Panorama

Schneefallgrenze sinkt Der Sommer ist endgültig vorbei

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Grillen wechselt aus dem Freizeit- wieder eher in den Sport-Bereich. Denn es wird deutlich frischer und auch regnerischer.

(Foto: dpa)

Regen in Sicht - zumindest teilweise. Allerdings noch in einiger Ferne. In den kommenden Tagen werden die Pegel deutscher Flüsse zunächst auf neue Tiefstände sinken. Auch mit den Temperaturen geht es abwärts, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander sagt.

Die große Trockenheit will offensichtlich kein Ende nehmen. Inzwischen wirkt selbst die Luft irgendwie staubig. Ist das wirklich so?

Es handelt sich zwar nicht um eine klassische Inversionswetterlage, bei der kaum Austausch stattfindet und die deshalb eine erhöhte Smog-Gefahr bringt. Allerdings fehlt eben auch ein reinigender Regen, der der Luft endlich mal eine Grundreinigung bringt und der die Staubanfälligkeit unserer Böden sinken lässt. Erst in der nächsten Woche könnten Schauer und ein auflebender Wind an der Staubfront ebenfalls eine Entlastung bringen.

Wird diese Entlastung auch an unseren Flüssen stattfinden?

Das wird leider noch länger dauern. Der ganz große Regen ist nämlich weiterhin nicht in Sicht. Insofern werden in nächster Zeit wohl immer wieder neue Allzeitrekorde bei den Pegeltiefständen vermeldet werden. Nach dem Niederrhein ist es jetzt beispielsweise am Mittelrhein soweit. In Emmerich, Duisburg, Düsseldorf und in Worms sind die Tiefststände aus dem Jahr 2003 bereits deutlich unterschritten worden. In Köln fehlt aktuell noch ein Zentimeter. In Bonn sind es noch vier Zentimeter bis zum neuen Allzeit-Tief.

ntv-Meteorologe Björn Alexander

Es wird Herbst, weiß n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Wie wirkt sich das bei der Schifffahrt aus?

Die Schiffe fahren zwar noch, können aber wesentlich weniger beladen werden. Das dürften wir unter anderem bei den Preisen für Öl und Benzin schon bald immer deutlicher zu spüren bekommen. Hier spielt die Binnenschifffahrt nämlich eine wichtige Rolle.

Verkehrte Wetterwelt: Extreme Dürre bei uns - am Mittelmeer kämpfen die Menschen dagegen mit viel Regen. Bleibt das auch weiterhin so?

Derzeit sorgen die Tiefdruckgebiete vor allem am westlichen Mittelmeer und über der Iberischen Halbinsel für teils heftige Regengüsse mit der Gefahr von Erdrutschen und Überschwemmungen. Insbesondere im Nordosten Spaniens. Durch die Umstellung der Großwetterlage in der nächsten Woche dürfte sich die Situation dort entspannen, während dann dafür am östlichen Mittelmeer kräftige Schauer und Gewitter aufkommen dürften.

Und bei uns?

Bis einschließlich Montag ist nur gelegentlich etwas Regen oder Nieselregen möglich. Zur Mitte der nächsten Woche werden die Niederschläge - nach jetzigem Stand - häufiger und besonders an den Nordrändern der Gebirge könnte es auch mal deutlich nasser werden. Weil sich hierbei kältere Luft zu uns rein mogelt, sinkt die Schneefallgrenze gegen 800 Meter.

Klingt schon fast winterlich. Wie kalt wird es denn?

Nach den 12 bis 20 Grad am Wochenende bringt uns der kommende Mittwoch maximal noch Höchstwerte von 7 bis 14 Grad und einen teilweise starken bis stürmischen Wind. Damit sind also sowohl die goldenen als auch die sehr warmen Zeiten vorbei.

Kommt der späte Sommer anschließend denn noch einmal zurück?

Sehr wahrscheinlich nicht. Momentan deutet vieles auf eine nordwestliche bis nördliche Strömung hin. Und die ist bekanntlich doch eher frisch. Dabei dürften die westlichen Landesteile nahe am Hochdruckgebiet verweilen, während es weiter ostwärts tendenziell wechselhafter weiter geht. Sehr spannend ist aus heutiger Sicht der Blick auf den Monatswechsel. Denn dann ist auch eine richtige Tiefdrucklage mit viel Regen nicht auszuschließen. Ein kleiner Lichtblick also in Sachen Ende der Trockenheit. 

Daumen drücken für den Regen. Das nächste Wochenende bleibt aber noch schön, oder?

Zumindest sollten wir das ruhige Wetter nochmals genießen. Besonders von der Mitte südwärts setzt sich nach teils zähem Nebel nämlich die Sonne ziemlich gut durch. Bei den Nordlichtern ziehen derweil kompaktere Wolkenfelder durch. Regen ist aber auch dort selten. Die Temperaturen bringen es auf 12 Grad am Erzgebirge und bis auf 20 Grad am Oberrhein.

Wie sieht es am Sonntag aus?

Nach Nebelauflösung verläuft der Tag freundlich oder sonnig und weiterhin mehrheitlich trocken. Eher frühherbstlich also, was bei den Temperaturen ebenfalls zutreffend ist. Die ändern sich nämlich kaum bei 13 bis 20 Grad.

Und am Montag?

Halten sich die Änderungen ebenfalls in Grenzen. Im Südosten und Osten örtliche Schauer. Ansonsten ist es überwiegend trocken und zeitweise sonnig bei 10 bis 18 Grad. Ab Dienstag wird es dann von Nordwesten her wechselhafter, windiger und kühler. Die Höchstwerte bringen es am Dienstag auf 7 bis 15, am Mittwoch auf 7 bis 14 Grad.

Quelle: ntv.de