Panorama

Chinesische Mafia verdächtigtEdeltauben getötet

26.08.2009, 11:40 Uhr

In Belgien sind teure Zuchttauben ins Visier von Kriminellen geraten. Die Tiere werden gezielt getötet, um mit ihren Kennzeichnungsringen Geld zu machen. Der Taubenzüchterverband vermutet die chinesische Mafia hinter den Morden und rät zu Sicherheitsmaßnahmen.

Wegen einer unheimlichen Todesserie bei Luxus-Tauben herrscht Aufruhr unter Belgiens Taubenzüchtern. Wie belgische Medien berichteten, wurden zuletzt Ende vergangener Woche in Mol bei Antwerpen die Kadaver von 14 Tauben mit abgehackten Krallen in Müllsäcken entdeckt. Ein Spaziergänger beobachtete demnach, wie zwei asiatisch aussehende Männer die Säcke in einem Gebüsch abluden. Wie sich herausstellte, waren die Tiere zuvor einem bekannten örtlichen Züchter gestohlen worden. Tauben aus Belgien genießen weit über die Landesgrenzen hinaus ein großes Renommee.

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Ein Taubenzüchter hält Tauben mit einer Taubenschelle im Schwanzgefieder in der Hand. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Präsident der Vereinigung der belgischen Brieftaubenzüchter, Pierre de Rijst, sagte, dass sich die Diebstähle häufen. Bisher sei es nicht gelungen, die gestohlenen Tiere wiederzubekommen. Eine erwachsene Brieftaube könne bis 1.000 Euro kosten, Gewinner bei Wettbewerben bringen es demnach auf bis zu 12.000 Euro. Es gebe sogar Spitzenpreise von bis zu 150.000 Euro, sagte de Rijst.

Taubenschläge werden zur Hochsicherheitszone

Die Königlich belgische Vereinigung hat die chinesische Mafia in Verdacht, die Vögel zu stehlen und ihnen das Bein abzuhacken, an dem der Kennzeichnungsring sitzt - jener Ring, der den Vogel als Edel-Taube aus Belgien ausweist. De Rijst erklärte, für den Dieb sei es viel leichter, die Taube zu töten und den Ring zu stehlen als den Vogel lebend zu exportieren. Der gestohlene Ring werde in China einfach einem vergleichsweise wertlosen Vogel verpasst, um diesen als Champion teuer zu verkaufen.

Seit Jahresbeginn beklagt der Züchterverband rund ein Dutzend Diebeszüge in Belgiens Taubenschlägen. Seinen Mitgliedern rät er nun, eine Diebstahlversicherung abzuschließen und Überwachungskameras in den Verschlägen zu montieren.

Quelle: AFP/dpa