Panorama

Enthusiasten spielen KriegDie Schlacht von Austerlitz - 2010

05.12.2010, 17:44 Uhr
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Glücklich ist, wer danach wieder in die Gegenwart zurückkehren kann. (Foto: REUTERS)

Ein bisschen verrückt muss man wohl sein, um sich bei frostigen Temperaturen auf ein Feld zu stellen und - freiwillig - Krieg zu spielen. Genauer: Um eine historische Schlacht nachzuspielen. Doch mehr als tausend Fans lassen Napoleon und die Schlacht von Austerlitz noch einmal auferstehen.

Bei eisiger Kälte haben mehr als tausend Fans der Militärgeschichte am Wochenende die Schlacht von Austerlitz nachgestellt. In historischen Uniformen bliesen sie auf offenem Feld in der Nähe des mährischen Slavkov (Austerlitz) zum Angriff. Die frostigen Temperaturen von minus 11 Grad spornten die Amateurschauspieler aus ganz Europa zusätzlich an. "Für die Teilnehmer sind diese historischen Inszenierungen eine Prüfung, ob sie ähnlichen Wetterextremen standhalten können wie ihre realen Vorgänger", sagte ein Sprecher der Veranstalter.

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Man sieht sich in Waterloo: französische Soldaten. (Foto: AP)

Auch während der berühmten Schlacht im Jahr 1805 war der Santon-Hügel, auf dem Napoleon Bonaparte sein Hauptquartier eingerichtet hatte, schneebedeckt. Die Temperaturen waren damals allerdings deutlich milder. In diesem Jahr übernahm der Franzose Frank Samson die Rolle des Napoleon. Dutzende Pferde und 20 Feldkanonen kamen zum Einsatz. 350 Kilogramm Schießpulver hüllten das "Schlachtfeld" in dichten Rauch.

Auch der tschechische Verkehrs- und der Innenminister, Vit Barta und Radek John, besuchten das Spektakel. Die Feierlichkeiten endeten mit einer Gedenkfeier am Grabhügel des Friedens, einem Denkmal von 1912. In der Schlacht bei Austerlitz besiegte der französische Kaiser Napoleon I. am 2. Dezember 1805 die Truppen des österreichischen Kaisers Franz II. und des russischen Kaisers Alexander I. Sie wird deshalb auch Dreikaiserschlacht genannt.

Quelle: dpa