Panorama

DSO sieht "positives Zeichen" Deutschland verbucht mehr Organspender

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Das in Deutschland am häufigsten postmortal gespendete Organ ist die Niere.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Bundestag ist Jens Spahn mit seinem Vorstoß zur Widerspruchslösung bei der Organspende gescheitert. Doch auch die öffentliche Diskussion zum Thema lässt sich schon als Teilerfolg werten: In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben deutlich mehr Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet.

Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist im Jahr 2020 deutlich gestiegen. Insgesamt spendeten im ersten Quartal 260 Menschen postmortal ihre Organe und retteten damit Menschenleben. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16 Prozent gegenüber den Vorjahren. Auch die Zahl der Organspendeausweise erhöhte sich deutlich. "Wir sehen die Entwicklung als positives Zeichen", sagte Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Stiftung Organtransplantation (DSO) der "Augsburger Allgemeinen".

Die erhöhte Bereitschaft zur Organspende ist auch auf die Diskussion um die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplante Einführung der sogenannten Widerspruchslösung in Deutschland zurückzuführen, schätzt Rahmel. Danach wäre jeder Bürger nach seinem Tod potenzieller Organspender, wenn er dem nicht aktiv widerspricht. Ähnlich ist die Rechtslage beispielsweise in Spanien. Zwar scheiterte der Vorstoß letztlich im Januar 2020 im Bundestag. Die Debatte um die Widerspruchslösung habe die Öffentlichkeit jedoch für das Thema sensibilisiert, sagte Rahmel.

Dafür spreche auch ein Anstieg bei den Organspendeausweisen, sagte der Experte. Allein im Januar, als das Thema in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wurde, haben demnach 740.000 Menschen einen Organspendeausweis bestellt. Das entspricht einer Verdopplung des üblichen Monatsdurchschnitts.

Quelle: ntv.de, lou/AFP