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Vor 175 Jahren patentiert Der steinige Siegeszug des Saxofons

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Das Saxofon ist noch immer ein besonderes Instrument.

(Foto: imago images/Westend61)

Maurice Ravel, John Coltrane, Charlie Parker und Pink Floyd: Das Saxofon gehört zu den beliebtesten Instrumenten der Musikgeschichte. Der Weg dorthin war beschwerlich.

Sein Instrument stellte die Jazzwelt auf den Kopf. Und ohne das Saxofon gäbe es auch die legendären Soli in "Money" von Pink Floyd und "The Logical Song" von Supertramp nicht. Adolphe Sax hat es vor 175 Jahren am 21. März 1846 patentieren lassen. Heute gehört das Saxofon zu den beliebtesten Instrumenten der Musikgeschichte. Doch das war nicht immer so.

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Seine Heimatstadt hat Adophe Sax ein Denkmal gesetzt.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Der belgische Musiker und Instrumentenbauer wollte ein Bassinstrument schaffen, das auch in tiefen Lagen noch gut klang und sich bei Konzerten unter freiem Himmel durchsetzen konnte. Auf seinem Patent-Antrag beschrieb er seine Erfindung deshalb wie folgt: ein Instrument, das sich aufgrund des Stimmcharakters den Saiteninstrumenten nähern könne, aber mehr Kraft und Intensität hätte als letztere.

Sax hat das Blasinstrument bereits Anfang der 1840er-Jahre erfunden. Damals wohnte er noch in Brüssel, wo er am 6. November 1814 geboren wurde. Auf der dortigen Industriemesse führte er 1841 sein Saxofon vor - mit nur wenig Erfolg. In der Hoffnung, sein Glück in Paris zu finden, eröffnete er kurze Zeit später in der französischen Hauptstadt seine Werkstatt, rund 15 Minuten zu Fuß von der Oper Garnier entfernt.

Eigenartiges Instrument

Sein Saxofon hielt zwar Einzug in französische Militärkapellen, doch in den Pariser Opernpartituren kam es kaum zum Einsatz - trotz der Unterstützung des Musikkritikers und Komponisten Hector Berlioz, der zu seinen bedeutendsten Verfechtern zählte. "Einmal tief und ruhig, dann träumerisch und melancholisch, zuweilen zart, wie der Hauch eines Echos", schwärmte Berlioz in einem Zeitungsartikel. Er komponierte 1843 das allererste Werk mit Saxofon "Chant sacré" oder auch "Hymne sacré" genannt.

In Deutschland begann man in den 1930er-Jahren, sich mit dem Saxofon in der Opern- und Konzertmusik auseinanderzusetzen. Der deutsche Komponist und Dirigent Edmund von Borck komponierte mit "Konzert für Saxophon und Orchester op. 6" das erste Solokonzert für die Erfindung von Sax. Man wage sich nur langsam an dieses eigenartige, in der Klangfarbe höchst individuelle Instrument heran, schrieb er 1932 in einem Zeitungsartikel. Es ließe sich unschwer erkennen, welche Bedeutung in Zukunft die Verwendung eines oder mehrerer Saxofone in der ernsten Kunstmusik gewinnen könne, führte er weiter aus.

Der eigentliche Siegeszug des Instruments begann jedoch erst mit dem Aufkommen des Jazz. Der Klarinettist Sidney Bechet entdeckte seine Leidenschaft für das Saxofon, ebenso wie Coleman Hawkins. Das Saxofon löste die Trompete als dominierendes Jazzinstrument ab. Von Lounge, Hip-Hop über Folk und Pop: Viele Musikrichtungen haben im Saxofon heute eine unerschöpfliche Klangquelle gefunden.

Kein Ton ohne Umarmung

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Was die Begeisterung für das Saxofon ausmacht? "Kein Instrument verschlingt seine Solisten so wie das Saxophon. Es treibt sie in den Rausch, in die dauernde Selbstüberschreitung, die Auszehrung", schrieb der deutsche Intellektuelle und Jazzfan Roger Willemsen. Im Vorwort zu dem anlässlich des 200. Geburtstages von Adolphe Sax im Jahr 2014 erschienenen Buch "Saxophone. Ein Instrument und sein Erfinder" führt er weiter aus: "Vielleicht liegt es daran, dass kein anderes Instrument so viel physisches Engagement vom Musiker verlangt. Man muss es in den Mund nehmen und geradezu umarmen, um ihm einen Ton zu entlocken."

Dem belgischen Musiker und Instrumentenbauer brachte das neue Instrument zu Lebzeiten nur kurzes Glück. Neider beschuldigten ihn des Plagiats. Erfolgreich strebte er zwar Klagen gegen seine Widersacher an, doch die Rechtsstreite kosteten ihn viel Geld. Mehrmals stand er vor dem Konkurs.

Quelle: ntv.de, Sabine Glaubitz, dpa

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