Ganz großes KinoDer Untergang der Titanic - in Echtzeit

Ein Video zeigt den Untergang der Titanic: als Echtzeit-Animation. Von der Kollision mit dem Eiskoloss bis zum Verschwinden der letzten Mastspitze im Atlantik vergehen epische 160 Minuten. Die eigentliche Tragödie spielt sich beim Betrachten im Kopf ab.
Es ist fast Mitternacht am 14. April 1912: Die Besatzung der Titanic entdeckt einen Eisberg und stoppt die Maschinen. Doch es ist zu spät. Das zu dieser Zeit größte Schiff der Welt rammt mit seiner Steuerbordseite den Eiskoloss. Die Schotten werden dichtgemacht. In den folgenden zwei Stunden und 40 Minuten läuft die für unsinkbar gehaltene Titanic voll Wasser. Bug und Heck brechen auseinander und sinken auf den Grund des Nordatlantiks. Mehr als 1500 Menschen sterben.
Was sich bei der Tragödie an Bord des berühmten Passagierdampfers zugetragen haben könnte, versuchten bereits unzählige Bücher und Filme zu beschreiben. 104 Jahre nach dem Titanic-Drama kommt eine weitere Version dazu. In einer weniger Hollywood-reifen, dafür aber sehr detailgetreuen Version haben britische Spielentwickler den Untergang rekonstruiert: als Echtzeit-Animation. Herausgekommen ist ein 2:40-Stunden-Epos.
Während die ersten Minuten noch mit Action vollgestopft sind, passiert danach minutenlang nichts. Dann erfährt der Betrachter mithilfe einer Texteinblendung, die Titanic habe angehalten, die Schäden würden begutachtet. Zu sehen ist davon aber nichts.
Von der Kollision mit dem Eisberg bis zu dem Moment, in dem über Wasser nur noch Rettungsboote zu sehen und Schreie zu hören sind, vergehen 160 quälende Minuten, in denen zwar immer wieder die Perspektive gewechselt wird und Einblendungen über die Schlüsselmomente informieren - trotzdem strahlt die Animation eine gespenstische Langsamkeit aus. Der scheinbar nicht enden wollende Alptraum lässt erahnen, weshalb die Tragödie so viele Opfer forderte.