Panorama

Rätselhafter Fall in SiegenDrei Frühchen sterben in Klinik

04.09.2011, 17:43 Uhr
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(Foto: dpa)

In einer Kinderklinik in Siegen sterben innerhalb von zwei Tagen drei Babys. Bei allen Kindern handelt es sich um sogenannte Frühchen. Ihr bislang rätselhafter Tod alarmiert die Behörden. Eine Obduktion soll Klarheit bringen.

In einer Siegener Kinderklinik sind drei frühgeborene Babys unter ungeklärten Umständen gestorben. Zwei der Kinderleichen wurden am Samstag von der Polizei beschlagnahmt. Der dritte Säugling sei einige Tage vor dem Tod der zwei anderen Frühchen gestorben und bereits in der Türkei beerdigt worden, sagte der Siegener Oberstaatsanwalt Johannes Daheim am Sonntag.

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Blick auf den Eingang der Kinderklinik in Siegen. (Foto: dpa)

Bislang ist die Todesursache aller drei Frühgeborenen völlig unklar. Die Kinder hätten keine gemeinsame Krankheit gehabt und stammten auch nicht aus derselben Familie. "Wir gucken mit Hochdruck, was die Ursache sein könnte", sagte Daheim. Eine Obduktion an den beiden vorhandenen Kinderleichen sollte nähere Erkenntnisse bringen. Über Ergebnisse konnten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben machen.

Die Kinderklinik Siegen ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes mit 138 Betten. Nach Klinikangaben behandeln ihre Ärzte jährlich mehr als 6000 Patienten stationär und etwa 40.000 ambulant. Zu den 700 Mitarbeitern zählen Kinder- und Jugendärzte verschiedener Fachrichtungen, Kinderchirurgen und -anästhesisten, Psychologen, Pflegekräfte und Seelsorger.

Vor einem Jahr hatte in Mainz eine verseuchte Infusion zwei Babys das Leben gekostet. Die Quelle der bakteriellen Verunreinigung blieb jedoch unklar, das Verfahren wurde eingestellt. Ein drittes gestorbenes Baby hatte nach Mitteilungen der Staatsanwaltschaft eine Vorerkrankung gehabt, an der es gestorben sei. Der Tod der Babys hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst. Insgesamt hatten elf Kinder im August 2010 eine verkeimte Infusion bekommen. Der Tropf brachte damals einem einen Monat alten Jungen und einem neun Monate alten Mädchen den Tod. Die Bakterien waren über eine vermutlich defekte Infusionsflasche in die Lösung geraten.

Quelle: dpa