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208.000 Euro gesammelt Dorfbewohner retten ihr letztes Gasthaus

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Es sieht gut aus für das Gasthaus "Zum Schanko" in Handorf-Langenberg.

(Foto: dpa)

Sie haben es geschafft: Bewohner eines Dorfes in Niedersachsen retten das letzte Gasthaus ihres Ortes. Sie sammeln 208.000 Euro, um es in eine Genossenschaft zu überführen. Doch es wartet bereits die nächste Hürde.

Um das letzte Gasthaus im Dorf zu retten, hat eine Initiative aus dem niedersächsischen Handorf-Langenberg mehr als 200.000 Euro zusammenbekommen. "Wir haben es tatsächlich geschafft. Wir haben 208.000 Euro eingesammelt", sagte Maik Escherhaus. Der 40-Jährige hatte das Projekt gemeinsam mit zwei anderen Männern für den 1600-Seelen-Ort im Kreis Vechta ins Leben gerufen.

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Mehrere Vereine nutzen das Gasthaus als Versammlungsraum - es gibt keine anderen Räumlichkeiten.

(Foto: dpa)

Unterstützer des Projekts konnten Anteile von je 250 Euro zeichnen, um eine Genossenschaft zu gründen und das Gasthaus "Zum Schanko" zu kaufen. Mindestens 200.000 Euro mussten zusammenkommen. Nach dem Kauf soll das Gebäude mit Hilfe öffentlicher Fördermittel renoviert und über Pächter weiter betrieben werden. Nachdem der letzte Wirt der Kneipe 2017 gestorben war, hatte sich kein Nachfolger gefunden. Dieser hatte verfügt, dass eine noch zu gründende Genossenschaft sechs Monate Zeit haben sollte, die Kneipe zu kaufen, berichtet der "Weser-Kurier".

Als "einen der Männer der ersten Stunde" zitiert die Zeitung Mario Trumme. Der Ort stehe voll dahinter, sagte der demnach. "Wir haben hier vier große Vereine, und jeder braucht das Gasthaus als Treffpunkt", so Trumme gegenüber der Zeitung. Anteile seien nicht nur im Dorf, sondern auch ins Rheinland, das Ruhrgebiet, nach Hamburg und bis nach Großbritannien verkauft worden. Die Initiative der Menschen aus dem Dorf hatte riesiges Medieninteresse hervorgerufen – viele Berichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen widmeten sich dem Thema.

Dem Bericht zufolge ist es mit den nun gesammelten 208.000 Euro aber nicht getan. Weitere 250.000 Euro seinen für den Umbau und die Modernisierung des Gebäudes erforderlich. 50.000 Euro müssen die Genossenschaftsmitglieder aufbringen, der Rest soll aus Fördertöpfen und Gemeindemitteln kommen.

Bürgerinitiativen zur Rettung von dörflichen Gasthäusern gibt es nach Angaben des Genossenschaftsverbandes bundesweit. Die genaue Zahl ist allerdings unbekannt. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga sieht darin "kein Massenphänomen", wie jüngst die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes, Ingrid Hartges, sagte.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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