Panorama

Millionen für Fake-Singlebörsen Deutsche Männer lassen sich abzocken

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(Foto: imago/Thomas Eisenhuth)

Millionen Singles tummeln sich in der virtuellen Flirt-Welt und sorgen 2017 für Rekordumsätze. Doch der Online-Dating-Boom fördert auch Betrug: Das Schattenreich, also Pseudo-Datingportale á la "WhatsFuck" oder "SexTinder", wächst kräftig.

Einer will heiraten, der andere sucht Sex und ein dritter will nur spielen. Funktioniert Online-Dating? Wer datet wo und wie seriös ist das Singlebörsen-Geschäft? Eine aktuelle Studie von Singleboersen-Vergleich.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen der virtuellen Flirt-Welt.

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(Foto: Singlebörsen-Vergleich.de)

Nach einigen großen Fusionen dominierten heute wenige hochprofessionelle Player, die den Markt unter sich aufgeteilt haben, schreiben die Autoren in ihrem Begrüßungswort. Aus Kundensicht sei die Verdichtung erfreulich, da bei den wenigen verbliebenden Online-Treffpunkten einfach viel mehr los sei, so die Schlussfolgerung.

Und die Singles waren 2017 aktiv wie nie zuvor, heißt es weiter. 8.6 Millionen Deutsche nutzten demnach monatlich seriöse Datingportale wie Elitepartner, Parship oder Friendscout24. Der Hälfte der Singles gelang es, sich zu echten Dates zu verabreden und die Branche strich einen Rekordumsatz von über 210 Millionen Euro ein, vom Umsatz dieser fairen Anbieter entfallen rund 150 Millionen Euro auf Männer.

Doch der virtuelle Dating-Boom schreibt nicht nur Erfolgsgeschichten, neben der Welt des "sauberen Online-Dating" wachse auch das Schattenreich kräftig, sagt Henning Wiechers, Gründer von Singleboersen-Vergleich.de. Unbedarfte Herren geben noch einmal über 100 Millionen Euro für unseriöse Dating-Dienste aus, bei denen es so gut wie unmöglich sei, reale Kontakte zu knüpfen.

Sittenwidrige "Überraschungsklauseln"

Diese Graumarkt-Anbieter operierten mit einem Netzwerk aus über 1000 Portalen von zart ("SingleWolke)bis hart ("Reif6") und dem simplen Trick, dass man angeblich interessierte Damen erst nach dem Gang an die Kasse kennenlernen kann, heißt es in der Studie. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und automatisierter Chat-Dialoge seien diese Fake-Profile kaum mehr von echten zu unterscheiden. Aktuell am erfolgreichsten sind den Angaben zufolge Kontaktseiten mit ausgereiften automatisiert animierten Fake-Profilen, die bevorzugt im halbseidenen Kontext über Porntube-Channels, nachts auf TV-Kanälen aber auch über Internet-Kleinanzeigenmärkte beworben werden.

Strafrechtlich drohe der Schattenbranche um Pseudoportale á la "WhatsFuck", "Fuckbook" oder "SexTinder" keine Gefahr. Aufgrund der Vielfalt der Domains und der eingesetzten Briefkastenfirmen laufen auch die Instrumente des Verbraucherschutzes völlig ins Leere. Zudem werde der Kunde in den AGB über die Situation informiert. Jeder einzelne könnte sich sein Geld ob dieser sittenwidrigen sogenannten "Überraschungsklauseln" im Kleingedruckten gerichtlich wiederholen. Aber mal ehrlich: Wer liest schon das Kleingedruckte?

Die ausführliche Studie lesen Sie hier.

Quelle: n-tv.de, dsi

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