Panorama

+++ Das Liveprotokoll +++ Die fünf Stunden bis zu Baumgartners Sprung

+++ 21.25 Uhr: Baumgartner: "Mir sind 20 Tonnen Last abgefallen" +++
Baumgartner steht jetzt vor den Mikrofonen der Journalisten. "Ich habe den Überschall nicht gespürt, ich war so beschäftigt mit anderen Dingen", sagt der Österreicher im ersten Interview nach der Landung. Auf seine Gefühle angesprochen, meinte er: "Mir sind 20 Tonnen Last abgefallen." Im Fall habe er trotz zwischenzeitlicher Überschläge "jede Sekunde gewusst, was passiert". Er habe sieben Jahre auf diesen Moment hingearbeitet. Und dann habe plötzlich die Visierheizung nicht richtig funktioniert. "Ich dachte: 'Das kann doch nicht wahr sein'", schildert Baumgartner die brenzlige Situation, "dann haben wir uns aber dennoch für den Sprung entschieden." Zudem sei er hoch oben in der Stratosphäre müde und dehydriert gewesen. Insgesamt sei sein Rekordsprung, bei dem er auch kurz ins gefährliche Trudeln geriet, deutlich härter als angenommen gewesen: "Ich habe kurz gedacht, ich verliere das Bewusstsein."

+++ 20.55 Uhr: Baumgartner zurück an der Airbase +++
Baumgartner ist jetzt zurück. Ein Helikopter bringt ihn zurück zur Airbase in Roswell, von der er vor einigen Stunden zu einer Expedition aufgebrochen war. Baumgartner und sein Mentor Kittinger fallen sich strahlend in die Arme.

+++ 20.38 Uhr: Warten auf den Helden +++
Baumgartner hat es geschafft. Inzwischen hat er sich aus seinem Anzug geschält. Die Journalisten erwarten ihn bereits auf der Airbase in Roswell. Was wird der 43-jährige Extremsportler aus Österreich ihnen berichten von seinem Rekord-Sprung?

+++ 20.18 Uhr: Baumgartner ist gelandet +++
Um 20.17 landet Baumgartner  mit seinem Fallschirm. Keine Minute später ist der erste Fotograf zur Stelle. Der Österreicher stellt drei Rekorde auf. Nach etwa 40 Sekunden  erreichte er eine geschätzte Geschwindigkeit von 1173  Stundenkilometern und durchbrach damit als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer. Baumgartner stellte damit die Rekorde für den höchsten bemannten  Ballonflug, den höchsten Absprung mit dem Fallschirm und das  erstmalige Durchbrechen der Schallmauer auf. Die Bestmarke für den  längsten freien Fall verpasste der Salzburger allerdings um 17  Sekunden. Der frühere US-Soldat Joe Kittinger war bei seinem Rekord  vor 52 Jahren aus 31.333 m gesprungen und befand sich dabei 4:36 Minuten im freien Fall.

+++ 20.14 Uhr: Der Fallschirm öffnet sich +++
Baumgartner ist jetzt seit fünf Minuten in der Luft. Die Anspannung im Kontrollzentrum löst sich endgültig, als der Fallschirm sich öffnet. Der Druckanzug hat gehalten, die Schallgeschwindigkeit hat er erreicht. Baumgartner ist jetzt schon eine Legende.

+++ 20.08 Uhr: Baumgartner dreht sich +++
Die Stimmung im Kontrollzentrum ist angespannt. Baumgartner dreht sich in der Luft, kann sich dann aber fangen. Als Kittinger & Co. seine Stimme hören, applaudieren sie.

+++ 20.08 Uhr: Er rauscht der Erde entgegen +++
"Ich fliege jetzt zu dir zurück kleine Erde", sagt Baumgartner und springt. Dann rauscht er mit 1000 Stundenkilometern der Erde entgegen.

+++ 20.06 Uhr: Baumgartner springt +++
Jetzt sind es nur noch Augenblicke. Die Checkliste ist abgearbeitet, alle Tests sind bestanden. Das Kontrollzentrum gibt grünes Licht zum Start. Baumgartner löst den Gurt und öffnet die Tür.

+++ 19.55 Uhr: Nur noch ein paar Minuten +++
Eine Entscheidung steht offensichtlich schon fest: Baumgartner wird auf jeden Fall springen. Er will drei Rekorde aufstellen: den höchsten Fallschirmsprung, das erstmalige Durchbrechen der Schallmauer und den längsten freien Fall. Der Ballon hat sich inzwischen bei 38,9 Kilometern eingependelt, also zwei Kilometer höher als ursprünglich geplant.

+++ 19.47 Uhr: Letzter Check vorm Start +++
Kittinger und Baumgartner gehen nochmal alle 30 Schritte der Checkliste durch. Druckausgleich im Anzug, Druck in den Sauerstoffflaschen, Visierheizung, Türöffnungsmechanismus, Aktivierung der Kameras - alle Werte müssen stimmen. Was geht Baumgartner wohl jetzt durch den Kopf? Die Anspannung kann jedenfalls nicht höher sein. Der Ballon steigt unterdessen übrigens doch noch weiter. Jetzt steht er schon fast bei 39 Kilometern.

+++ 19.42 Uhr: Jetzt gilt's, Felix! +++
Jetzt wird's spannend. Bei ungefähr 37,5 Kilometern bleibt der Ballon stehen.

+++ 19.33 Uhr: Erster Rekord eingestellt +++
34,7 Kilometer sind erreicht. Baumgartners erster Rekord ist also erreicht: der höchste bemannte Ballonflug. Der Aufstieg dauert jetzt schon genau zwei Stunden. Nur noch eineinhalb Kilometer sind es bis zum Ziel. Baumgartners Flug zurück zur Erde wird wesentlich schneller sein. Laut Experten zwischen fünf und zehn Minuten.

+++ 19.22 Uhr: Weltrekordhöhe erreicht +++
Im März 1960 sprang Joe Kittinger aus 31.333 Metern Höhe. Über 50 Jahre später unterstützt er Baumgartner bei seinem Weltrekordversuch. Kittingers Höhe hat Baumgartner jetzt erreicht. Jetzt sind es noch fünf Kilometer bis zum Ziel. Wenn die Prognosen stimmen, kommt Baumgartner dort in gut 20 Minuten an.

+++ 19.14 Uhr: Kapsel wird langsamer +++
Vorhin rauschte Baumgartners Kapsel noch mit deutlich über 20 Stundenkilometern in Richtung Weltall, inzwischen ist das Tempo gesunken. Die Geschwindigkeit schwankt zwischen 10 und 15 Stundenkilometern.

+++ 19.04 Uhr: Höher als U2 +++
Die Kapsel passiert soeben die Höhe von 27.000 Metern. Für ein amerikanisches U2-Spionageflugzeug ist jetzt die maximale Flughöhe erreicht.

+++ 18.57 Uhr: Helmprobleme behoben +++
Offensichtlich gab es Probleme bei der Belüftung von Baumgartners Helmvisier. Doch inzwischen sind sie wohl wieder behoben.

+++ 18.49 Uhr: Bei Baumgartner wird's kalt +++
Umso näher Baumgartner dem Weltall kommt, desto frischer wird es. Die Außentemperatur beträgt inzwischen -56 Grad, in der Kapsel sind es knapp über 12 Grad.

+++ 18.44 Uhr: Baumgartner erreicht Testsprunghöhe +++
Baumgartner ist inzwischen bei knapp 22 Kilometern. Im März machte er einen Testsprung aus einer Höhe von 21.800 Metern Höhe. In dieser Höhe lässt der Luftdruck nach, weil sich das Helium ausdehnt. Daher ändert sich die Form des Ballons.

+++ 18.35 Uhr: Kapsel schneller unterwegs als gedacht +++
Wenn Baumgartner das Tempo hält, erreicht er seine Absprunghöhe in weniger als einer Stunde. Dann wäre er insgesamt knapp zwei Stunden unterwegs und somit schneller als vorher geplant. Ursprünglich waren Baumgartner und die Experten aus dem Kontrollcenter von einer Aufstiegszeit von knapp zweieinhalb Stunden ausgegangen.

+++ 18.28 Uhr: Baumgartner in Höhe der Armstrong-Linie +++
Die Armstrong-Linie ist erreicht: Hier ist der Luftdruck so niedrig, dass Wasser schon bei Körpertemperaturen in den gasförmigen Aggregatzustand wechselt. Ohne Sauerstoff bleiben dem Menschen hier 15 Sekunden bis zur Bewusstlosigkeit.

+++ 18.26 Uhr: Die Hälfte des Weges ist erreicht +++
Baumgartner hat jetzt innerhalb von 58 Minuten die Hälfte des Weges hinter sich gebracht: 18.000 Meter. Aus der Höhe von 36.500 Metern will er springen.

+++ 18.10 Uhr: Kapsel erreicht Stratosphäre +++
Baumgartner und die Kapsel befinden sich jetzt leicht unterhalb von 15.000 Metern und damit an der Grenze zur Stratosphäre.

+++ 18.01 Uhr: Baumgartner wird durchgecheckt +++
Die 10-Kilometer-Marke ist überschritten. Aber wie geht's eigentlich dem Mann, der gleich den spektakulären Sprung wagen will? Über Funk checkt das Kontrollcenter gerade wieder ab, ob bei Baumgartner in der Kapsel alle Werte im grünen Bereich sind.

+++ 17.54 Uhr: Baumgartner schon oberhalb des Mount Everest +++
Baumgartners Kapsel steigt immer höher. Jetzt befindet er sich schon in fast 9000 Metern Höhe und damit oberhalb des Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt. Die Aufnahmen stammen übrigens von weltraumtauglichen HD-Kameras, zwei befinden sich in der Kapsel, zwei weitere außerhalb.

+++ 17.48 Uhr: Die "Todeszone" ist erreicht +++
7000 Meter nach weniger als 20 Minuten: Baumgartner erreicht die Grenze zur "Todeszone". Hier ist kein dauerhafter Aufenthalt ohne Flaschensauerstoff mehr möglich.

+++ 17.45 Uhr: Baumgartner geht's gut +++
Frisch ist es da oben. Die Außentemperatur beträgt minus neun Grad, Baumgartner sitzt in der Kapsel bei angenehmen 16 Grad. "Mir ist warm", sagt er über Funk.

+++ 17.42 Uhr: 5000-Meter-Marke erreicht +++
Baumgartner ist jetzt seit über zehn Minuten in der Luft. Die 5000-Meter-Marke ist erreicht, das ist höher als der Mont Blanc, dem höchste Berg Europas. Normale Fallschirmspringer verlassen das Flugzeug übrigens in einer Höhe von 4000 Metern.

+++ 17.37 Uhr: Baumgartner schon 2900 Meter hoch +++
Baumgartner hat den kritischen Start überstanden. Der Ballon zieht die Kapsel nach oben in Richtung Weltall. 2900 Meter Höhe sind erreicht und das in weniger als fünf Minuten. So hoch ist übrigens die Zugspitze.

+++ 17.30 Uhr: Es geht los +++
Der Ballon ist voll. Jetzt geht alles ganz schnell. Weil die Windbedingungen so gut sind, gibt das Kontrollzentrum das Startkommando. Die Kapsel hebt etwas früher als geplant ab. Jetzt bangen alle mit Baumgartner. Die ersten 500 Meter gelten als besonders kompliziert. Am Dienstag beendete eine Windböe den Start.

+++ 17.20 Uhr: Ballon ist fast voll +++
Das Aufpumpen geht schneller als erwartet. Der Ballon ist schon fast vollständig mit Helium gefüllt. Heute ist übrigens vorerst die letzte Chance für Baumgartner. Es gibt keinen weiteren Ballon und aufgrund seines empfindlichen Materials kann der Ballon nach einem Abbruch nicht noch einmal benutzt werden.

+++ 17.09 Uhr: Kittinger macht Baumgartner Mut +++
Joe Kittinger redet Baumgartner gut zu. "Wir tun alles, um deinen Traum zu erfüllen, Felix", sagt er im Kontrollzentrum, das über Funk mit der Kapsel verbunden ist. Kittinger (84) ist der bisherige Rekordhalter. 1960 gelang ihm der höchste Fallschirmsprung aller Zeiten aus einer Höhe von 31.300 Metern. Diesen Rekord will Baumgartner heute knacken.

+++ 16.58 Uhr: Noch eine Stunde bis zum Start +++
Wenn alles glatt läuft, hebt Baumgartner um 18 Uhr, also genau in einer Stunde, ab. Die Winde scheinen sich jedenfalls beruhigt zu haben. Der Ballon steht momentan formschön und absolut ruhig in der Luft.

+++ 16.46 Uhr: Aufpumpen des Heliumballons geht weiter +++
Das Stratos-Team ist zuversichtlich: Die Wetterballons verhalten sich ruhig. Nun darf beim Auffüllen des Heliumballons keine Panne passieren. 850.000 Kubikmeter Helium passen hinein.

+++ 16.22 Uhr: Techniker prüfen die Werte in der Kapsel +++
Baumgartner ist jetzt seit über einer Stunde in der Kapsel. Mit einem Techniker geht er gerade verschiedene Werte durch. Eine und sicher nicht die letzte Routinekontrolle heute. Ist die Temperatur in der Kapsel in Ordnung? Wie hoch ist der Sauerstoffgehalt? Stimmen alle Verbindungen? Die Kommunikation klappt einwandfrei. Der Start wurde aber wieder verschoben - um 17.30 Uhr soll es losgehen.

+++ 16.07 Uhr: Aufpumpen des Ballons unterbrochen +++
Alle warten jetzt auf den nächsten Wetterbericht um 16.15 Uhr. Bis dahin ist das Aufpumpen des Ballons unterbrochen worden. Gewinnt Baumgartner den Kampf gegen den Wind?

+++ 15.57 Uhr: Start erst um 17.30 Uhr +++
So schnell kann's gehen. Der Start wurde noch einmal nach hinten verlegt auf 17.30 Uhr. Schuld ist: natürlich das Wetter. Es ist wieder zu windig.

+++ 15.45 Uhr: Baumgartner geht die Checkliste durch +++
Baumgartner geht zusammen mit dem bisherigen Weltrekordler Joe Kittinger seine Checkliste durch.

+++ 15.28 Uhr: Baumgartner in der Kapsel +++
Felix Baumgartner betritt jetzt die Kapsel. Was geht ihm wohl gerade durch den Kopf?

+++ 15.18 Uhr: Wetter wird immer besser +++
Vorhin wurde der Sprung noch verschoben, weil es zu windig war. Jetzt macht ein Meteorologe eine neue Wettervorhersage für Roswell/New Mexico. Er sagt: "Das Wetter wird immer besser."

+++ 15.07 Uhr: Kapsel mit Ballon verbunden +++
Die Techniker verbinden die Kapsel mit dem Ballon. Jetzt wollen sie ihn mit Helium betanken. Das dauert ungefähr eine Stunde.

+++ 15.02 Uhr: Es geht los +++
Zur Vorbereitung auf seinen Sprung atmet Felix Baumgartner bereits reinen Sauerstoff. Für 16.45 Uhr ist der Start angesetzt.

Quelle: n-tv.de