldgebiet zu sehen. Feuerwehrleute kämpften gegen die aus den Trümmern schießenden Flammen. Medienberichten zufolge verunglückte die Maschine gegen 6.30 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ).

Das letzte große Flugzeugunglück in Indien liegt knapp zehn Jahre zurück. Im Juli 2000 stürzte eine Maschine der Alliance Air beim Landeversuch in ein Wohngebiet in der Stadt Patna. Mindestens 50 Menschen kamen damals ums Leben.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa